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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 30 09. 2020 02:21 #77029

Hallo ihr lieben!

Dieses extreme Thema lässt mich seit langer Zeit schon nicht in Ruhe und heute wollte ich mir just for fun einfach mal wieder ein paar Zahlen mehr zu Gemüte führen. Ich bin da sicher nicht alleine :) Es gibt ja schon die ein oder andere Seite mit hypotetischen Raumschiffen, die in ein schwarzes Loch fliegen und die Beschleunigungen, die bei x km Abstand wirken ect. Folgendes hätte ich gerne berechnet, dazu habe ich auch nirgends was gefunden:

Ein Astronaut (Gewicht 80kg, Größe 2m) will mit seinen eigenen Augen einmal ein schwarzes Loch gesehen haben und für dieses Gedankenexperiment werden natürlich alle anderen möglichen Todesuraschen ausklammert und nur die Gravitationswirkung auf den Körper berücksichtigt. Für sein Leben will er, dass der Schwarzschildradius kurz vor seiner Bewusstlosigkeit (das könnte vielleicht bei 6g innerhalb 30s der Fall sein) mindestens 40° des Sehwinkels für ihn gehabt hat.
Wie massereich müsste das SL dafür sein und welchen Abstand hätte man dann zum Ereignishorizont? Wie lange würde er dann noch weiterfliegen bis dann die Spagghettisierung stattfindet (oder bis er den Ereignishorizont passiert?)? Und wie groß wäre dann das SL für den Astronauten?

Ich hab einfach mal auf gut Glück M87 hergenommen und damit zum Thema Spagghettisierung (wenn über die gesamte Körperlänge 10000N auf die Füße wirken. 5000N würden aber schätz ich auch schon reichen) rumgerechnet. Sicher mit einigen Fehlern, ich bin nicht mehr sonderlich geübt. Für mich ist rausgekommen, dass das bei einer Entfernung von 83.6 Mrd. km Abstand zum Schwarzschildradius der Fall wäre. Und dass da dann das SL für den Astonauten 13,6° des Sehwinkels gehabt hätte. Zum Vergleich: 10° wären grob eine ausgestrecke Faust.

Vielleicht hat ja wer Lust, mich zu korrigieren/überprüfen oder das Thema weiter mit Zahlen zu füttern? Ich glaub nämlich nicht, dass da sie stinknormale Gravitationsformel reicht, spätestens, wenn die Zeitspanne der kritischen Beschleunigungseinwirkung mit berücksichtigt werden soll...

Bin gespannt auf euere Reaktionen :) Ihr könnt mich auch sehr gerne einfach nur beschimpfen xD

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 30 09. 2020 17:29 #77052

Die Gravitationskraft am Schwarzschild Radius sind abhängig von der Masse des Schwarzen Lochs, je größer die Masse des SLs, desto geringer die Gravitationskraft am Schwarzschild Radius.

Wenn ich die Gravitationskraft nach Newton abschätze gilt: F = G*m*M/r²

Der Schwarzschild Radius ist definiert als: Rs = 2*G*M/c²

Daraus ergibt sich die Gravitationskraft am Schwarzschild Radius (wenn ich mich nicht verrechnet habe): F = G*m*M/(2*G*M/c²)² = m*c4/(4*G*M)

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 30 09. 2020 20:29 #77055

ClausS schrieb: m*c4/(4*G*M)

korrekt, in Koordinatengrößen:
gs = κ = c4/(4G·M) = c²/2rs

Allerdings wirkt dies lokal wegen der Zeitdilatation viel stärker
g' = g/σ → ∞
und aus der Ferne sieht es ebenfalls wegen der Zeitdilatation wie Stillstand aus.

Im freien Fall müßte man es wegen der relativistischen Addition, relativen kinetischen Energie etc erneut anders berechnen.
g" = g'/γ² wenn ich nicht irre.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 30 09. 2020 23:09 #77067

Hallo,

ich glaube in der Rechnung ist ein grundsätzlicher Denkfehler. Wenn der Astronaut als "Frei Faller" in das SL fällt, dann hat er keinen Boden unter den Füßen.
Daraus folgt, dass er gar keinen Druck fühlt. Der Körper des Astronauten kann nur die Differenz der Gravitation von Kopf bis zum Fuß feststellen. Ich glaube nicht, dass die bei dieser großen Entfernung auf 2m eine Differenz von 10000N auftreten. Das ist doch etwas hoch.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 30 09. 2020 23:43 #77070

Cossy schrieb: Ich glaube nicht, dass die bei dieser großen Entfernung auf 2m eine Differenz von 10000N auftreten. Das ist doch etwas hoch.

Die genaue Formel lautet (in unmittelbarer Nähe bei r ≈ rs)
κ·m(h²+2h·rs)/(rs+h)² ≈ 2h·κ·m/rs = 2h·c²m/rs²
setzen wir h=2 m, m=100 kg, rs = 4 km für einen Weißen Zwerg oder Neutronenstern, erhalten wir
400×300000000²/16000000 N = 2250000000000 N

Die allgemeine Formel lautet
(g1-g2)m ≈ g·m/(1+r/2h)
Setzen wir r=10000 km für die Oberfläche des Weißen Zwergs:
g = rs²κ/r² = c²/rs·rs²/r² = 300000000²·4000/10000000² m/s² = 3600000 m/s²
g·m/(1+r/2h) = 144 N
Beim Neutronenstern mit r=10 km ergeben sich also
144000000000 N

Das sind Koordinatenwerte, also ohne Berücksichtigung der zusätzlichen lokalen Faktoren.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 01 10. 2020 06:24 #77080

Wow... Schön dass hier gleich so eine detaillierte Resonanz passiert ist!

Danke an ClausS erstmal, das ist sogar so verständlich, dass ich 1. fast schon selber draufkommen hätte können und 2. jetzt schon mal etwas weiter rumrechnen kann. Die Frage ist halt, ob ich durch die Bestimmung der tatsächlichen Gravitationskraft bei einem bestimmten Abstand zum Zentrum des SL auf die tatsächlich wirkende Kraftdifferenz auf die Füße schließen kann? Oder ist das wirklich so einfach zu sehen und ich hab einen unnötigen Knoten im Hirn? Weil ich denk mir: Wenn ich zum Bunjee-Jumpen gehe und falle, fühle ich mich schwerelos. Ich spühre definitiv keine Kraft auf mich wirken (nur den Luftwiderstand) und es wirkt aber die selbe Beschleunigung von 1g auf mich, wie wenn ich stehe, wo ich schon eine Kraft auf mich einwirken spühre. Kann ich also wirklich im freien Fall nur von der Beschleunigung/Gravitationskraft auf die auf die Füße wirkende Differenzkraft schließen?

Vielen Dank natürlich auch an ra-raisch! Das hat mich jetzt zwar etwas überfordert, ich schätz mal ich muss mich da erstmal noch besser einlesen in Sachen Zeitdilatation und Koordinatenwerte... wobei ich mir gerade nicht sicher bin, wie die Zeitdilatation die visuelle Wahrnehmung des Astronauten beeinflussen würde?... so wie ichs verstanden habe, würde es einem extrernen Beobachter Schritt für Schritt langsamer vorkommen, das ist klar. Aber würde sich wirklich die Sichtänderung des Astronauten selber auch Schritt für Schritt verlangsamen? Das wäre irgendwie gruselig... glaub ich aber irgendwie gerade noch nicht.
Und mit den Koordinatenwerten... was berücksichtigen die jetzt konkret, was die klassischen Formeln vom Claus, die mir klar sind, noch nicht tun?
Irgendwie hab ich noch nicht das Gefühl, dass ich jetzt schon die ursprüngliche Fragestellung komplett beantworten kann...

Das Argument von Cossy triffts ein bischen, was ich meine... weil nur, weil auf den Astronauten eine Gravitation x wirkt heist das ja noch lange nicht, dass der dann zwangsläufig im freien Fall eine berechenbare Differenzkraft y auf den Füßen spührt. Nur, wenn er durch irgendwas auf einem konstanten Abstand gehalten würde. Oder denk ich da verkehrt?

Vielleicht war die Frage zu ungenau gestellt? Wie wäre es, wenn man für das Szenario noch den Ausgangs-Status festlegt? Der Astronaut beginnt mit seinem freien Fall bei einer Gravitation von 1g. Die Gravitation muss ja dann exponentiell und ab einem bestimmten Punkt schlagartig exponentiell zunehmen. Und durch die Zunahme der Gravitation dann auf die resultierende Gezeitenkraft auf die Füße schließen. Oder gäbe es da sogar noch andere Kräfte, die durch die Trägheit irgendwann zustandekämen? Ist da nicht sowas wie eine Integralrechnung gefragt?

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 01 10. 2020 06:48 #77081

Der Astronaut spürt an seinen Füßen gar keine Kraft, da nichts dagegen drückt. Er steht ja nicht auf einem Untergrund, welcher den Fall stoppt.
Er kann nur die Differenz an Kraft wahrnehmen, auf den 2m Abstand an seinem eigenen Körper. Also den Unterschied von g an den Füßen und an dem Kopf. Daher kommt mir dein Wert sehr hoch vor.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 01 10. 2020 09:55 #77082

Schnuppi schrieb: Aber würde sich wirklich die Sichtänderung des Astronauten selber auch Schritt für Schritt verlangsamen? Das wäre irgendwie gruselig... glaub ich aber irgendwie gerade noch nicht.

Nein, die Sichtweise wird nicht verlangsamt sondern sozusagen beschleunigt. Daher die Blauverschiebung. Die Zeitdilatation wirkt sich hier unmittelbar auf die subjektive Energie und Kräfte aus, wie bei der Blauverschiebung, weil die Uhren als Basis der Koordinatenwerte schneller ticken, während die lokalen Ereignisse langsamer ablaufen.

Cossy schrieb: Der Astronaut spürt an seinen Füßen gar keine Kraft, da nichts dagegen drückt. Er steht ja nicht auf einem Untergrund, welcher den Fall stoppt.
Er kann nur die Differenz an Kraft wahrnehmen, auf den 2m Abstand an seinem eigenen Körper. Also den Unterschied von g an den Füßen und an dem Kopf. Daher kommt mir dein Wert sehr hoch vor.

Naja am Kopf spürt er deshalb einen Zug nach oben wie an den Füßen einen Zug nach unten.

Cossy schrieb: Oder ist das wirklich so einfach zu sehen

Es ist total einfach:
Fver = m·Δg = m·[g(Füße)-g(Kopf)]
Es kommt zwar noch die horizontale Gezeitenkraft dazu.
Fhor = Fver/2

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 03 10. 2020 00:28 #77132

ra-raisch schrieb: Nein, die Sichtweise wird nicht verlangsamt sondern sozusagen beschleunigt. Daher die Blauverschiebung. Die Zeitdilatation wirkt sich hier unmittelbar auf die subjektive Energie und Kräfte aus, wie bei der Blauverschiebung, weil die Uhren als Basis der Koordinatenwerte schneller ticken, während die lokalen Ereignisse langsamer ablaufen.

Ok, also läuft seine Armbanduhr oder auch biologische Uhr, auf die er in dem Moment schaut, zunehmend schneller und es wird gewissermaßend die Zeit selbst beschleunigt??
ra-raisch schrieb: Es ist total einfach:
Fver = m·Δg = m·[g(Füße)-g(Kopf)]

Ja, soweit war ich theoretisch auch schon vor meiner Threaderstellung^^
Heisst vermutlich dann (mUnterkörper·gUnterkörper)-(mOberkörper·gOberkörper)

Ich hab da in meinen ersten billigen Gedanken, vor der Threaderöffnung einfach (G·mSL·mAstronaut·1/r) -(G·mSL·mAstronaut·1/r+2meter)=10000N gerechnet. Aber dann hab ich ja nur das entsprechende r bei einer gegebenen mSL.

Was ich wissen will ist, bei welcher mSL ist Fver = 10000N, wenn die scheinbare Größe/Sehwinkel 40° beträgt.
Wenn nach der Formel der "Scheinbaren Größe" auf wiki rs=0,73r ist und r = rAstronaut zu Ereignishorizont-rs
ist anscheinend rs=0,42rAstronaut zu Ereignishorizont

Soll ich jetzt einfach rs=2·G·M·1/c2 und rs=0,42rAstronaut zu Ereignishorizont (also 2·G·M·1/c2=0,42rAstronaut zu Ereignishorizont) in (G·mSL·mAstronaut·1/r) -(G·mSL·mAstronaut·1/r+2meter)=10000N
einsetzen?
ra-raisch schrieb: Es kommt zwar noch die horizontale Gezeitenkraft dazu.
Fhor = Fver/2


Okay... aber die resultiert ja aus der Gezeitenkraft, die bereits vertikal wirkt, oder wirkt die unabhängig? Das würd ich jetzt nicht verstehen...

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 03 10. 2020 01:48 #77134

Schnuppi schrieb:

ra-raisch schrieb: Nein, die Sichtweise wird nicht verlangsamt sondern sozusagen beschleunigt. Daher die Blauverschiebung. Die Zeitdilatation wirkt sich hier unmittelbar auf die subjektive Energie und Kräfte aus, wie bei der Blauverschiebung, weil die Uhren als Basis der Koordinatenwerte schneller ticken, während die lokalen Ereignisse langsamer ablaufen.

Ok, also läuft seine Armbanduhr oder auch biologische Uhr, auf die er in dem Moment schaut, zunehmend schneller und es wird gewissermaßend die Zeit selbst beschleunigt??

Die Koordinatenwerte sind die Werte der flachen Raumzeit. Lokal (im Potential) ticken die Uhren langsamer.

Schnuppi schrieb: Heisst vermutlich dann (mUnterkörper·gUnterkörper)-(mOberkörper·gOberkörper)

Nein, man muss die Gesamtmasse rechnen, es wird dabei von einer homogenen Masse ausgegangen, aber die Verteilung ist nicht ganz so wichtig. Die Formel ist auch nur eine Näherung, weil h² gegenüber h·r vernachlässigt wird für Δr=h ≪ r....das passt ja bei h=2 m

Schnuppi schrieb: Was ich wissen will ist, bei welcher mSL ist Fver = 10000N, wenn die scheinbare Größe/Sehwinkel 40° beträgt.

Bezüglich Sichtwinkel habe ich wenig Erfahrung, aber soweit ich weiß, wird das mittels Raytracing berechnet, also nicht analytisch.

Schnuppi schrieb:

ra-raisch schrieb: Es kommt zwar noch die horizontale Gezeitenkraft dazu.
Fhor = Fver/2

Okay... aber die resultiert ja aus der Gezeitenkraft, die bereits vertikal wirkt, oder wirkt die unabhängig? Das würd ich jetzt nicht verstehen...

Es ist das selbe Phänomen aber der Druck wirkt horizontal und der Zug vertikal.

Schnuppi schrieb: (G·mSL·mAstronaut·1/r) -(G·mSL·mAstronaut·1/r+2meter)=10000N

Wenn Du G·M rechnest, musst Du auch 1/r² rechnen, dabei läßt man dann bei (r+h)² → den Term h² weg.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 03 10. 2020 10:55 #77138

Wie ich gerade von Yukterez erfahren habe, kann man bei einem statischen SL (nicht rotierend) sehr wohl die Rechnungen durchführen.

Für einen idealen FFO (dr/dτ=²(rs/r)c) gilt "dann ist der Winkeldurchmesser des schwarzen Lochs 40° wenn der Beobachter sich bei r=8.0974682 befindet."
also ca r ≈ 4rs.

Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass man insoweit auch zwischen dem SL und dem Schatten des SL unterscheiden müßte, und hier geht es wohl um den Schatten, also den optischen Eindruck gemäß Lichtbeugung.

Nach "Falling into a Schwarzschild black hole - Geometric aspectsThomas Müller 22.10.2007"

(14) cos.(ξcrit) = (χ²obs√(1−χØ)√(χobs−χØ)±√(p(χ³obs−χ²obs+p)) / (χ³obs−χØ·χ²obs+p)
Setzt Du χØobs dann ist das der Blickwinkel des FIDO (stationärer Beobachter dr/dτ=0·c)

mit χ=rs/r und Startentfernung für den idealen FFO χØ=rs/∞=0
und p = 4/27 = rs²/rsobs²
mit dem Schattenradius rsobs = ²27rs/2

Die Geschwindigkeit des FFO ist übrigens für den fraglichen Punkt r ≈ 4rs leicht zu berechnen
v = ²(rs/r)c = c/2 = 150000 km/s

Nun reduziert sich also die Frage darauf, für welche Masse bei 4rs der Wert Fv = 10000 N erreicht wird.
Meine früheren Formeln sind zwar nichtrelativistisch. Aus dieser ergibt sich (mit hinreichender Genauigkeit)

Fv = c²/rs·rs²/r²·m/(1+r/2h) mit r=4rs, m=100 kg und h=2 m und zwar für den FFO
10000 N = 100c²/16(rs+2rs²/h) kg
rs+2rs²/h = c²/1600 s²/m
rs = 7,5e+6 m = 7500 km also M = 5e+33 kg = 2538,7 Mo Sonnenmassen
r = 3e+7 m = 30000 km = 0.0002 AE = 4,7 ae Erdradien

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 05 10. 2020 03:39 #77240

Okay, sehr ausführliche Antwort! Mit viel Ansätzen zur Weiterrecherche :-) Vielen Dank dafür und auch für den Tipp von Thomas Müller...

Ich hätte mich ja wetten trauen, dass das SL sehr viel massereicher sein müsste (ich hätte da wenigstens ein paar Mio. Sonnenmassen gedacht) um die um bei einer Spaghettisierung satte 40° Sichtwinkel herzugeben.

Aber nach der Rechnung von ra-raisch, braucht anscheinend das SL nur 2538 Sonnenmassen und einen Schwarzschildradius von 7500 km zu haben.
Man würde sich auf ca. 50% der Lichtgeschwindigkeit befinden (das kommt mir dann wiederrum sehr hoch vor, dafür dass es dann "nur " 10000N Kraftunterschied zwischen Kopf und Fuß ist.) und in nur 30000 km und schätzungsweise weniger als 0,1 Sekunden den Ereignishorizont passieren (dafür kommen mir 50% Lichtgeschwindigkeit wieder eher wenig vor, wenn der Astronaut in ca. 0.1 Sekunden ja dann auf 1c sein muss...) Also sieht mans nur so kurz, dass es zum sterben schon fast zu schade ist^^

So kann man sich täuschen... Aber bei so Superlativen wie TON618 hätte man dafür wiederrum alle Zeit der Welt, weil ja die Gravitationskraft mit der Entfernung exponentiell abnimmt und der Schwarzschildradius nur direkt proportional zunimmt. d.h. es wäre immerhin den Ergebnissen dieser Berechnung nach möglich, als FFO in ein SL einer Größe zu fallen, die tatsächlich existiert (und nicht irgendwas utopisch hohes) und dabei bei guten Sichtverhältnissen die wirkliche Erscheinung eines SL zu sehen, ohne vorher auseinandergerissen oder bewusstlos zu werden. (Die zwei Punkte liegen glaub ich ja auch nicht so weit auseinander, wenn bei 10000N und 100kg ungefähr 10g wirken und man bei 5-6g vom Kreislauf her bewusstlos wird.) Das war vermutlich auch der Kern meiner Frage... ob die Masse bekannter SL ausreicht, oder obs allein aufgrund der immensen benötigten Masse schon unrealistisch ist.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 05 10. 2020 16:40 #77289

Schnuppi schrieb: (dafür kommen mir 50% Lichtgeschwindigkeit wieder eher wenig vor, wenn der Astronaut in ca. 0.1 Sekunden ja dann auf 1c sein muss...)


Wieso? Ein massebehafteter Astronaut wird niemals c erreichen können.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 05 10. 2020 17:11 #77291

Schnuppi schrieb: wenn bei 10000N und 100kg ungefähr 10g wirken und man bei 5-6g vom Kreislauf her bewusstlos wird.

Ich bin mir nicht sicher, ob man bei der Verträglichkeit Zug und Druckkraft unterscheiden muss.
Und es wirken ja zusätzlich die horizontalen Druckkräfte mit ca 5g....halb zog es ihn halb sank er hin, sozusagen.

In der Zentrifuge wirken die Kräfte ja seitlich, es ist schon irgendwie anders, wenn man nur mit den Füßen angebunden wäre, denke ich.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 06 10. 2020 03:30 #77331

Ich hab nicht direkt den Astronauten mit einer v = c gemeint, sondern halt die Masse, die sich dann eben in Atome und deren Bestandteile zersetzen würde... aber immerhin würde ja in ca. 0,2-0,1 Sek das Ganze von 50% auf 100% von c beschleunigen.

Wenn die horizontale Druckkraft immerhin 5g grob ausgedrückt ausmacht, müsste man die dann ja separat berücksichtigen... wobei das eine Abweichung von ca. 50% oder meinetwegen auch 100% nicht übersteigen wird, oder? Also in der Größendimension von 2500 bis 5000 Sonnenmassen wird es wohl bleiben.

Der Linseneffekt ist bereits ausreichend berücksichtigt worden nehme ich an... Ich hab da gestern ein schönen Video gesehen, und mich mal noch etwas weiter belesen... dass macht wohl optisch gesehen eine immense Vergrößerung aus, würde man einem SL so nahe kommen ( vimeo.com/8818891 )

Da die Frage jetzt ausreichend beantwortet ist, könnte man (bevor man sich an wahrscheinlicheren Todesursachen zu schaffen macht) weiter überlegen welche direkten Kräfte da noch dem Astronauten sein Panorama verwehren könnten. Gibt es theoretisch z.B. eine absolute Maximalgeschwindigkeit, die ein menschlicher Körper einfach aufgrund der körperlichen Beschaffenheit nicht übersteigen kann? Oder anders gefragt: Welche Wirkungen hätte es auf einen Körper, wenn er mit 0,5c durchs All fliegen würde und man aber der Einfachheit halber noch sämtliche unherschwebende Materie vorerst ausklammern würde?

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 06 10. 2020 10:09 #77335

Schnuppi schrieb: Oder anders gefragt: Welche Wirkungen hätte es auf einen Körper, wenn er mit 0,5c durchs All fliegen würde und man aber der Einfachheit halber noch sämtliche unherschwebende Materie vorerst ausklammern würde?

Das einzige was er davon merkt wäre die Blauverschiebung der Lichtquellen in Bewegungsrichtung, also harte Strahlung, aber das ist wie mit den anderen Teilchen und die sollten ja ausgeklammert werden.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 06 10. 2020 10:11 #77336

Schnuppi schrieb: Ich hab nicht direkt den Astronauten mit einer v = c gemeint, sondern halt die Masse, die sich dann eben in Atome und deren Bestandteile zersetzen würde... aber immerhin würde ja in ca. 0,2-0,1 Sek das Ganze von 50% auf 100% von c beschleunigen.


Wie bereits weiter oben angemerkt, 100% von c geht nicht.

Schnuppi schrieb: Da die Frage jetzt ausreichend beantwortet ist, könnte man (bevor man sich an wahrscheinlicheren Todesursachen zu schaffen macht) weiter überlegen welche direkten Kräfte da noch dem Astronauten sein Panorama verwehren könnten. Gibt es theoretisch z.B. eine absolute Maximalgeschwindigkeit, die ein menschlicher Körper einfach aufgrund der körperlichen Beschaffenheit nicht übersteigen kann? Oder anders gefragt: Welche Wirkungen hätte es auf einen Körper, wenn er mit 0,5c durchs All fliegen würde und man aber der Einfachheit halber noch sämtliche unherschwebende Materie vorerst ausklammern würde?


Die Geschwindigkeit an sich ist nicht relevant, da sie relativ ist. Der Astronaut selbst kann sich immer als ruhend definieren, dann zieht das restliche Universum an ihm vorbei. Relevant ist daher einzig und alleine die Beschleunigung. (Was ein Mensch da aushält, kann man ja nachschlagen.)

The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 06 10. 2020 10:19 #77339

Arrakai schrieb: (Was ein Mensch da aushält, kann man ja nachschlagen.)

Dazu habe ich mir gestern ein Video bei Youtube mit Raab mit Dr.Gerst angesehen, der das und anderes selbst bei ESA ausprobiert hat. 10g wurden vorsichtshalber aber nicht überschritten.

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 07 10. 2020 01:46 #77424

Okay. Dann kännte man ja, bevor man dann die umherfliegende Materie berücksichtigt, die Strahlung eines SL, die ohne das Hineinfallen von Materie vorhanden wäre, als nächsten limitierenden Faktor besprechen? Wenn man als Zeitpunkt des Ablebens des Astronauten 50 Sievert annimmt, müsste man jetzt noch wissen, wie viel % ein Raumanzug vor Strahlung schützt... da hab ich leider nach sicher einer Stunde Suche jetzt nichts brauchbares gefunden. Oder ist das sowieso egal, weil es sich um Gammastrahlung handelt und die ja nur durch dickes Blei abgeschirmt werden kann? Seis drum. Dann hat eben der Astronaut einen dicken Bleianzug um sich, weil er sich gut vorbereitet hat. Die Frage ist, ob das viel helfen würde, wenn die Strahlung nur hart genug ist, würde die ja durch das Blei durchgehen wie nix schätz ich mal? Oder ist das dann auch entfernungsabhängig? Wenn ich soweit richtig vermutet habe, kann man der Einfachheit halber tatsächlich den Punkt des Schutzanzuges vernachlässigen? Ein normaler Raumanzug schützt was ich gelesen habe auch eher vor UV-Strahlen und Beta-Strahlung durch dünne Alubeschichtung...

Ausser Gammastrahlung strahlt ja das SL erstmal nichts ab, oder?

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Spezielle Berechnungen zu schwarzen Löchern 07 10. 2020 09:54 #77434

Schnuppi schrieb: Ausser Gammastrahlung strahlt ja das SL erstmal nichts ab, oder?

Wenn Du die Hawkingstrahlung meinst, dann kannst Du die vergessen, sofern es sich nicht um ein mikroskopisches SL handelt. Die Hawkingstrahlung ist um viele Größenordnungen geringer (P=E/t) als die Hintergrundstrahlung.

Sofern Du von der blauverschobenen Strahlung (zB CMBR) sprichst, die in ein SL hineinfällt, so wird diese für den FFO (Astronaut im freien Fall) wieder rotverschoben.

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