Bitte hier abstimmen zum Buchcover Zur Abstimmung

27.10.2018
Artikel bewerten
(6 Stimmen)

Emergenz oder Evolution - Wie entsteht das Neue? (2/2) • Live im Hörsaal | Harald Lesch

Instabilität ist die Voraussetzung für Neues. Neue Eigenschaften in natürlichen Systemen gibt es nur durch nicht mehr rückgängig zu machende Veränderungen. Diese Irreversibilität ist eine der zentralen Eigenschaften der Natur. Kein Moment gleicht dem anderen, jedes makroskopische System ist ein Ein­zelfall. Insofern ist unsere Vorstellung eines Kosmos als vorherrschendes Prinzip in der Natur falsch. Die Natur ist ein irreversibles, sich kontinuierlich selbst organisierendes System, dessen Gesetzlichkei­ten wir zwar in groben Zügen kennen, dessen Wechselspiel mit sich ständig verändernden Rand- und Anfangsbedingungen uns aber zu ganz neuen Perspektiven zwingt. Gerade die Physik als die Grundlage aller Naturwissenschaften hat längst begonnen, eine schwach kausale, nur mehr partiell deterministische, systemisch-organische Sicht auf die Natur und ihre Beziehung zum und mit dem Menschen zu entwickeln. Doch ist das weder in Politik und Wirtschaft noch in der Philosophie bis heute so richtig angekommen.

Video ansehen

Weitere Informationen

  • Schwierigkeitsgrad:
  • Dauer (min.): 63
  • Format/Stil: Harald Lesch solo
  • Grundlagen: Natur/ Nachhaltigkeit
  • Leben: Leben auf dem Planeten Erde, Anthropozän
  • Naturphilosophie: Einführungskurs, Naturgesetze
  • Serien: Live im Hörsaal

Personen in dieser Konversation

  • Hast Du Folien, hast Du Vortrag!? Nein, es waren die spontanen Abweichungen von den Folien, die diesen Beitrag so wertvoll gemacht haben.

  • Hallo UWudL-Team,
    zwei Dinge vorab:
    (1) Den Harry in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.
    (2) Mit den meisten Anschauen die unser Harry vertritt stimme ich auf das Tausendstel eines Protonenradius überein.

    Jaja unser Prof. Dr. Harald Lesch mit seinem Sammelsurium an Informationen aus den vielfältigsten Teilgebieten der Physik und Philosophie – einmal durchgestartet ist er bis zur „Akku-Leer“ Meldung durchpowernd wie früher die Häschen in der Batteriewerbung. Ja er hat viel zu berichten, sehr gute Ansichten, ein wirklich fundiertes allseitiges Wissen, einen spürbaren und tiefen Frust vor vielen aktuellen Geschehnissen und sogar einen funktionierenden automatischen Grammatikkorrekturmodus (zum Beispiel bei „falschem“ Dativ).
    Aber so schön es immer ist unserem Harry zuzuhören, es fehlt an Multiplikatoren. OK, sicherlich höre und sehe ich mir nicht die gesamte deutschsprachige Medienlandschaft rein, doch die öffentlichen Stimmen, die wahren und fundierten Tiefgang ausweisen, sind sehr selten. Immer in immer wieder gewisse Missstände aufzuzeigen mag sicherlich viele Menschen zum nachdenken anregen, doch wie viel passiert als Konsequenz daraus.
    So verfolge ich parallel den Kanal "zukunfterde" seit langer Zeit - und ich fand es in einem der letzten Videos desaströs, was der Ex-Generalsekretär des ClubofRome von sich gegeben hat - ein Synonym für all das, was auf der Erde passiert. Ich gestatte mir dies kurz zusammenzufassen:

    50 Jahre ClubofRome sind 50 Jahre lang fast 0,0 Veränderung.
    50 Jahre ClubofRome sind 50 Jahre Analysen, Konferenzen, Berichte usw. ohne irgendeine (nennenswerte) praktische Wirkung auf die Weltgeschehnisse.
    50 Jahre ClubofRome sind 50 Jahre quasi Stillstand und nix tun oder maximal Verschlimmbesserung.
    50 Jahre ClubofRome sind 50 Jahre fast wie ein Selbstzweck.

    Schon die Anfangsbemerkungen im Beitrag, dass eigentlich alles so wie in der Botschaft von 1972 eingetreten ist und trotzdem nichts „passiert“ ist, dem gegen zu wirken, ist schon eine absolute Bankrotterklärung gegenüber den ursprünglichen Zielen des ClubofRome.

    Nach 50 Jahren jetzt auf einmal sich mit drei „Ideen“ zur Lösung der akuten Probleme zu äußern, hätte wohl Erich Honecker nach 50 Jahren DDR nicht schlimmer hinbekommen können. Die DDR gab es schon nach 40 Jahre Herunterwirtschaften nicht mehr. Der ClubofRome macht weiter und schlimmer noch, irgendwie genauso weiter wie bisher. Allein als aller ersten Punkt ganz explizit und wortgewandt die Revolution zu stellen um dies gleich abzuwürgen, weil das internationale Finanzmonopol zu stark wäre und man dagegen nicht ankommen würde, ist für mich nur ein intensives Zeichen, wie der ClubofRome vom Finanzmonopol unterwandert ist.

    Nun höre ich unseren Prof. Dr. Lesch mit fast dem gleichen Horn blasen, nur in der weltweiten Reichweite um Potenzen geringer als der bekannte ClubofRome. Da frag ich mich: Kriegen wir Menschen das mit dem ökologischen nachhaltigen Ding wirklich in den Griff?

    OK ich schweife ab, doch auch mir macht die aktuelle ökologische und IT-technische Entwicklung arge Sorgen:

    Wäre ich ein Außerirdischer und würde von meiner intergalaktischen Autobahn kurz abfahren und einen Blick auf die Erde werfen, ich würde stehenden Fußes sofort wieder umkehren, wenn ich mir die Medienlandschaft auf der Erde ansehe.
    Egal ob Film, Video, Fernsehen oder Gaming die Menschen frönen mit größter Begeisterung ihrem Hang zum Brutalen, zum Vernichten von Anderen, zum Abartigen, absurden. Und das, was im Realen nicht machbar, lebt man im virtuellen aus.
    Da kann jeder für sich seine eigene Meinung herauskristallisieren und sei's drum dass Games als "Kunstwerk" angesehen werden, doch ständiges Ballern und Niedermetzeln egal ob in der realen Welt in Form von Krieg oder in der virtuellen in Form von Spielen, verändert die Psyche des Menschen bzw. verfestigt schon genetisch vordefinierte Denkschemata. Auch denn eben genau diese Spielomanie als pure Unterhaltung und quasi als Ablenkung vom Realen, im Sinne: Besser im Spiel - 50 Kills als im realen Leben macht aus meiner Sicht das Gesamtbild nicht besser.
    Frage ich bei meinen Kindern rum und höre auch den anderen Kindern ähnlichen Alters zu, dann ist Schießen und Krieg "machen" der absolute Fun. Da finden es viele - weil nur noch Bezug über derartige Shooter Games hergestellt wird, regelrecht cool, wie viele Kills der Führer auf seinem Gewissen hat. Der Führer als oberster Gamer. Und das ist kein Nonsens, wenn sich die Jungs unterhalten und dann der Spruch kommt: "So viele Kills wie der Führer will ich auch mal haben." Dann ist für mich Schluss mit lustig, dann ist nicht nur eine Grenze überschritten, dann ist es schon fünf Minuten nach Zwölf.
    Viele aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft spiegeln diesen Trend wieder.
    Das Monster Internet wird zu den Geistern, die ich rief!
    Statt freiem Zugang zu weltweitem Wissen, schafft sich jeder so seine eigene Wissenswelt und gruppiert sich in Grüppchen mit Menschen gleicher Anschauung – Hauptsache Mann/Frau erkennt sich in den (Fake-) Fakten wieder. Und sind dann mal 10.000 Menschen in einer Community zusammen gekommen entwickelt sich ein Eigenleben – Können 10.000 Menschen, die an dasselbe Fake „glauben“ – irren? Ich sehe für die Demokratie sogar noch das Endstadium, dass wir in Deutschland nicht die von Harry genannten 15 Parteien in Deutschland haben, sondern irgendwann 82 Millionen Parteien und wenn dann Wahlen sind, braucht man keine Wahlprognosen mehr.

    Ohje – jetzt ging es mir wie Harry – abgeschweift!

    Also Emergenz – ah da fällt mir gleich der Begriff „Qualia“ ein.
    Ja und noch was, der wohl ausdauerndste, durchaus ökologischste und wohl am weitesten entwickelte Elementarteilchendetektor der Welt – das menschliche Auge. Galaktisch gut – wie hier Photonen detektiert und in ein absolut evolutionäres und praktisch nützliches Spektrum zerlegt werden. Für meine Befindlichkeit wäre ein UV Upgrade des Auges noch was sinnvolles, IR hingegen könnte lästig werden. Da fragt man sich doch, wie die Natur mit welchem Strukturbildungsmechanismus und welcher Selektionskraft so einen Detektor schaffen konnte. Mit ein paar Elementarteilichenfunktionenfunktionen ist das zumindest nicht erklärbar. Ich glaube die Menschen sollten wohl tiefer erforschen woher dieser Strukturbildungsmechanismus kommt, als sich mit irgendwelchen Subquanten-Theorien zu befassen, die diese Dinge wohl erst recht nicht lösen können. Es sei denn es längen Prinzipien zugrunde, die zum Beispiel Up/Downquarks innenwohnen, die in einen toten Material nicht zum Tragen kommen, hingegen in einem „besonderer“ Energieeinwirkung und bei entsprechender kontinuierlicher Möglichkeit von niedriger Entropie zu hoher Entropie zu fluktuieren sehr wohl zu einem nichttoten Material erwachen könnte.
    Ja und ich möchte es sogar wie Pauli halten, vielleicht ist unser Gehirn im Schlafmodus auch so ein irriger Elementarteilchendetektor (oder ein Detektor für eben solche „Strukturbildungsfunktionen“) und wir haben es noch gar nicht entdeckt bzw. realisiert. Ungewollt klingt dies nach Esoterik doch vielleicht stecken ganz andere Mechanismen dahinter…

    So ich danke Ihnen sehr für Ihre Geduld und alles Gute ?