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An die Mathematiker 02 06. 2020 14:14 #69662

ra-raisch schrieb:
badhofer schrieb: Wenn man in eine Hohlkugel etwas Wasser füllt, müsste sich das Wasser an der gesamten Innenwand der Hohlkugel verteilen. Weiter innen bis zum Mittelpunkt bleibt es trocken
Ist das richtig?

Nein, zunächst ist Schwerelosigkeit eben Schwerelosigkeit, das Wasser kann frei herumschweben, also in der Nähe der Erde würde natürlich die Hohlkugel nicht die Erde abschrimen, das ist hoffentlich klar.

Wenn man nun die Gravitation des Wassers gegenseitig auf sich selbst betrachtet, (ganz abgesehen von Kohäsion), müßte sich ein Tropfen (Kugel) bilden, der aber frei in der Hohlkugel schwebt.

Das Wasser kann nicht frei herumschweben, es muss exakt rund sein und sich in der Mitte befinden. Ansonst wandert es zum Rand. Vorausgesetzt, dass die Wand eine Wandstärke hat. Ab einer genügend dicken Wandstärke verteilt sich das Wasser über die gesamte Innenfläche der Hohlkugel (ganz abgesehen von Kohäsion)

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An die Mathematiker 02 06. 2020 14:16 #69663

Falsifikator schrieb: daß der Wasserkugel im inneren einer kugelsymmetrischen Anordnung Trägheit verliehen wird.

Sagen wir mal so: Das war Machs Gedanke.
Aber tatsächlich ist es so, dass sich gleiche gegenseitige Kräfte aufheben und keine Trägheit verursachen. Nimm zwei Spiralfedern und befestige ein kleines Geiwcht in der Mitte. Es wird die Mittelstellung einnehmen. Wenn man es anschubst, wird es mit zunehmendem Widerstand abgelenkt und sich wieder einpendeln. Doch woher kommt dies? Eben nicht von gleich starken Kräften sondern von gleichgerichtet ansteigenden Kräten. Eine Feder wird gedehnt und zieht, die andere wird gestaucht und drückt. In der Kugel findet dies nicht statt. Hier bleiben die Kräfte immer in alle Richtungen exakt gleich und addieren bzw subtrahieren sich hinweg. Auch bei der Konstruktion mit den Federn ist das Gewicht im exakten Mittelpunkt schwerelos, auch wenn man das nur näherungsweise nachvollziehen kann, weil ja jede Ablenkung sogleich Kräfte verursacht.

Falsifikator schrieb: Nähme man an, die Wandstärke ist "unendlich" groß.
Oder verpuffen die Kräfte einfach? Also anders ausgedrückt, macht es einen Unterschied ob sich eine Wasserkugel im Luftleeren Raum befindet oder in so einer nahe unendlich dicken hohlkugel befindet?

Wie gesagt, Mach dachte, dass die Wanddicke dies bewirken könnte, das sehe ich nicht so, die einfache Rechnung beweist dies. Die Kräfte sind im Gleichgewicht. Wenn Du willst, kannst Du dies "verpuffen" nennen. Sie sind wirkungslos.

Allerdings gibt es bei extremen Massen in unmittelbarer Nähe einen Effekt, den man Frame-Dragging oder nach den beiden Autoren Lense-Thirring nennt. Ein stark rotierendes SL (Kerr Metrik) bewirkt eine Mitnahme der Raumzeit, jedes Objekt wird gezwungen, sich mitzudrehen. Ich erkläre (mir) dies zwar anders, aber der Effekt scheint heute so gut wie gesichert. Dies war auch ein Effekt, den Mach vorhersagen wollte, allerdings wollte er daraus den Drehimpulserhalt folgern (wenn ich nicht irre). was ein bisschen sehr weit gegriffen ist. Man betrachte das drehende SL, das alles um sich herum mitreißt, und dessen Drehimpuls dennoch erhalten bleibt....ich denke, allein dies genügt. Vor allem gibt es ja nichts (aus sich selbst heraus), was den Drehimpuls reduzieren könnte,....außer das Universum mit seinen gewaltigen Massen, was eigentlich eher Machs Anschauung von Trägheit entsprechen würde.

wiki:
Albert Einstein sah eine Realisierung des Machschen Prinzips im Lense-Thirring-Effekt von 1918[8], was umstritten ist.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 14:35 #69664

ra-raisch schrieb:

Falsifikator schrieb: daß der Wasserkugel im inneren einer kugelsymmetrischen Anordnung Trägheit verliehen wird.

Sagen wir mal so: Das war Machs Gedanke.
Aber tatsächlich ist es so, dass sich gleiche gegenseitige Kräfte aufheben und keine Trägheit verursachen. Nimm zwei Spiralfedern und befestige ein kleines Geiwcht in der Mitte. Es wird die Mittelstellung einnehmen. Wenn man es anschubst, wird es mit zunehmendem Widerstand abgelenkt und sich wieder einpendeln. Doch woher kommt dies? Eben nicht von gleich starken Kräften sondern von gleichgerichtet ansteigenden Kräten. Eine Feder wird gedehnt und zieht, die andere wird gestaucht und drückt. In der Kugel findet dies nicht statt. Hier bleiben die Kräfte immer in alle Richtungen exakt gleich und addieren bzw subtrahieren sich hinweg. Auch bei der Konstruktion mit den Federn ist das Gewicht im exakten Mittelpunkt schwerelos, auch wenn man das nur näherungsweise nachvollziehen kann, weil ja jede Ablenkung sogleich Kräfte verursacht.

Falsifikator schrieb: Nähme man an, die Wandstärke ist "unendlich" groß.
Oder verpuffen die Kräfte einfach? Also anders ausgedrückt, macht es einen Unterschied ob sich eine Wasserkugel im Luftleeren Raum befindet oder in so einer nahe unendlich dicken hohlkugel befindet?

Wie gesagt, Mach dachte, dass die Wanddicke dies bewirken könnte, das sehe ich nicht so, die einfache Rechnung beweist dies.

Allerdings gibt es bei extremen Massen in unmittelbarer Nähe einen Effekt, den man Frame-Dragging oder nach den beiden Autoren Lense-Thirring nennt. Ein stark rotierendes SL (Kerr Metrik) bewirkt eine Mitnahme der Raumzeit, jedes Objekt wird gezwungen, sich mitzudrehen. Ich erkläre (mir) dies zwar anders, aber der Effekt scheint heute so gut wie gesichert. Dies war auch ein Effekt, den Mach vorhersagen wollte, allerdings wollte er daraus den Drehimpulserhalt folgern (wenn ich nicht irre). was ein bisschen sehr weit gegriffen ist. Man betrachte das drehende SL, das alles um sich herum mitreißt, und dessen Drehimpuls dennoch erhalten bleibt....ich denke, allein dies genügt. Vor allem gibt es ja nichts (aus sich selbst heraus), was den Drehimpuls reduzieren könnte,....außer das Universum mit seinen gewaltigen Massen, was eigentlich eher Machs Anschauung von Trägheit entsprechen würde.

wiki:
Albert Einstein sah eine Realisierung des Machschen Prinzips im Lense-Thirring-Effekt von 1918[8], was umstritten ist.


Deine Argumentation ist nachvollziehbar. Aber hier frage ich mich dann, wozu brauchen wir dann das Higgsfeld?
Ist das Higgsfeld nicht genau aus dem Grund postuliert worden? Und dann auch "gefunden" worden? Wenn das Higgsfeld, so wie ich es verstanden habe, genau diese Lücke schließt, die du mit deiner Argumentation auch ohne Higgsfeld erklärt hast, wo genau hat das Higgsfeld da noch seinen Sinn?
Mach hatte lediglich einen anderen Erklärungsansatz. Es wollte die selbe Lücke schließen, die das Higgsfeld jetzt schließt. Es kann nicht die eine Idee als Weltsensation gefeiert werden und die andere Idee komplett falsch sein.
Für mich sind beide Erklärungen unterschiedliche Seiten der selben Medaille. Vorausgesetzt ich habe es richtig verstanden...

Nachtrag: Zum besseren Verständnis. Higgs koppelt die Massen ans Higgsfeld. Mach koppelt die Massen mit dem restlichen Universum.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 14:45 #69665

Falsifikator schrieb: Deine Argumentation ist nachvollziehbar. Aber hier frage ich mich dann, wozu brauchen wir dann das Higgsfeld?

Das Higgsfeld verleiht den Teilchen eine Masse. Es verleiht ihn nicht die Masse, die sie haben sondern nur ein klein wenig davon. Der größte Teil der Masse der zusammengesetzten Teilchen kommt von anderen Energien. Aber die Masse, die das Higgs den Elenmentarteilchen verleiht, bewahrt sie davor, sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen zu müssen. (Wobei geladene Teilchen auch noch eine Ladungsmasse haben, und der Spin könnte auch eine Energie beinhalten, Eigenrotation soll auch noch beteiligt sein).

Übrigens hat auch ein Photon ohne Ruhemasse seine Trägheit (im Teilchenmodell), es fliegt in der Regel geradeaus, also auf Lichtgeodäten. Seine Energie genügt, diese Trägheit zu erzeugen. Deshalbt trägt es auch einen Impuls, es "will" träge sein und in unveränderter Bewegung bleiben. Vielleicht wäre ja "konservativ" besser als "träge".

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An die Mathematiker 02 06. 2020 15:20 #69666

Nochmal zu deinem vorigen Post. @ra-raisch
Du schreibst sinngemäß: Mach wollte die Eigenrotation erklärbar machen.
Genau an diesem Punkt finde ich eben Machs Variante besser als das Higgsfeld.
Wenn das Higgsfeld, jedem Teilchen einen Teil seiner Masse gibt und es somit koppelt, dann muss dieses Feld durchdringend sein.
Also auch im inneren von Objekten wirken. Und das macht eine schlüssige Erklärung in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Entweder es hat Einfluss mit seiner Kopplung, dann sollte es die Eigenrotation behindern, oder es hat keinen Einfluss und man kann es nicht Feldkopplung nennen.
Mach drückt mit seiner These aus, daß nur die Gravitation der übrigen Massen rund um jedes Objekt herum so symmetrisch verteilt sind, das es keinen Unterschied macht in Welche Richtung die Nase zeigt. Es gibt nichts was ihn abbremsen würde, weil eben alles homogen verteilt ist. Genau wie bei einer Hohlkugel eben. Wenn sich der Wassertropfen einmal dreht, gibt es ja keine Kraft die es aufhalten könnte in dem Modell.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 15:32 #69667

ra-raisch schrieb:

Falsifikator schrieb: Deine Argumentation ist nachvollziehbar. Aber hier frage ich mich dann, wozu brauchen wir dann das Higgsfeld?

Das Higgsfeld verleiht den Teilchen eine Masse. Es verleiht ihn nicht die Masse, die sie haben sondern nur ein klein wenig davon. Der größte Teil der Masse der zusammengesetzten Teilchen kommt von anderen Energien. Aber die Masse, die das Higgs den Elenmentarteilchen verleiht, bewahrt sie davor, sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen zu müssen. (Wobei geladene Teilchen auch noch eine Ladungsmasse haben, und der Spin könnte auch eine Energie beinhalten, Eigenrotation soll auch noch beteiligt sein).

Übrigens hat auch ein Photon ohne Ruhemasse seine Trägheit (im Teilchenmodell), es fliegt in der Regel geradeaus, also auf Lichtgeodäten. Seine Energie genügt, diese Trägheit zu erzeugen. Deshalbt trägt es auch einen Impuls, es "will" träge sein und in unveränderter Bewegung bleiben. Vielleicht wäre ja "konservativ" besser als "träge".

Ich frage mich woher das Photon diese konservative Ader hat, wenn es keine Masse besitzt. Ich verstehe Photonen generell nicht, aber den Punkt umso weniger. Wenn es Energie hat, hat es auch Masse in meinen Augen. E=...
Es sei denn es kürzt sich iwie weg. Dann wäre das Photon aber lediglich ein "imaginäres" Teilchen. Ein Teilchen, daß alleine durch die Bewegung existent ist. Also pure Bewegungsenergie? Merkwürdiges Teilchen.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 16:36 #69676

Das Higgsfeld verleiht dem Teilchen lediglich Masse. Was hat das mit der Rotation zu tun? Das Higgsfeld bewirkt ja keine Abbremsung sondern nur eine erschwerte Beschleunigung. Bei der Rotation haben wir zwar immer eine Beschleunigung, aber immer zum Zentrum der Rotation gerichtet, quer zur Flugrichtung. Und diese Beschleunigung muss natürlich durch eine Kraft erfolgen zB die Coulombkräfte, die ein makroskopisches Objekt zusammenhalten, bei zu hoher Rotation kann das Objekt zerreißen. Und bei einem Sonnensystem sind es die Gravitationskräfte, die die Planeten auf ihren Bahnen halten und sie beschleunigen. Die Fliehkräfte ergeben sich dabei aus der Trägheit.

Wir nennen Masse im Normalfall nur die Ruhemasse. Das Photon kommt nie zur Ruhe. Es hat keine Ruhemasse. Es hat eine fiktive oder relativistische Masse, die sich aus seiner Frequenz ergibt.
E = f·h = c²m"
Tja merkwürdig, wenn man so will.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 17:02 #69678

ra-raisch schrieb:
Das Higgsfeld bewirkt ja keine Abbremsung sondern nur eine erschwerte Beschleunigung

Beschleunigung und Verzögerung sind gleichberechtigt!
Wenn das Higgsfeld eine erschwerte Beschleunigung bewirkt, dann bewirkt es eine erleichterte Verzögerung.
Beim Beschleunigen bremst das Higgsfeld, beim Verzögern schiebt es an. Wie ist das möglich?
.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 17:02 #69679

Wenn das Higgsfeld Massen Masse verleiht, muss es doch irgendeine Verbindung zwischen dem Higgsfeld und den Massen geben. Genau diese Verbindung hat doch Auswirkungen. Wie du selbst schreibst, gibt sie den Massen Trägheit. Also ist hier irgendeine Kraft, die die Massen "hält". Wenn du jetzt jedes Teilchen innerhalb einer Kugel mit einem kleinen Gummiband an dieses "Feld" befestigt, damit die Trägheit entsteht, sollte das die selben Auswirkungen auf jedwede Bewegung des Objektes haben. Eine Masse in Rotation zu versetzen, genauso wie sie in Bewegung zu versetzen. Dies ist aber nicht der Fall soweit ich weiß.

Aber selbst wenn wir das wegließen, was genau macht das Higgsfeld um so vieles besser als Machs Prinzip?

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An die Mathematiker 02 06. 2020 18:07 #69691

badhofer schrieb:
ra-raisch schrieb:
Das Higgsfeld bewirkt ja keine Abbremsung sondern nur eine erschwerte Beschleunigung

Beschleunigung und Verzögerung sind gleichberechtigt!
Wenn das Higgsfeld eine erschwerte Beschleunigung bewirkt, dann bewirkt es eine erleichterte Verzögerung.
Beim Beschleunigen bremst das Higgsfeld, beim Verzögern schiebt es an. Wie ist das möglich?
.

Wie kommst Du auf Verzögerung? Achso "Abbremsung "

Ein Teilchen kann in eine Richtung beschleunigt werden, zB durch eine Wechselwirkung. Es kann dann auch wieder in die Gegenrichtung beschleunigt werden. Aber das nennt man keine Verzögerung, denn das Teilchen ist ja subjektiv immer in Ruhe, wenn es nicht gerade beschleunigt wird. Alle Bewegungen sind relativ. Und das Higgsfeld ist zwar überall, aber es bildet kein fixes Koordinatensystem. Es sieht für alle Teilchen gleich aus, egal wie sie sich zueinander bewegen.

Das Higgsfeld bietet diesen Teilchen sozusagen einen Widerstand, das IS zu wechseln. Teilchen ohne diesen Widerstand wie zB Photonen bewegen sich mit Lichgeschwindigkeit und sehen von allen IS aus gleich aus, abgesehen vom Energieinhalt. Sie werden allerdings auch gar nicht beschleunigt, naja auch wieder kein Wunder, wenn sie keinen Widerstand spüren, da geht es von Null auf Hundert in einem Klacks.

Insofern ist es eigentlich selbstverständlich, dass das Higgsfeld keinen Einfluss auf die Relativbewegung hat, das wäre ja sonst wie der "gute" alte absolute Äther, und das Higgs wird sich hüten, das Relativitätsprinzip zu verletzen....Einstein sei Dank. :whistle: Na eigentlich geht das auf Galilei zurück.

Falsifikator schrieb: Wenn das Higgsfeld Massen Masse verleiht, muss es doch irgendeine Verbindung zwischen dem Higgsfeld und den Massen geben. Genau diese Verbindung hat doch Auswirkungen. Wie du selbst schreibst, gibt sie den Massen Trägheit. Also ist hier irgendeine Kraft, die die Massen "hält". Wenn du jetzt jedes Teilchen innerhalb einer Kugel mit einem kleinen Gummiband an dieses "Feld" befestigt, damit die Trägheit entsteht, sollte das die selben Auswirkungen auf jedwede Bewegung des Objektes haben. Eine Masse in Rotation zu versetzen, genauso wie sie in Bewegung zu versetzen. Dies ist aber nicht der Fall soweit ich weiß.

Das meiste beantwortet sich aus dem oben Gesagten. Die "Verbindung" nennt man "Koppeln". Das ist wie bei allen Wechselwirkungen. Die virtuellen Austauschteilchen koppeln zum Teil unterschiedlich stark an verschiedene Elementarteilchen. Wie das geht oder was da genau passiert, weiß wohl keiner. Man weiß wohl auch nicht, wieviele Austauschteilchen unterwegs sind und wie stark jedes einzelne wirkt. Das ist wie bei Feldlinien, die kann man ja auch nur symbolisch zeichnen aber nicht in Realität abzählen. Und die Raumzeitkrümmung ist auch nur ein gutes Modell, aber wie die Masse es schafft, die Raumzeit in großen Entfernungen zu krümmen, sagt Einstein auch nicht. Wellen wie zB GW sind es ja nicht, die sich da ausbreiten, und die würden ja nicht stehenbleiben und die Krümmung aufrecht erhalten.

Falsifikator schrieb: Aber selbst wenn wir das wegließen, was genau macht das Higgsfeld um so vieles besser als Machs Prinzip?

Mach konnte leider keine konsistente Theorie erstellen. Eigentlich ist die ART das Ergebnis davon, sozusagen Mach 3,0
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An die Mathematiker 02 06. 2020 20:23 #69696

ra-raisch schrieb:
badhofer schrieb:
ra-raisch schrieb:
Das Higgsfeld bewirkt ja keine Abbremsung sondern nur eine erschwerte Beschleunigung

Beschleunigung und Verzögerung sind gleichberechtigt!
Wenn das Higgsfeld eine erschwerte Beschleunigung bewirkt, dann bewirkt es eine erleichterte Verzögerung.
Beim Beschleunigen bremst das Higgsfeld, beim Verzögern schiebt es an. Wie ist das möglich?
.

Wie kommst Du auf Verzögerung? Achso "Abbremsung "

Ein Teilchen kann in eine Richtung beschleunigt werden, zB durch eine Wechselwirkung. Es kann dann auch wieder in die Gegenrichtung beschleunigt werden. Aber das nennt man keine Verzögerung, denn das Teilchen ist ja subjektiv immer in Ruhe, wenn es nicht gerade beschleunigt wird. Alle Bewegungen sind relativ. Und das Higgsfeld ist zwar überall, aber es bildet kein fixes Koordinatensystem. Es sieht für alle Teilchen gleich aus, egal wie sie sich zueinander bewegen.

Das Higgsfeld bietet diesen Teilchen sozusagen einen Widerstand, das IS zu wechseln. Teilchen ohne diesen Widerstand wie zB Photonen bewegen sich mit Lichgechwindigkeit und sehen von allen IS aus gleich aus, abgesehen vom Energieinhalt. Sie werden allerdings auch gar nicht beschleunigt, naja auch wieder kein Wunder, wenn sie keinen Widerstand spüren, da geht es von Null auf Hundert in einem Klacks.

Insofern ist es eigentlich selbstverständlich, dass das Higgsfeld keinen Einfluss auf die Relativbewegung hat, das wäre ja sonst wie der "gute" alte absolute Äther, und das Higgs wird sich hüten, das Relativitätsprinzip zu verletzen....Einstein sei Dank. :whistle: Na eigentlich geht das auf Galilei zurück.

Falsifikator schrieb: Wenn das Higgsfeld Massen Masse verleiht, muss es doch irgendeine Verbindung zwischen dem Higgsfeld und den Massen geben. Genau diese Verbindung hat doch Auswirkungen. Wie du selbst schreibst, gibt sie den Massen Trägheit. Also ist hier irgendeine Kraft, die die Massen "hält". Wenn du jetzt jedes Teilchen innerhalb einer Kugel mit einem kleinen Gummiband an dieses "Feld" befestigt, damit die Trägheit entsteht, sollte das die selben Auswirkungen auf jedwede Bewegung des Objektes haben. Eine Masse in Rotation zu versetzen, genauso wie sie in Bewegung zu versetzen. Dies ist aber nicht der Fall soweit ich weiß.

Das meiste beantwortet sich aus dem oben gesagten. Die "Verbindung" nennt man "Koppeln". Das ist wie bei allen Wechselwirkungen. Die virtuellen Austauschteilchen koppeln zum Teil unterschiedlich stark an verschiedene Elementarteilchen. Wie das geht oder was da genau passiert, weiß wohl keiner. Man weiß wohl auch nicht, wieviele Austauschteilchen unterwegs sind und wie stark jedes einzelne wirkt. Das ist wie bei Feldlinien, die kann man ja auch nur symbolisch zeichnen aber nicht in Realität abzählen. Und die Raumzeitkrümmung ist auch nur ein gutes Modell, aber wie die Masse es schafft, die Raumzeit in großen Entfernungen zu krümmen, sagt Einstein auch nicht. Wellen wie zB GW sind es ja nicht, die sich da ausbreiten, und die würden ja nicht stehenbleiben und die Krümmung aufrecht erhalten.

Falsifikator schrieb: Aber selbst wenn wir das wegließen, was genau macht das Higgsfeld um so vieles besser als Machs Prinzip?

Mach konnte leider keine konsistente Theorie erstellen. Eigentlich ist die ART das Ergebnis davon, sozusagen Mach 3,0


Sehr schöne Erklärung. Das versteh sogar ich ;-)
Zu Machs Machwerk, kann ich nicht allzuviel sagen, nur, daß eben nicht komplett übernommen worden ist von Einstein. Die wichtigste Komponente, die Verbindung von Allem zu allem fehlt in der ART. Vielleicht weil sie damals über die Struktur des Universums nicht allzuviel wussten. Wir aber wissen es ja jetzt.
Wir gehen auch davon aus, daß alle Materie mal in einem Punkt vereint war. Diese "geringe" Distanz jeglicher Materie eröffnet doch jede Möglichkeit zu einer Verbindung. Diese Verbindung könnte doch seit dem da sein und ungebrochen sein. Was spräche dagegen? Das wäre doch eine mögliche Antwort auf: Wie soll das gehen? (auch "instantane" Gravitation wäre damit erklärt) Als sich nicht ausbreitende Eigenschaft, sondern eher sich entfernende Verbindung, seit dem Urknall.

Die Raumzeit kann man sich nur als hyperelastisch vorstellen. Irgendwie muss es ja riesigen Gebilden möglich sein sich darin aufzuhalten, ohne daß die Raumzeit "reißt" und die Masse da herausfällt. Das sollte wenn, größere Volumen als SLs betreffen, nur so vorweg...
Und wenn die Raumzeit so hyperelastisch ist, macht es auch Sinn, daß sich diese Wellenartig über erstaunlich große Distanzen ausbreiten können. Ohne nennbaren Widerstand ist das zwar immer noch schwer vorstellbar, aber immerhin vorstellbar. Wenn man denn die gemessenen GW nicht anzweifeln möchte.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 20:59 #69699

Falsifikator schrieb: Wir gehen auch davon aus, daß alle Materie mal in einem Punkt vereint war.


Beim Urknall selbst dürfte es noch keine Materie gegeben haben, nur sehr viel Energie. Die heute bekannten Teilchen dürften erst danach (während der Expansion) aus dieser Energie entstanden sein.

Falls das Universum heute räumlich unendlich groß wäre, dann müsste auch schon beim Urknall räumlich unendlich groß gewesen sein. Eine Konzentration auf einen "Punkt" (z.B. eine Planck-Länge) setzt ein räumlich endlich großes Universum voraus.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 21:01 #69700

Falsifikator schrieb: Die Raumzeit kann man sich nur als hyperelastisch vorstellen. Irgendwie muss es ja riesigen Gebilden möglich sein sich darin aufzuhalten, ohne daß die Raumzeit "reißt" und die Masse da herausfällt. Das sollte wenn, größere Volumen als SLs betreffen, nur so vorweg...
Und wenn die Raumzeit so hyperelastisch ist, macht es auch Sinn, daß sich diese Wellenartig über erstaunlich große Distanzen ausbreiten können. Ohne nennbaren Widerstand ist das zwar immer noch schwer vorstellbar, aber immerhin vorstellbar. Wenn man denn die gemessenen GW nicht anzweifeln möchte.


Das mit dem "Reißen" der Raumzeit ist kein Problem, das Bild des Gummituchs darfst du hier nicht überstrapazieren.

Und die Raumzeit ist eigentlich auch nicht wirklich elastisch, bzw. zumindest wissen wir nichts darüber. Man kann zwar ein Elastizitätsmodul berechnen, das irrsinnig hoch ist. Aber das hat nichts zu sagen, da wir ja nicht die Spannung des Raums messen, sondern die der Objekte darin. Wer weiß schon, wie sich der Raum verhält und ob er überhaupt selbst Eigenschaften besitzt, außer dass er den Abstand zwischen Objekten darstellt und mit Vakuum gefüllt ist. Auch das mit den Gravitationswellen kann man nicht wirklich so deuten, dass der Raum / die Raumzeit elastisch sein muss. Ohne Trägheit keine Welle, und der Raum an sich kann ja nicht träge sein.

Martin Bäker hat das mal recht gut beschrieben, müsste ich jetzt aber raussuchen.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 21:07 #69701

ClausS schrieb:

Falsifikator schrieb: Wir gehen auch davon aus, daß alle Materie mal in einem Punkt vereint war.


Beim Urknall selbst dürfte es noch keine Materie gegeben haben, nur sehr viel Energie. Die heute bekannten Teilchen dürften erst danach (während der Expansion) aus dieser Energie entstanden sein.

Falls das Universum heute räumlich unendlich groß wäre, dann müsste auch schon beim Urknall räumlich unendlich groß gewesen sein. Eine Konzentration auf einen "Punkt" (z.B. eine Planck-Länge) setzt ein räumlich endlich großes Universum voraus.


Energie ist für mich eine Materieform. Das ist meine Auslegung von Materie. Wenn etwas dagegen spricht, werde ich versuchen zu differenzieren.
Irgendwas muss die Materie ja in einem winzigen Punkt gedrückt haben. Wenn es nicht die Raumzeit selbst war, was dann? Die bloße Gravitation? Was hat dann die Expansion ausgelöst wenn nicht ein Kippunkt, was war davor? Diese Sichtweise löst überhaupt nichts. Es hinterlässt lediglich Fragen.
Und warum sollte die Raumzeit nicht kleiner werden können, wenn sie sich ja jetzt auch nachweislich ausdehnt? Soweit ich weiß, ist das die derzeitige Sichtweise in der Wissenschaft. Warum sollte hier kein quadratischer Zusammenhang sein.
Wo es plus gibt, gibt es minus. << das ist runder

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An die Mathematiker 02 06. 2020 21:55 #69706

Falsifikator schrieb: Energie ist für mich eine Materieform. Das ist meine Auslegung von Materie. Wenn etwas dagegen spricht, werde ich versuchen zu differenzieren.

Eigentlich ist "Energie" der Oberbegriff, aber oft wird auch "Masse" gesagt. Es ist aber schon wichtig beim Urknall Energie (Photonen) von Masse zu unterscheiden. Beides unterliegt unterschiedlichen Gesetzen bei der Expansion.

Falsifikator schrieb: Irgendwas muss die Materie ja in einem winzigen Punkt gedrückt haben.

Das ist der falsche Ausgangspunkt. Das setzt ein "davor" voraus, über das wir überhaupt nichts wissen.

Falsifikator schrieb: Was hat dann die Expansion ausgelöst wenn nicht ein Kippunkt, was war davor?

Auch darüber wissen wir eigentlich nichts. Allenfalls die Quantenphysik könnte die Antwort liefern, womöglich ist es ja einfach die UR.

Falsifikator schrieb: Und warum sollte die Raumzeit nicht kleiner werden können, wenn sie sich ja jetzt auch nachweislich ausdehnt?

Das war die gängige Sichtweise bis Ende der 1990er Jahre, was zum Nobelpreis 2011 führte. Die Vakuumenergie ist erst danach aufgeblüht, wenn ich mich nicht irre.
Ich zitiere mich selbst: www.uwudl.de/forum/2-7-die-entstehung-vo...m-urknall.html#66665
Nachdem das
(a) statische Universum durch Hubble/Lemaitre (1927) widerlegt wurde, lag das
(b) zyklische (einmalig oder auch mehrfach zyklische) Universum nahe, bis die
(c) beschleunigte Expansion des Universums (Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt 2003) beobachtet/berechnet wurde.(Nobelpreis 2011)

Die Ansicht (a) bestand tausende Jahre, Ansicht (b) knapp hundert Jahre, Ansicht (c) hält sich nun schon zig Jahre.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 21:57 #69707

Falsifikator schrieb:
Irgendwas muss die Materie ja in einem winzigen Punkt gedrückt haben.

Masse ist äquivalent mit Energie um den Faktor c2
Ein fast unendlich kleiner Punkt, mit einer Ruhemasse höher als Null bewegt sich mit c und trägt damit unendlich viel Bewegungsenergie mit sich (äquivalent mit Masse). Da man für das gesamte Universum nicht unendlich viel Energie benötigt, bewegt sich dieser Punkt nicht mit c, kann er aufgrund seiner Ruhemasse auch nicht, aber er bewegt sich fast mit c. Damit ist die ganze Energie (Masse) in einem Punkt vereint, was man später für das Universum braucht. Ach ja, eines braucht man noch dazu, einen relativ dazu ruhenden Bezugspunkt, mit dem dieser Punkt kollidiert. Nach der Kollision (Urknall) bremst sich ein Teil der Energie auf unter c (Kosmische Inflation). Erst unter c entsteht Masse. Der restliche Teil der Energie bleibt im Dunkeln und im Dunkeln ist gut munkeln :)

Also, wo ist dein Problem?

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An die Mathematiker 02 06. 2020 22:16 #69709

ra-raisch schrieb:

Falsifikator schrieb: Energie ist für mich eine Materieform. Das ist meine Auslegung von Materie. Wenn etwas dagegen spricht, werde ich versuchen zu differenzieren.

Eigentlich ist "Energie" der Oberbegriff, aber oft wird auch "Masse" gesagt. Es ist aber schon wichtig beim Urknall Energie (Photonen) von Masse zu unterscheiden. Beides unterliegt unterschiedlichen Gesetzen bei der Expansion.

Falsifikator schrieb: Irgendwas muss die Materie ja in einem winzigen Punkt gedrückt haben.

Das ist der falsche Ausgangspunkt. Das setzt ein "davor" voraus, über das wir überhaupt nichts wissen.

Falsifikator schrieb: Was hat dann die Expansion ausgelöst wenn nicht ein Kippunkt, was war davor?

Auch darüber wissen wir eigentlich nichts. Allenfalls die Quantenphysik könnte die Antwort liefern, womöglich ist es ja einfach die UR.

Falsifikator schrieb: Und warum sollte die Raumzeit nicht kleiner werden können, wenn sie sich ja jetzt auch nachweislich ausdehnt?

Das war die gängige Sichtweise bis zum Nobelpreis. Die Vakuumenergie ist erst danach aufgeblüht.


Materie umfasst für mich eben alles. Mag sein, dass dies nicht exakt ist. Aber Energien sehe ich als pure Energie, ohne Massen da mit einzuschließen. Und Massen sind "kondensierte" Energien, also lediglich eine festere Energieform.
Wir können uns aber auch auf Energie einigen, wenn dir das wichtig ist.

Ich versuche lediglich die losen Enden die wir vor uns haben zu verbinden. Auf der einen Seite der Beginn des Universums. Auf der anderen Seite der Istzustand des Universums. Das ist natürlich eine rein hypothetische Betrachtung, aber immerhin ein Versuch das ganze rund zu machen.
Es geht hier lediglich darum eine eigene Vorstellung zu entwickeln. Wenn die Physik sagt, so kann das nicht sein, dann kann man ja seine Vorstellung anpassen.
Die Vakuumenergie entsteht doch durch den zusätzlichen Raum oder nicht. Die schließt eine höhere Ordnung überhaupt nicht aus. Sie ist lediglich ein Phänomen der Ausdehnung. Mehr Raumzeit = mehr Vakuumenergie. Das diese ebenfalls einen Einfluss hat, braucht gar nicht bestritten werden.

Einstein trug mal vor: "Der seltsame Schluss zu dem wir gekommen sind, ist also dieser, dass es nun erscheint dass der Raum als das primäre Ding zu betrachten ist und die Materie als von ihm abgeleitet, sozusagen als sekundäres Resultat. [...] Wir haben immer Materie als das primäre Ding betrachtet und den Raum als das sekundüre Resultat. Der Raum nimmt nun sozusagen seine Rache und verschlingt die Materie"

Das deckt sich mit meiner Vorstellung. Die Spielwiese ist die Raumzeit. Die Materie der Fremdkörper in ihr. Raumzeit deswegen, weil es sogar nach Einstein konsequenter ist, den Raum immer nur in Verbindung mit der Zeit zu nennen wenn wir über kosmologische Maßstäbe sprechen.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 22:24 #69711

badhofer schrieb:

Falsifikator schrieb:
Irgendwas muss die Materie ja in einem winzigen Punkt gedrückt haben.

Masse ist äquivalent mit Energie um den Faktor c2
Ein fast unendlich kleiner Punkt, mit einer Ruhemasse höher als Null bewegt sich mit c und trägt damit unendlich viel Bewegungsenergie mit sich (äquivalent mit Masse). Da man für das gesamte Universum nicht unendlich viel Energie benötigt, bewegt sich dieser Punkt nicht mit c, kann er aufgrund seiner Ruhemasse auch nicht, aber er bewegt sich fast mit c. Damit ist die ganze Energie (Masse) in einem Punkt vereint, was man später für das Universum braucht. Ach ja, eines braucht man noch dazu, einen relativ dazu ruhenden Bezugspunkt, mit dem dieser Punkt kollidiert. Nach der Kollision (Urknall) bremst sich ein Teil der Energie auf unter c (Kosmische Inflation). Erst unter c entsteht Masse. Der restliche Teil der Energie bleibt im Dunkeln und im Dunkeln ist gut munkeln :)

Also, wo ist dein Problem?

Das mag alles so richtig sein was du schreibst. Aber das ist nicht mein Punkt. Ich frage nach der Ursache dieser Verdichtung. Nicht wie die Verdichtung ausgesehen hat. Oder die Ausdehnung der Energien.
Also den Grund für diese "Singularität". Vielleicht ist es doch eine "Pluralität"? haha

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An die Mathematiker 02 06. 2020 22:25 #69712

Falsifikator schrieb: Das deckt sich mit meiner Vorstellung. Die Spielwiese ist die Raumzeit. Die Materie der Fremdkörper in ihr. Raumzeit deswegen, weil es sogar nach Einstein konsequenter ist, den Raum immer nur in Verbindung mit der Zeit zu nennen wenn wir über kosmologische Maßstäbe sprechen.

Im Prinzip ja, aber gerade in der Kosmologie spricht man nur vom Raum. Die Zeit ist dabei nicht gekrümmt etc.

Falsifikator schrieb: Ich frage nach der Ursache dieser Verdichtung. Nicht wie die Verdichtung ausgesehen hat. Oder die Ausdehnung der Energien.
Also den Grund für diese "Singularität". Vielleicht ist es doch eine "Pluralität"? haha

Wie ich schon sagte, ist das die Frage nach "was war vor dem Urknall", und das ist nahezu unphysikalisch, wenn man eben wie üblich davon ausgeht, dass das Universum mit dem Urknall entstanden ist.

Es ist ja so, dass man die Expansion beobachtet und bis zu einem Urknall zurückrechnet. Wie sollte man denn auf etwas davor zurückrechnen?

Im Prinzip kann man vernünftig nur bis zur Planckäre zurücrechnen. Alles davor, also auch die Stunde Null, sind eher "Geisterstunde", da läuft die Zeit gar nicht so richtig.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 22:32 #69713

ra-raisch schrieb:

Falsifikator schrieb: Das deckt sich mit meiner Vorstellung. Die Spielwiese ist die Raumzeit. Die Materie der Fremdkörper in ihr. Raumzeit deswegen, weil es sogar nach Einstein konsequenter ist, den Raum immer nur in Verbindung mit der Zeit zu nennen wenn wir über kosmologische Maßstäbe sprechen.

Im Prinzip ja, aber gerade in der Kosmologie spricht man nur vom Raum. Die Zeit ist dabei nicht gekrümmt etc.

Falsifikator schrieb: Ich frage nach der Ursache dieser Verdichtung. Nicht wie die Verdichtung ausgesehen hat. Oder die Ausdehnung der Energien.
Also den Grund für diese "Singularität". Vielleicht ist es doch eine "Pluralität"? haha

Wie ich schon sagte, ist das die Frage nach "was war vor dem Urknall", und das ist nahezu unphysikalisch, wenn man eben wie üblich davon ausgeht, dass das Universum mit dem Urknall entstanden ist.

Es ist ja so, dass man die Expansion beobachtet und bis zu einem Urknall zurückrechnet. Wie sollte man denn auf etwas davor zurückrechnen?


Die Zeit ist nicht gekrümmt? Das halte ich für einen fatale Missdeutung. Was denn nun ist Raumzeit eine untrennbare Einheit oder nicht? Man kann den Raum gesondert betrachten, aber zu behaupten die Zeit sei von der Raumzeit-Krümmung ausgeschlossen ist in meinen Augen falsch!

"Neo, alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende" berühmtes Zitat aus dem Film Matrix.
Und Ur-Knall kann man als Grund bei einer beschleunigten Expansion nicht mehr annehmen. Ein Knall, also eine Explosion verhält sich anders.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 22:40 #69714

Falsifikator schrieb: Die Zeit ist nicht gekrümmt? Das halte ich für einen fatale Missdeutung. Was denn nun ist Raumzeit eine untrennbare Einheit oder nicht? Man kann den Raum gesondert betrachten, aber zu behaupten die Zeit sei von der Raumzeit-Krümmung ausgeschlossen ist in meinen Augen falsch!

Die Expansion wird nicht durch eine Krümmung verursacht, die Krümmung wird mit nahezu Null gemessen. Die Expansion ist rein räumlich.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 22:56 #69717

ra-raisch schrieb:

Falsifikator schrieb: Die Zeit ist nicht gekrümmt? Das halte ich für einen fatale Missdeutung. Was denn nun ist Raumzeit eine untrennbare Einheit oder nicht? Man kann den Raum gesondert betrachten, aber zu behaupten die Zeit sei von der Raumzeit-Krümmung ausgeschlossen ist in meinen Augen falsch!

Die Expansion wird nicht durch eine Krümmung verursacht, die Krümmung wird mit nahezu Null gemessen. Die Expansion ist rein räumlich.

Das habe ich in meiner Aussage auch nie behauptet. Ich sage lediglich, daß man Raumzeit nicht getrennt voneinander betrachten darf. Wenn der Raum gekrümmt wird, wird auch die Zeit unweigerlich gekrümmt. Das mit der Äquivalenz hatten wir doch schon. Das wäre ein Bruch dieser Äquivalenz. Mehr wollte ich damit nicht zum Ausdruck bringen.

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An die Mathematiker 02 06. 2020 23:06 #69719

Falsifikator schrieb: Und Ur-Knall kann man als Grund bei einer beschleunigten Expansion nicht mehr annehmen. Ein Knall, also eine Explosion verhält sich anders.


Weshalb der Urknall ja auch nichts mit einer Explosion gemein hat...

The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

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The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

An die Mathematiker 02 06. 2020 23:40 #69724

Falsifikator schrieb:

ra-raisch schrieb: Die Expansion wird nicht durch eine Krümmung verursacht, die Krümmung wird mit nahezu Null gemessen. Die Expansion ist rein räumlich.

Das habe ich in meiner Aussage auch nie behauptet. Ich sage lediglich, daß man Raumzeit nicht getrennt voneinander betrachten darf. Wenn der Raum gekrümmt wird, wird auch die Zeit unweigerlich gekrümmt.

Der Raum ist aber nicht gekrümmt, er wird auch nicht gekrümmt...

Achso Du meinst die Massen bzw die Energie.
Na das spielt für den urknall keine Rolle. Wir berechnen hier ja keine Geodäten im Urknall sondern beschreiben die Raumdehnung durch den Urknall.

Falls die Zeit damals langsamer ablief, dann bräuchte man dafür einen Vergleichsmaßstab, ansonsten bleibt man bei der Eigenzeit, da dauert jede Sekunde immer eine Sekunde. Wie lange das ohne Krümmung wäre spielt dabei überhaupt keine Rolle. Wir betrachten ja physikalische Vorgänge damals, und die brauchen in Eigenzeit immer gleich lang.

Aber bei der Rotverschiebung hättest Du womöglich Recht, hmmm. Es ist halt so, dass die Expansion das selbe bewirkt wie das Potential. Das Licht muss ja nicht das Potential überwinden, sondern es wird herausexpandiert, wie in einem Lift. Es wird also durch die Potentialänderung nicht schwächer sondern nur durch die Expansion gedehnt.

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An die Mathematiker 03 06. 2020 01:36 #69739

ra-raisch schrieb:

Falsifikator schrieb:

ra-raisch schrieb: Die Expansion wird nicht durch eine Krümmung verursacht, die Krümmung wird mit nahezu Null gemessen. Die Expansion ist rein räumlich.

Das habe ich in meiner Aussage auch nie behauptet. Ich sage lediglich, daß man Raumzeit nicht getrennt voneinander betrachten darf. Wenn der Raum gekrümmt wird, wird auch die Zeit unweigerlich gekrümmt.

Der Raum ist aber nicht gekrümmt, er wird auch nicht gekrümmt...

Achso Du meinst die Massen bzw die Energie.
Na das spielt für den urknall keine Rolle. Wir berechnen hier ja keine Geodäten im Urknall sondern beschreiben die Raumdehnung durch den Urknall.

Falls die Zeit damals langsamer ablief, dann bräuchte man dafür einen Vergleichsmaßstab, ansonsten bleibt man bei der Eigenzeit, da dauert jede Sekunde immer eine Sekunde. Wie lange das ohne Krümmung wäre spielt dabei überhaupt keine Rolle. Wir betrachten ja physikalische Vorgänge damals, und die brauchen in Eigenzeit immer gleich lang.

Aber bei der Rotverschiebung hättest Du womöglich Recht, hmmm. Es ist halt so, dass die Expansion das selbe bewirkt wie das Potential. Das Licht muss ja nicht das Potential überwinden, sondern es wird herausexpandiert, wie in einem Lift. Es wird also durch die Potentialänderung nicht schwächer sondern nur durch die Expansion gedehnt.

Du hast glaube ich noch nicht erfasst worauf ich genau hinaus möchte.
Was ist, wenn die Raumzeit als solche für die Expansion verantwortlich ist. Die Massen folgen lediglich der Raumzeit. Haben 0 Einfluss auf die Ausdehnung. Sie wechselwirken lediglich untereinander und krümmen in einigen Bereichen lediglich die Raumzeit.
Die Raumzeit selber folgt einem Prinzip von Ausdehnung und Kontraktion. Ohne jeglichen Einfluss von etwas Anderem.
Bei diesem Wechselspiel befinden wir, bzw. die Galaxien die wir sehen, in einer Ausdehnung. Bis zu einem Kippunkt. Ab da kontrahiert die Raumzeit eben in die andere Richtung. Und drückt damit unweigerlich jegliche Materie zusammen. Bis der nächste Kippunkt kommt. Ganz unabhängig von der Materie, fängt das Spiel von vorne an.
Die Begründung die ich hätte wäre eben ein quadratischer Zusammenhang. Den Beginn des Universums. Die derzeitige beschleunigte Expansion.
Nehme ich alles in der Zusammenschau, schließe ich genau darauf, daß die Raumzeit selber verantwortlich ist.

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An die Mathematiker 03 06. 2020 02:25 #69744

Alles möglich, das einzige was wir sehen, ist die Rotverschiebung und die Entfernungen.
Im Nahbereich ist die Rotverschiebung linear mit der Entfernung. v=H°D.
Je weiter weg, desto mehr krümmt sich der Faktor allmählich.
Die CMBR weist eine Rotverschiebung von z=1090 aus.

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An die Mathematiker 03 06. 2020 07:31 #69746

Falsifikator schrieb: Bei diesem Wechselspiel befinden wir, bzw. die Galaxien die wir sehen, in einer Ausdehnung. Bis zu einem Kippunkt. Ab da kontrahiert die Raumzeit eben in die andere Richtung. Und drückt damit unweigerlich jegliche Materie zusammen. Bis der nächste Kippunkt kommt. Ganz unabhängig von der Materie, fängt das Spiel von vorne an.


Das Problem hierbei ist, dass wir derzeit keinerlei physikalischen Anhaltspunkt für eiinen Kippmechanismus haben, der das Universum wieder zusammenzieht. Die Gravitation ist mittlerweile zu schwach bzw. der Raum zu groß und einen weiteren anziehenden Mechanismus kennen wir nicht.

Das Universum verhält sich nicht so, wie wir es gerne hätten.

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An die Mathematiker 03 06. 2020 10:06 #69748

ClausS schrieb:

Falsifikator schrieb: Bei diesem Wechselspiel befinden wir, bzw. die Galaxien die wir sehen, in einer Ausdehnung. Bis zu einem Kippunkt. Ab da kontrahiert die Raumzeit eben in die andere Richtung. Und drückt damit unweigerlich jegliche Materie zusammen. Bis der nächste Kippunkt kommt. Ganz unabhängig von der Materie, fängt das Spiel von vorne an.


Das Problem hierbei ist, dass wir derzeit keinerlei physikalischen Anhaltspunkt für eiinen Kippmechanismus haben, der das Universum wieder zusammenzieht. Die Gravitation ist mittlerweile zu schwach bzw. der Raum zu groß und einen weiteren anziehenden Mechanismus kennen wir nicht.

Das Universum verhält sich nicht so, wie wir es gerne hätten.


Da hast du natürlich recht. Die Natur ist die Natur. Aber wir können versuchen zu verstehen wie sie funktionieren könnte.
Einige Anhaltspunkte haben wir ja. Diese Punkte müssen wir nur sinnvoll miteinander verknüpfen. Wenn da dann etwas stimmiges dabei rauskommt, könnte es zumindest so sein...
Man kann ohne weiteres den "Urknall" als ein Kippmechanismus beschreiben. Ein Punkt ab dem das Universum angefangen hat sich auszudehnen. Mit Universum meine ich die Raumzeit. Die Raumzeit trägt den den Wert hoch3 in sich, womit wir von einem quadratischen Zusammenhang ausgehen können.
Weiter beobachten wir daß sich das Universum beschleunigt Ausdehnt. Womit dieser quadratische Zusammenhang eben wieder bestätigt wird.
Bei einer quadratischen Gleichung, kommt immer sowohl ein positives, als auch negaitves Ergebnis raus. Womit wir also davon ausgehen können, daß es, wenn es sich im Moment ausdehnt, irgendwann auch wieder zusammenziehen müsste. Diesen Kippunkt kann ich dir nicht nennen, wann es soweit ist. Aber wenn ich eben alles zusammen nehme, komme ich für mich persönlich zu dem Schluss, daß wir es mit einem aalglatten Kreislauf zu tun haben. Was wiederum diverse in der Natur vorkommende Kreisläufe als Indiz bestätigen könnten.

Was ich weiterhin sage ist, daß sich eventuell herausfinden ließe, wann es soweit sein könnte. Ganz sicher aber könnte man das derzeitige Alter herausbekommen.
Man braucht nur die Messdaten auf die Funktion x3 zu legen. Dann hat man einen ungefähren Anhaltspunkt wo wir uns auf diesem Graphen befinden.
Interpoliert man das runter, bzw. gibt man der x-Achse einen stimmigen Zeitwert, muss man nur gucken zu welcher Zeit der Graph die x und y-Achse schneidet und wir haben den Beginn.
Rechnen wir dann noch herein, daß das was wir sehen früher stattgefunden hat, bekommen wir eine ungefähre Ahnung über das tatsächliche Alter des Universums.
Es ist also nicht so, dass es unmöglich wäre der Natur auf die Schliche zu kommen. Man muss aber eben Annahmen machen. Wenn die sich mit der Realität decken, könnte man auf dem richtigen Weg sein.

Meine Annahme diesbezüglich ist, wir befinden uns mit unserem Universum auf dem Graphen der Funktion x3.
Und das Universum unterliegt einem Kreislauf.
Nachtrag: Ich rede ausschließlich von der Raumzeit, ohne jegliche Betrachtung der Materie in ihr.

Gruß

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An die Mathematiker 03 06. 2020 10:49 #69755

Falsifikator schrieb: Die Raumzeit trägt den den Wert hoch3 in sich, womit wir von einem quadratischen Zusammenhang ausgehen können.

Die Raumzeit trägt keinen Wert in sich, und schon gar keinen hoch 3.
Wenn Du die vier Dimensionen der Raumzeit meinst, dann sind das vier.
Hoch 3 nennt man kubisch.
Quadratisch wäre hoch 2.

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An die Mathematiker 03 06. 2020 12:26 #69771

ra-raisch schrieb:

Falsifikator schrieb: Die Raumzeit trägt den den Wert hoch3 in sich, womit wir von einem quadratischen Zusammenhang ausgehen können.

Die Raumzeit trägt keinen Wert in sich, und schon gar keinen hoch 3.
Wenn Du die vier Dimensionen der Raumzeit meinst, dann sind das vier.
Hoch 3 nennt man kubisch.
Quadratisch wäre hoch 2.


Ok dann muss ich da genauer sein in meiner Ausführung. Betrachten wir nur den Raum, der hat eine kubische Ausdehnung und damit eine hoch3.
Auch hiervon sollte die Wurzel einen negativen und einen positiven Wert zur Verfügung stellen. Das meinte ich mit quadratischen Zusammenhang. Aber natürlich hast du recht, das ist unsauber formuliert.
Es geht hier ja hauptsächlich um den Raum, daher kann ich meine Zeitvorstellung da komplett außen vor lassen.
Man kann es drehen und wenden wie man will, es kommen immer 2 Lösungen heraus. Eine positive und eine negative.
Genau dies wollte ich beim Verbinden der losen Punkte eben mit berücksichtigen.

Was genau ist daran falsch?

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