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THEMA: Vom Urknall bis zur A.I.

Vom Urknall bis zur A.I. 21 Apr 2017 01:03 #13538

  • maria.stuart
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Hallo!
Es gibt zwar schon das Thema "Kältetod des Universums", aber mein Beitrag will weiter greifen.
Trotz der lehrreichen Videos und nicht zu Letzt wegen des Buches von Herrn Lesch, bleiben Fragen offen, entstanden Gedanken, die ich zur Diskussion stellen möchte:

Alles hängt doch mit allem zusammen, wie Dustin Hoffman im Film I Heart Huckabees so amüsant und überzeugend zeigt…
Das Universum expandiert seit dem Urknall, geschoben von Gravitationswellen, Zentrifugalkraft und Dunkler Energie, right? Entgegengesetzte Kräfte (Gravitation, Dunkle Materie) lassen Schwarze Löcher verschmelzen und eines Tages werden sich unsere Milchstraße und die Andromeda Galaxie die Hände schütteln… Lernte ich.
Einfliegender Gedanke: Informationen gehen in Schwarzen Löchern verloren, wie Hawkings lange Zeit annahm, den Gedanken aber aufgab und seine Wette als verloren eingestand. Schwer vorstellbar, dass die „Informationen“ am Ereignishorizont des Schwarzen Loches gespeichert werden, abgegeben werden wie Mäntel bei einer Garderobiere…
?
Ist meine Vorstellung wirklich so entsetzlich falsch, dass das Universum nicht den Kältetod sterben wird, weil es überleben will (im übertragendem Sinn) wie jeder Virus, jeder Mensch, immerhin entstehen offenbar immer wieder Sterne, die Energie, Wärme ins All strahlen…
Das Universum als Selbsterhaltungssystem, mit positiven und negativen Feedbacks, ein System, das sich entwickelt, lernt, spielt… (nicht wie wir Menschen)
Die Dichteanomalie von Wasser wird ganz einfach erklärt, unberücksichtigt bleibt, dass flüssiges Wasser für die Entstehung von biologischem Leben wichtig ist – ist es so abwegig anzunehmen, das flüssiges Wasser auf seine Weise versucht, Leben zu erhalten, durch untypische Änderung der Dichte bei 4°C im Gegensatz zu anderen Flüssigkeiten?
Wenn jedes Bit, alle Bytes und jedes Q-Bit Daten und Informationen enthalten, warum sollte das am Anfang von Allem anders gewesen sein?
Ich glaube einfach nicht daran, dass es einen Zeitpunkt geben wird, wo sich absolut kein Teilchen im Universum bewegt, alles tot ist, keine einzige Wechselwirkung stattfindet. Schon weil das Universum förmlich aus dem „Nichts“ entstanden ist…
… Fluktuierende Quanten mit Informationen - Entwicklung, die nicht aufhört, physikalische und chemische Prozesse und ihre Gesetzmäßigkeiten fanden/finden statt, geologische und biologische Evolution, bis hin zum Status Quo der von uns geschaffenen A.I.
Menschen erkranken an Burnout, die Entwicklung sprintet und die zu verarbeitenden Daten- und Informationsmengen werden immer größer… Computer sind zu dritten Gehirnhälften geworden – geht die Evolution ihren Weg über halbkybernetische zu rein künstlichen Wesen? Sinnvollerweise insofern, als wir die Erde, das Wasser und die Luft vergiften und dabei sind, uns selber abzuschaffen wie in gleichnamigen Buch von Harald Lesch prophezeit?

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Vom Urknall bis zur A.I. 21 Apr 2017 08:41 #13540

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Willkommen im Forum Maria-Stuart
Du schneidest in deinem Beitrag viele ganz unterschiedliche Themenbereiche an und so ganz klar ist mir nicht, worauf du hinaus willst.
Ich greife ein paar deiner Ideen/Fragen auf.
Ob das Universum den sog. Kältetod stirbt oder nicht ist noch gar nicht amtlich. Da gibt es eine Reihe anderer vorstellbarer Szenarien, aber, nach den mir bekannten Aussagen über die beschleunigte Ausdehnung des Raums, erscheint mir die „Big Freeze“ Variante am wahrscheinlichsten. Du schreibst „ Das Universum als Selbsterhaltungssystem“ und „das flüssiges Wasser auf seine Weise versucht, Leben zu erhalten“ – was darauf hindeutet, dass du dazu tendierst eine Absicht, einen Sinn hinter dem Dasein von Allem zu sehen. Schon an anderer Stelle wurde diese Sichtweise in diesem Forum diskutiert und, ohne Anspruch auf Richtigkeit erheben zu wollen, scheint mir Tenor zu sein - Alles ist ein Produkt von Zufälligkeiten. Ansonsten ist man schnell bei theistischen Interpretationen. Davon unberührt kann ja die individuelle Suche nach Sinn sein.
Wohin die Evolution steuert fragst du – tja, wenn wir nicht schon vorher alles kaputt machen haben wir sicher Chancen auf ein wunderbares Leben als Cyborgs, da wird dir sicher ein gleichnamiger Forumteilnehmer gerne Auskunft geben.
Schöne Grüße
Manfred

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 09:26 #13566

  • maria.stuart
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Ich danke Dir für Deine Meldung, Manfred!
Ich war schon immer Atheistin gewesen, bin nicht auf der Sinnsuche und ich glaube nicht gern an Zufälle…
Vielleicht ist mein Thema eher philosophisch… Deshalb möchte ich es überarbeitet noch einmal unter dem „alternativen Themenkreis“ zur Diskussion stellen. Es ist ja nur ein Versuch mein Wissen (und meine Vorstellungskraft) zu erweitern…

Ich kann mir einfach nicht den Urknall vorstellen (will es aber!) obwohl als beste Theorie favorisiert, grüble ich immer wieder…
Frage WAS GENAU IST DER URKNALL?
Ich stelle mir vor: Da das Universum existiert, hat es irgendwann begonnen – wir wissen inzwischen darüber eine ganze Menge, aber nicht alles ist rekonstruierbar bzw. beweisbar, deshalb sollten wir nicht vergessen, das der „Urknall“ selber eine Theorie ist, allerdings die Beste seit der Entdeckung der Hintergrundstrahlung. Heute wird ungeniert von der „Geburt“ des Universums gesprochen und diese Metapher ist nicht die schlechteste. Auf dieser Basis stelle ich mir das Universum als Art „Erhaltungssystem“ vor. Seit der „Geburt“ des Universum und seiner Entwicklung bis heute, scheint mir bei der Betrachtung von Supernovae, die wunderschöne Nebel hinterlassen – die Geburtsstätten von neuen Sterne sind u.v.a.m., dass die Entwicklung immer weiter geht, nicht vorhersehbar. Noch einmal zurück an den „Anfang“: Vom Vakuum als einem Raum voller virtueller Teilchen, die als Vakuumfluktuation bezeichnet werden über irgendetwas-stieß-zusammen, salopp gesagt, entsprechend physikalischer und chemischer Gesetzmäßigkeiten… Vielleicht waren die E/M Wellen zuerst da, da sie kein Medium benötigen, vielleicht waren auch alle 4 Hauptkräfte der Physik gleichzeitig da, gut, aber wie erklärt sich die These des „Inflationären Universum“ / Überlichtgeschwindigkeit? Nur weil die Gleichung sonst nicht stimmt? Das zum Beispiel überzeugt mich nicht. Weiter im Text: Sterne entstanden, Felsen- und Gasplaneten und andere „Körper“ rotierten, alles kreist um alles, wechselwirkt entsprechender „gesetzlicher“ Möglichkeiten und entwickelt sich weiter, nicht zufällig, so wie Kohlenstoff nicht „zufällig“ so extrem bindungsaktiv ist… und weiter geht’s: geologische-, …anorganisch-chemische-, dann organische-, biologische…bis künstliches Evolution, falls ich so sagen darf. Und mit kommt es so vor, als ob das Universum den Big Freeze zu verhindern sucht – das klingt kaum haltbar, ich weiß, aber mich überzeugen als Zukunftsaussichten für das Universum weder big freeze noch big crunch, noch ready steady… Noch unglaublicher finde ich die Idee, dass das Universum „platzen könnte“ wie ein Luftballon! Gut, ich kann das „Sterben“ des Universums nicht ausschließen, und auch wenn ich „Unendlichkeit“ nicht favorisiere, glaube ich daran, um bei der Metapher von „Geburt und Sterben“ zu bleiben, dass es „verwest“, ich weiß nicht wie, aber im Sinne von Umwandlung. Methamorphose.
WAS DENKT IHR?

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 12:40 #13581

Um zu wissen wie das Universum endet müssen wir wissen wie es entstand , und das wissen wir nicht wirklich .

Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

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Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 12:47 #13583

Ich denke, du versucht Konzepte aus der Biologie auf die Physik zu übertragen.

Das funktioniert aber nicht. Das Universum und die Gesetze der Physik sind nur der Rahmen, in dem sich Evolution abspielt. Ein Selbsterhaltungstrieb macht nur Sinn in einem System, in dem verschiedene Individuen um Ressourcen konkurrieren und deren Erfolg sich in einer erhöhten Reproduktionsrate manifestiert.

Das Universum genügt dieser Definition nicht. Daher ist auch der Begriff "Selbsterhaltungstrieb" aufs Universum nicht anwendbar.

Salopp gesagt:
Dem Universum dürfte sein Endzustand herzlich egal sein. Für seine Rente ist schließlich gesorgt, und es muss sich niemandem beweisen.

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 13:48 #13594

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Genau!
Lese gerade H.P.Dürr (Quantenphysiker, engster Mitarbeiter Heisenbergs). Dachte erst "Ich verstehe nur Bahnhof.... Hat er sie noch..." - aber ich verstehe ihn jetzt besser: es bringt nichts hinter einem von-bis Konzept zu kleben. Es entsteht laufend Neues (Sterne aber auch im Leben)!

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 13:59 #13596

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Ja, ich wählte ein provozierendes Wort, es sollte als Metapher für banal gesagt, es-geht-immer-mit-Veränderungen-weiter stehen. Es entstehen neue Sterne usw. will sagen, der Begriff „Endzustand“ überzeugt mich nicht. Ich sah gerade Interviews und Vorträge von Dürr, Quantenphysiker, engster Mitarbeiter von Heisenberg – zunächst dachte ich „Äh, Ägypten“, jetzt verstehe ich ihn besser: er hält Urknall (oder die verschiedenen „Todestheorien“ des Universums für „alte Physik“, weil eben ständig Neues entsteht, weitgehend unvorhersehbar…)

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 15:51 #13609

Ja, du wähltest ein provozierendes Wort.

Nur was willst du mit deinen Beiträgen eigentlich zum Ausdruck bringen?

Wir wissen nicht, wie das Universum "endet". Und wir wissen auch nicht, wie es begann.

Vielleicht lohnt es sich die Begriffe "Anfang" und "Ende" ebenso auf ihren Sinngehalt hin zu überprüfen wie den "Selbsterhaltungstrieb".

Wir sprechen hier vom "Anfang" und vom "Ende" des Universums. Bzgl. welcher Skala? Der Zeit.

Merkste was? In der Definition stecken schon eine Menge Grundannahmen. Nämlich, dass das Universum endlich ist, die Zeit selbst aber unendlich, und dass das Universum nur in einem endlichen Intervall der so definierten Zeit existiert.

Besser klappt es, wenn du dir vorstellst, dass die Zeit selbst vielleicht etwas ganz anderes ist, nämlich z.B. ein Maß für die Entropie im Universum.

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 16:02 #13613

Über das Wesen der Zeit habe ich mir auch meine Gedanken gemacht. Nach der Relativitätstheorie kann man die Zeit ohnehin nicht isoliert und absolut betrachten, sondern als geometrische Komponente der Raumzeit.
Wenn man aber das Universum als (mindestens) vierdimensionales Konstrukt wahrnimmt, gibt es vielleicht einen Rand, aber keinen Anfang, so wie eine Kugel keinen Anfang hat, solange man nicht willkürlich einen Punkt so definiert.
Da wir durch unsere Wahrnehmung und unsere Verständnisfähigkeit limitiert sind, übersehen wir eventuell, daß die Zeit nur eine andere Perspektive des Raumes ist, sprich, Zeit existiert gar nicht so, wie wir meinen.
Eventuell existiert das Universum einfach so und zwar unverändert (zeitliche Veränderung wäre dann nur eine perspektivische Illusion), möglicherweise auch deterministisch (siehe deBroglie-Bohm'sche QM oder Viele-Welten-Interpretation). Daß wir die Zukunft nicht sehen können, läge dann nur an der falschen Blickrichtung, die wir aber leider nicht ändern können.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 16:24 #13616

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Gewagte Hypothese UND sympathisch; Wheeler empfahl seinen Studenten frei zu assoziieren, keine Grenzen zu setzen (vielleicht „entstand“ auf diese Weise die Idee von Paralleluniversen, was vom Namen her sehr unglücklich ist, aber egal, es führt vielleicht zu einer entscheidenden Erkenntnis…)
-
Es ist sehr hilfreich und eher „erhellend“ (statt verdunkelnd) gelegentlich „mit anderen Augen“ zu sehen…
-
Wir „übersehen“ bestimmt das ein oder andere, zum Beispiel, dass wir ja Teil dessen sind, was wir untersuchen; wir könnten uns wegen „Engstirnigkeit/Wirtschaftsmodell Wachstum“ selber abschaffen (Lesch), unsere Existenzgrundlage zerstören (bei der Artenvielfalt sind wir Menschen tüchtig dabei) …
deBroglie, vielleicht Vorläufer der String Theorien sehr spannend!
PS:
Richard Powers (Physiker, Informatiker, Autor von Romanen) behauptet, dass die Zeit nicht existiert, wir sie aus praktischen Gründen erfanden - da ist was dran!

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 16:50 #13622

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Was ich mit meinen Beiträgen zum Ausdruck bringen will? Sie müssen schon für sich selber sprechen. (auch wenn sie nicht jeden an-sprechen) - Durch zwei Videos, die ich heute sah (Vorträge von H P Dürr, Quanthenpysiker, engster Mitarbeiter von Heisenberg) erschließt sich mir ein neuer Blickwinkel auf Wörter wie „Urknall“ – spannend!

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Vom Urknall bis zur A.I. 22 Apr 2017 22:58 #13650

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Maria.Stuart,
deine Fragen beschäftigen mich schon seit Jahrzehnten. Ein mittlerweile stark ausgeprägter Skeptizismus gegenüber der Fähigkeit der Menschheit, die anstehenden künftigen Krisen zu meistern, haben mich im Laufe der Jahre zum Transhumanisten werden lassen. Über die m.E. wahrscheinlichsten künftigen Szenarien habe ich hier im Forum an mehreren Stellen geschrieben, bin es aber mittlerweile müde, weil ich überwiegend auf Ignoranz treffe und mir die Zeit zu schade ist. Aber Ignoranz wird die Entwicklung nicht aufhalten und auch hier wird es so sein, dass jene, die sich den Dingen stellen, eine günstigere Ausgangsposition haben werden, um sich in das Unvermeidliche zu fügen. Die Welt in 100 Jahren wird eine radikal andere sein, ob besser oder schlechter, sei dahingestellt, aber ich begrüße die Flucht nach vorne, weil sie ein möglicher Ausweg ist aus dem Elend, das der Mensch trotz aller schönen und edlen Errungenschaften, die mit seiner Existenz einhergehen, sich selber und anderen Lebewesen bereitet (z.B. unsägliches Leid in der Massentierhaltung zur Versorgung von 7 Milliarden "Kronen der Schöpfung").
Es könnte aber generell im Sinne Nitzsches ein übergeordneter Sinn in der menschlicher Existenz darin liegen, nämlich eine Brücke, ein Übergang zu sein vom biologischen hin zu einem weniger Leid behafteten kybernetischen Dasein, also generell in großen Dimensionen gedacht hin zu einem Bewusstsein, das nicht mehr an biologischen Determinanten leidet und darin nicht mehr seine Begrenzungen findet. Mir ist klar, dass es hier um sehr radikale Gedanken und Spekulationen geht und habe mich längst damit abgefunden, dass darüber die meisten Leute verständnislos den Kopf schütteln.
Wenn dich die mögliche und m.E. wahrscheinlichste Entwicklung der näheren Zukunft im 21. Jhd interessiert, dann empfehle ich dir das sehr gute Buch von Nick Bostrom "Superintelligenz - Szenarien einer kommenden Revolution". Hier geht es um die Abschätzung des Kommens einer harten Künstlichen Intelligenz und der Folgen.
Mit Prof. Dürr stimme ich aus philosophischen Überlegungen, die natürlich auf einer spekulativen metaphysischen Überzeugung beruhen, darin überein, dass letztlich der basale Urgrund der Welt nicht Materie und Energie ist, wie das die Naturwissenschaft aufgrund ihrer Prämissen mit Recht annehmen muss und darf, sondern Geist und Information. Ich habe mich ein Leben lang geweigert, mich auf reinen Positivismus und Naturalismus zu beschränken, wie dies nach meiner Erfahrung hier die meisten Foristen machen. Diese Einengung auf reine Empirie fand ich immer hausbacken und langweilig, ihre Vertreter in lebhaften Diskussionen eher engstirnig und ohne wahre Weite des Geistes für das prinzipiell Mögliche. Ich weiß um den spekulativen und somit nicht beweisbaren Charakter dieser Positionierung, aber möchte offen bleiben für das Mögliche und mir aufgrund meiner weltanschaulichen Ausrichtung am wahrscheinlichsten erscheinende, auch wenn es nicht bewiesen werden kann. Wohlgemerkt, ich rede von philosophischen Positionierungen. Ich Reiche der reinen Naturwissenschaft hat natürlich die Ausrichtung auf das rein Empirische und seine Beschreibung mittels Mathematik seine gute Berechtigung. Ein intellektuelles Schwergewicht wie Prof Dürr, Schüler und Nachfolger von W. Heisenberg, hat dies immer betont. Leute wie Planck, Einstein, Heisenberg, Bohr, Schrödinger etc. waren nicht nur Physiker, sondern auch noch an philosophischen Implikationen lebhaft interessiert. Heute scheint der Trend dahin zu gehen, dass die meisten kaum über die Tellerränder ihrer Disziplinen blicken. Es fehlt die Zeit und die Komplexität innerhalb der einzelnen Fakultäten nimmt schon immens zu, so dass bei vielen kaum mehr Interesse am interdisziplinären Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaft bleibt.
Dir scheint es aber um das ganz Große zu gehen, um die Frage, ob das Universum letztlich einen letzten Sinn hat und auf ein Ziel in einem großen kosmischen ontologischen Sinne auf ein universelles Bewusstsein zusteuert oder einfach nur ein Zufallsprodukt blinder Meta-naturkräfte (d.h. Metagesetze eines z.B. fluktuierenden Quantenvakuums) ist, wobei die Entstehung von Leben bei Letzterem dann nur eine temporäre emergente Erscheinung einer zufällig real gewordene Möglichkeit dieses Alls mit seinen Naturgesetzen und -konstanten wäre. Die Frage ist natürlich völlig offen und lässt sich nicht entscheiden, aber ich tendiere im Gegensatz zum nackten naturalistischen Standpunkt zur ersten Variante. Da du offen zu sein scheinst für diese Fragestellung, empfehle ich dir das Buch des renommierten US-Philosophen Thomas Nagel "Geist und Kosmos". Er ist Atheist wie du. Lass dich überraschen, zu welchen Folgerungen er kam.
Vielleicht helfen dir noch folgende Stichwörter weiter, dir zu dem Thema eine Meinung zu bilden:
Extropianismus
Kardaschow-Skala
Robo sapiens - 3SAT Doku

Und weil du die Frage stellst, ob Zeit real ist. Nun, da habe ich auch meine Zweifel.

Blockuniversum und Eternalismus

Aber es könnte ja noch viel verrückter sein, denn Nick Bostroms Simulationshypothese klingt einleuchtend:
Simulationshypothese

Und wer weiß, vielleicht bis du ein Bolzmanngehirn. Aus rein thermodynamischer und quantenmechanischer Sicht ist das schier unendliche Male wahrscheinlicher als eine eigenständige Entität in einem komplexen Universum zu sein, von dem wir ja so fest annehmen, dass es um uns herum exisitert:
Bolzmanngehirn
Bolzmanngehirn - enWiki

Also dann, ganz im Sinne Max Moores, eines führenden Extropianers:

"Aufwärts müssen wir! Nach oben hin sind unser aller Möglichkeiten unbegrenzt."


Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
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Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)

Vom Urknall bis zur A.I. 23 Apr 2017 02:39 #13654

  • maria.stuart
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Hallo Cyborg,
DANKE für deine ausführliche Stellungnahme! Ich musste gleich an „Seven“ (Voyager) denken, Seven of Nine…
-
Ich hätte nichts dagegen, einen Mikrochip auf ein paar meiner Neuronen zu kleben… einstweilen müssen wir uns mit unserer „externen“ dritten Gehirnhälfte (Rechner) begnügen…
Ist jetzt zwar nicht SO „wissenschaftlich“, aber eine Serie wie „Real Humans“ ist recht überzeugend in ihrer Zukunftsvision - ich besitze kein TV aber es kommt vor, dass ich streamte oder downloade.
Wenn ich an die „Drohnen“ denke, ja, sie können viel „Gutes“ tun, in einen Schornstein reinfliegen und so, aber sie können vor allen Dingen „töten“…
-
Mir scheint, wir sharen ein paar Frequenzen… Morgen oder nächste Woche, will ich Deine Texte scannen… HA! L E S E N!
Deine Meldung war die Letzte; Seine „philosophische Hintergrundfarbe“ sprang mich gleich an…
Ärger Dich nicht, man lernt ja schnell, wo man seine Zeit verplempert… und wo nicht. Ohne auszuprobieren geht’s auch nicht.
Ich wurde auch schon, möglicherweise, ironisch, so fühlte es sich an, an Dich verwiesen… im Board sind sicher viele Wissenschaftler, hochspezialisiert usw. … Ich bin ganz neu hier, wurde nett empfangen, doch, ich fand „Austausch“, „Inspiration“ sogar…
Wenn Dir nicht mehr respektsvoll begegnet werden sollte oder mit Ignoranz, möchte ich Dir gleich noch einmal für Deinen langen Text danken!!!
-
Die wirtschaftlichen Auswirkungen in der westlichen Welt… Was ich auch recherchiere, fast immer vergeht mir der Appetit, und ich muss mir den Mund ausspülen und die Hände waschen… Wie Du erwähntest, Massentierhaltung ist nur eines unter vielen Schrecken! IMMER I M M E R Wachstum ohne Rücksicht auf Verluste – wie bekloppt, Politiker denken 4 Jahre weit, wenn sie überhaupt selbstständig denken und nicht nur als Stellvertreter. Die Vielfalt der Arten dezimieren wir mittlerweile so erfolgreich… Unwiederbringlich.
Die Welt in 100 Jahren… besser für wen? Die 99% werden vielleicht „verringert“, Arbeitsroboter sind noch billiger als „Sklaven“ und wenn sie nicht ausreichend konsumieren…
Die Tendenzen sind einfach schlecht, aber es bleibt uns nichts anderes über, als das Positive daran zu sehen, wenn ich mich nicht abschalten will. Menschen tauen auf, Paris wird großflächig begrünt, Wände, Dächer, Busse… naja, vielleicht ein wenig profan.
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Ist doch meine Rede, es ist schwer, treffende Worte dafür zu finden, aber manche Menschen bestehen ja schon partiell aus Titan… Es wäre wirklich ein Witz, wenn wir unsere eigenen „Nachfolger“ erschaffen und uns aus den verschiedensten Gründen in den nächsten Jahrhunderten oder was, abschaffen würden (Kennst Du Leschs Buch?)… Wesen, die mit vergifteter Erde, Luft und Wasser, überhaupt, ohne „Natur“ auskommen und denen nicht „das Herz daran zerbricht“, dass…
Wie in Star Trek Next Generation könnten sie den Weltraum besiedeln… Na, jetzt geht’s los, ich will nicht fantasieren aber ich lasse meine Gedanken mal flattern…
DU scheinst ja kein Problem mit meiner Textlänge zu haben…
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Geht mir genauso, die „Leute“ (viele, mit meiner Mutter angefangen) sagen: „Du denkst zu viel. Du denkst zu viel.“
Wir sind eben so, verleugne Dich nicht!
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Schade, ich finde keinen elektronischen Link zum Buch, Du? Denn, ziemlich teuer, selbst gebrauchte fangen bei 17,99 an - na, mal sehen, wie ich das deichsle, muss dann eben zur AGB (Amerikanischen Gedenkbibliothek) radeln, hier in Berlin… nur, ich gehe nicht gerne raus, tagsüber. NUR EINE FRAGE: Könntest Du mir Dein Exemplar leihen? Bitte geniere Dich nicht „nein“ zu sagen – no problems!
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H P Dürr, ich dachte erst WAT? ES GIBT KEINE MATERIE? DER URKNALL IST ALTE PHYSIK? Aber schnell fand ich heraus, dass ich genau hinhören „musste“ und ganz sanft beglückt war… Er stülpt die Quantenphysik in den Alltag, so dass im übertragenen Sinn, ich glaube, er beabsichtigt keine Metaphysik zu verbreiten… ich kenne ihn noch nicht so gut. Dass er bis ins hohe Alter geistig rege war und seine menschliche Verantwortung wahrnahm: politisch zu werden, findet MEINE HOCHACHTUNG! SYMPATHISCH!
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Ein vorurteilsfreier Geist mit 360° Weitwinkel hat schon was, durch zu starke Spezialisierung, so nötig sie sein soll, kann sich „der Blick verengen“, kann man das Ganze aus den Augen verlieren…
Es ist natürlich ganz verschieden! Keine Pauschalisierungen. Leute wie Goethe, Humboldt und Einstein u.v.a.m. waren universell bewandert und open minded, sie erkannten Zusammenhänge, auch wenn niemand „folgen konnte“ oder nicht gleich, dabei blieben sie bis ins Alter wissbegierig hoch 10 und ihren Interessen treu… Wahrscheinlich, sage ich ganz vorsichtig, widerkäuen die meisten Menschen lediglich. Menschen wie Feynman, von seinen Studenten bis heute verehrt und von folgenden Generationen, sind - obwohl das auf uns alle zutrifft: wir sind alle Mutanten, wenn auch mit teils sehr sehr geringen Unterschieden - BESONDERS EINZIGARTIG!
Man muss ja nur an seine Schul- und Studienzeit denken, wie das Gehirn regelrecht „aufflammte“ bei tollen Dozenten, wie die Zeit aufhörte zu existieren, wie du vollständig im Flow warst…
Oder denke an Nils Bohr oder von Weizäcker, sie müssen über ihre fachlichen Kompetenzen weit hinaus unwahrscheinlich hohe zwischenmenschliche Intelligenz besessen haben (was man von mir leider nicht sagen kann – meine Schwerpunkte interessieren eigentlich keinen – DU hast mich heute ECHT ÜBERRASCHT!!!
-
GENAU! Es fehlt die Zeit, es fehlt die Zeit (als ob wir nicht alle 24h am Tag hätten) Die ungeheuren Datenmengen treiben viele in den Burn Out – mich nicht, ich lebe so wie ich es will! Wenig Geld aber das ist okay, schließlich partizipieren von der sog. Dritten Welt!

Also wirklich. Ich meine, es ist grauenhaft, was der Mensch dem Menschen antun kann - ich will nicht urteilen! Nicht wissen, was ich täte, hielte mir jemand eine Knarre an den Kopf… Aber ich bin untröstlich, wenn es die Unschuldigsten und Arglosesten trifft, die die sich nicht wehren können, nur SCHREIEN! Wenn ein lebendes Schwein etwa…
du weißt, was ich meine, ich will den Satz nicht zu Ende schreiben.
-
BA und Master, welche „L E I S T U N G“ die Kids in immer kürzerer Zeit schnallen müssen… wenig Schlendrian…
-
Mir geht es um alle möglichen Fragen, das wechselt auch, ist prozesshaft und stimmungsabhängig, kreist aber um die Naturwissenschaften und auch Philosophie, Literatur, Malerei…
-
Nachher lese ich mal wieder Belletristik, Suters „Elefant“ (perverse Genmanipulation und Missbrauch, glowing animals)
-
Nach „Sinn“ zu suchen, ist mir zu missverständlich: ich bin extrem wissbegierig, was meine Interessen angeht… Mmh, zielorientiertes Handeln des Universum, eher nein, bzw. da müssten wir uns mal unsere jeweilige Begriffsvorstellung verständigen…
Als Gedankenexperiment, im übertragenden Sinn, auf einer gewissen Ebene, ja… so fantasierte ich einmal, nur so, dass es verschärft wäre, wenn man sich das Universum, nur so mal – im Geiste gespielt, geschüttelt wie Bond‘s Martini, aus Spaß - als Art Organismus vorstellt, weiß der Geier, eine künstliche Lebensform, die letztlich mit dafür sorgt, dass eine biologische Lebensform eine künstliche erschafft… müsste ich alles in fette Anführungszeichen setzen, ist nicht ernst gemeint, keine Weltanschauung!
-
-Mensch, auch für das Buch von Nagel finde ich keinen elektronischen Link! Dabei habe ich gute Quellen…
-„Robo sapiens“ – ich kringle mich!
-In Deine Begriffsempfehlungen klicke ich zu anderer Zeit. Für heute komme ich langsam zum geruhsamen Teil der Nacht, ein Glas Wein atmet schon für mich…
Ich bin auf alle Fälle gespannt!
Bolzmann… Bolzmann… ich glaube, er brachte sich um.
maria.stuart
(mit Kopf!)

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Vom Urknall bis zur A.I. 23 Apr 2017 21:11 #13700

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Hallo Maria Stuart,
da dich das Thema Transhumanismus, KI etc. näher interessiert, kopiere ich dir hier eine Sammlung meiner Beiträge dazu mit Kommentaren auch anderer Foristen rein. Da es doch nur eine Nische deines Threads ist als Spoiler.

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Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)

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Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)

Vom Urknall bis zur A.I. 23 Apr 2017 21:29 #13701

  • maria.stuart
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hi,
nee, danke, ich las deine texte und kommentare, brach dann ab, vieles wiederholt sich-
wenn ich material brauche will ich das selber copy-pasten-
zur zeit interessiert mich Nick Bostrom, da sah ich schon was auf youtube-
es gibt jede menge vids.
sein buch muß toll sein, ich habe es in der biblio vorbestellt
thanks a lot,
ms

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