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THEMA: Zeigt WMAP ein offenes Universum?

Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 13:48 #16232

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Hallo allerseits,

WMAP zeigt: Das Universum ist brett-flach. So ist jedenfalls die Verteilung der hot und cold spots in der Hintergrundstrahlung zu verstehen.
medium.com/starts-with-a-bang/cosmic-inf...ictions-bf9a560376c7


Es gibt in der Kosmologie den Begriff "angular distance DA", afaik gleichbedeutend mit der Emmissionsentfenung.
Soweit ich das verstehe sagt der das ein fernes Objekt einer bestimmten Ausdehnung (z.B. eine Galaxie) uns unter einer Winkelgröße erscheint die der Position der Erde zum Zeitpunkt der Ausstrahlung entsprach, die Objekte erscheinen uns heute also vergrößert.
Das ist verständlich, der Strahlengang wird durch die Expansion seitlich auseinandergezogen also gekrümmt. Diese allein durch die Expansion verursachte Verzerrung sähe so aus wie der Strahlengang für ein geschlossenes Universum in obiger Grafik.

Jetzt sehen wir aber ein Bild der Hintergrundstrahlung das einem flachen Universum entspricht. (mittlere Grafik)
Ist das Richtig? Ist das das was wir wirklich sehen oder ist die Expansion bei den Bildern schon rausgerechnet?

Wenn das so stimmt heist das für mich: die Verzerrung durch die Expansion müsste irgendwie kompensiert worden sein. Durch eine Krümmung des Raumes entsprechend der rechten Grafik etwa? Dann wäre das Universum ein offenes!


Es ergibt sich jedoch ein kleines Paradox:
Warum sehen wir ferne Galaxien vergrößert (also mit entsprechend der Expansion gekrümmten Strahlengang), die Hintergrundstrahlung aber nicht?


Grüße
Merilix

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 14:15 #16236

Ich glaube schon, dass die das korrekt ausgerechnet haben. Da gab es doch dieses riesen Projekt in der Arktis wo sie die CBR 'vermessen' haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die falsch gerechnet haben.

Zu deiner zweiten Frage, dem Paradoxon: ist die Hintergrundstrahlung nicht überall? Beobachten wir nicht die Photonen die jetzt gerade bei uns sind? Deine Frage klingt so als ob du damit sagen willst, dass wir die "Wand" sehen, also das Ende des von uns aus beobachtbaren Universums,

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 14:21 #16240

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Es geht mir um Form und Größe der hot und cold spots in der Hintergrundstrahlung. Natürlich zeigen die ein Bild vergleichbar mit einem Gemälde auf einer Wand. Eine "Wand" die nicht glatt ist. Es ist das Bild der letzten Streuung der Photonen vor der Entkopplung von der Materie.

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 14:32 #16241

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hallo Merilix!

Es ist für uns in 3d sehende Wesen wirklich nicht einfach...
Aber tatsächlich lassen die Planckdaten ein fast flaches Universum zu,
wie der "Knubel" in unserer Milchstrasse.
Das hieße, das Universum ist offen.
(aber nach meinem Verständnis der Materie, auch wenn ich jung bin,
gilt dies nicht für die Ewigkeit, die Selbstorganisation hat die Sternentwicklung
zu einem inzwischen erweiterten HRD geführt, will sagen: wir gehen von meist
Sternenpaaren aus, auch bei Weissen Zwergen, die in SN1a "verenden"
und damit "Material für Neues schaffen)!

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 16:13 #16248

Eine Frage, die auch mich umtreibt.

Ich persönlich finde ein flaches Universum "unschön", um es sich vorzustellen. Wie soll es randlos, endlich und flach sein? Oder ist es unendlich? Noch schwerer vorstellbar. Ich fände daher eine 4D-Variante einer Kugeloberfläche viel schöner. Das paßt aber nur zu den Beobachtungen, wenn das Universum viele viel viel größer ist, als das beobachtbare Universum.
Lawrence Krauss hat dagegen darauf hingewiesen, daß nur ein flaches Universum die Bedingung Gesamtenergie=0 erfüllen würde. Auch das erscheint mir unter diesem Gesichtspunkt ästhetisch zu sein, aber eben topologisch unangenehm...

Gibt es außer der Winkelmessung bis zur Grenze des beobachtbaren Universums andere Methoden, ein flaches Universum bzw. eine Krümmung auf viel größeren Skalen festzustellen?

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 16:50 #16250

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Hallo HJ!

Die „Flachheit“ ist leichter vorzustellen wenn wir nicht das gesamte Universum betrachten
(Wäre auch zu schön, von außen. Und was sähen wir – überhaupt - auf dem „Blatt Papier“, in 2D?),
sondern nur eine Galaxie betrachten.
Durch ihre Rotation entsteht ihre „Flachheit“, die aber nicht absolut ist. (Es gibt diese leichte Erhebung in der „Mitte“)
Sicher wirkt auch die geometrische Mathematik korrelierend: die Darstellung eines „Würfels als Universum“ zur Volumenberechnung a3 bei Seitenlänge 3 aber das ist veraltet, oder?
Seit WMAP bzw. Planck stellte man sich die bekannten drei Formen vor und „flach“ siegte,
obwohl ich oft las, das Universum sei nicht vollkommen flach…
Dann könnte es als seltsamer Attraktor betrachtet werden…

HJ schrieb: „Ich fände daher eine 4D-Variante einer Kugeloberfläche viel schöner.“
Wie meinst du das? (außer konkav, konvex oder flach?)
Die 4. D ist die Zeit, ja? (Bei den Varianten konkav und konvex?)

ABER Die Konsequenz? Der Energieerhaltungssatz funktioniert nicht mehr ODER WIE DENKST DU WEITER???

(Wegen der HGStrahlung, nimmt man glaubhaft an, dass „alles“ auf einen Punkt zurückzuführen sei, Singularität, obwohl Einstein das leugnete und in etwa sagte: „Man kann Materie nicht unendlich zusammenquetschen.“ Jedenfalls ist die „damalige“ Krümmung größer als heute – sichtbare Materie hat sich verringert.
Eigentlich logisch aber ob es stimmt?

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 16:51 #16251

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Ich persönlich fände ein räumlich geschlossenes Universum viel schöner und intuitiv besser mit dem Urknall vereinbar als ein offenes. Deshalb bin ich erstaunt und überrascht wohin mich meine Überlegung oben geführt hat. :o

Es würde mich deshalb sehr freuen wenn mir jemand den Fehler in der Argumentation zeigt. ;)

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 17:01 #16253

Chalawan2000 schrieb: Hallo HJ!

HJ schrieb: „Ich fände daher eine 4D-Variante einer Kugeloberfläche viel schöner.“
Wie meinst du das? (außer konkav, konvex oder flach?)
Die 4. D ist die Zeit, ja? (Bei den Varianten konkav und konvex?)

ABER Die Konsequenz? Der Energieerhaltungssatz funktioniert nicht mehr ODER WIE DENKST DU WEITER???


Ja, 4D meint, drei Raumdimensionen und eine Zeitdimension, also vierdimensionale Raumzeit. Dies als Oberfläche einer fünfdimensionalen "Kugel". Dann wäre unser Universum endlich groß, aber ohne Rand und auch die Ausdehnung wäre eben ein Effekt der Ausdehnung der 5D-"Kugel". Damit dies zu den Beobachtungen paßt, muß aber das sichtbare Universum im Verhältnis zur 4D-"Oberfläche" sehr klein sein.

Wenn aber bei einer solchen Struktur der Energieerhaltungssatz nicht mehr gelten sollte (was ich nicht weiß, habe nur Krauss zitiert), ist es entweder so oder aber man müßte prüfen, ob die Energieerhaltung eventuell nur in Bezug auf die 4D-Oberfläche verletzt ist, in der 5D-Kugel aber nicht... Da ich kein Mathematiker oder Physiker bin, keine Ahnung dazu...

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 27 Jun 2017 17:18 #16255

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Die Planck Ergebnisse von 2013 oder 2015 sind eindeutig – sie wurden allerdings verschieden interpretiert… „alles wie gehabt“ vs. „Anomalien“.
Obwohl ich über Jahre betrachtet nicht frei von Zweifel bin, halte ich die Urknalltheorie für die Überzeugendste (für mich. - siehe auch Gaßners Video/Mexican Hat) Vorallem weil man Mega-, Ultra-, Parallel- und Multiversen postulieren kann ABER wurden die Daten vielleicht validiert??? Auch sprachlich gefallen mir solche "Überordnungen" nicht.
Die Beschreibung des Urknalls mit der QM - siehe oben, Videohinweis - setzt WENIGSTENS nicht mehr einen "Starter/Erstbeweger oder was" voraus, wohl aber die QM. Geht es überhaupt anders, so dass man - sprachlich - nicht nach dem "vorher fragen KANN"?

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 28 Jun 2017 19:33 #16325

Wenn sich das Universum von einem unvorstellbar kleinen Punkt entwickelt hat, ist meine Vorstellung diese, dass das jetzt existierende Universum tatsächlich wie eine Ballonhülle sich immer weiter ausdehnt, also flach ist. Damit ist auch die Ausdehnung des Raumes gut vorstellbar. Diese Vorstellung passt aber nicht zu einem offenen Universum, weil ja eine Kugelschale in sich geschlossen ist.
Das ist allerdings auch konträr zu der Brotlaib-Darstellung der Raumzeit, in welcher Gleichzeitigkeiten ohne die ART dargestellt werden, was ich seltsam finde. Hierbei beziehe ich mich auf Brian Greenes Filme.
Ich halte auch Zeitreisen für unmöglich, weil das Universum so ist, wie es gerade ist. Wir müssten ja eine frühere Kugelschale aufsuchen, die nicht mehr existent ist um an einen Punkt vor unserer Zeit zu gelangen.
Allerdings wird die "Form" des Universums sicherlich keine perfekte Kugel sein, schaut mehr wie eine Planetenoberfläche aus. Da gibt es dann Täler, nämlich dort wo Ansammlungen von Materie sind und Gravitation wirkt. Schwarze Löcher wären dann die Punkte im Universum, die am weitesten dem Kernpunkt dieser Kugel zustreben.
Immer eingedenk der Tatsache, dass dies wiederum nur eine Beschreibung von vierdimensionalem in einem dreidimensionalen Bid ist, wobei die Zeit hier die Ausdehnungsgescheindigkeit der Ballonhülle ist. In dem Bild fehlt eine Raumdimension.

"`Oh dear,' says God, `I hadn't thought of that,' and promptly vanished in a puff of logic.

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 29 Jun 2017 13:09 #16360

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Hallo Merilix,

mit der 3-K-Strahlung ist es so:
Sie war natürlich von ihrer Emission aus lange zu uns unterwegs. Jedoch nicht im Raum, sondern in der Zeit. Denn diese Strahlung wird überall gemessen.
Ungefähr so, als wenn man mit einem Sensor die Temperatur in einem Stück Holzkohle misst, wobei der Sensor in der Kohle steckt, und aus der Messung schließt, dass es in der Holzkohle einstmals heißer gewesen sein müsste. Das Messinstrument steckt also im Strahler selbst.
Nun hat man im Rahmen der theoretischen Physik Erwartungen an die Messung von feinen Temperaturschwankungen und der Verteilung dieser Schwankungen in dieser Strahlung, von der man bei Messung ein zweidimensionales gekrümmtes Bild erhält, nämlich die Innenseite einer Sphäre.
Also: Strahlung im 3D-Raum >> Theoretische Physik formuliert Erwartungen an die Musterung mit Temperaturunterschieden in dieser Strahlung für die jeweilige Krümmung des 3D-Raums bei Emission der Strahlung >> Messung der Strahlung >> zweidimensionale Abbildung (Kugelinnenfläche).
Nun wird das Bild, das man für verschiedene Krümmungen des Raums erwartet mit dem verglichen was man misst.
Man rechnet dann mit diesen topologischen Mannigfaltigkeiten und ihren Abbildungen in der Messung hin und her.
Dies ist keine Trigonometrie, auch wenn in der Graphik, die du gepostet hast, im Rahmen mäßiger Wissenschaftskommunikation von dem hier im Bild zu sehenden Mann US-Amerika


Dreiecke zu sehen sind, die an der Stelle einfach erstmal illustrieren sollen, was überhaupt ein gekrümmter Raum ist.


Hier ist nun eine Elephantenfamilie durch die Szenerie gelaufen, um den Unterschied zur Triangulation zu markieren. :-)
Die Triangulation bzw. Sternenparalaxe ist eine Methode zur Entfernungsbestimmung sonnennaher Sterne, also für die ersten Zentimeter der Vortreppe zu unserem Vorgarten des Universums.
Hast du sicher schon gesehen, funktioniert wie im Bild.

Bei so einer Triangulation bekommt man gleichzeitig einen Eindruck von der Flachheit des Raumes und kann eben Entfernungen zu aus unserer Perspektive sehr nahen Objekten bestimmen.

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 29 Jun 2017 13:33 #16362

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Universum oder doch nur die Raumzeitblase? :D

Ja ich kann alles, sogar definieren was ich nicht kann.

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
**Der Friedrich**

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 29 Jun 2017 15:04 #16364

  • Merilix
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Hallo Ropp,

danke für die Antwort.aber irgendwie stellt mich das noch nicht zufrieden.
Mit Triangulation zur Entfernungsbestimmung hat meine Überlegung erstmal nichts zu tun,
Mir geht es um die scheinbare Größe entfernter Objekte (Galaxien und hot/cold spots der CMB). Es gibt zwei Effekte von denen man aber in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen nie zusammen etwas hört. Wahrscheinlich weil das für das Standardpublikum zu kompliziert wird.

1) Vergrößerung entfernter Galaxien durch die Expansion:
Zur Erklärung für die Mitleser für die das neu ist:
Angenommen eine Galaxie befände sich jetzt in 1 Mrd. Lichtjahren Entfernung, die Lichtgeschwindigkeit wäre unendlich und der Raum flach. Wir sähen die Galaxie am Himmel nicht als Punkt sondern mit einer Ausdehnung von z.B. 1°.
Die Lichtgeschwindigkeit ist aber nur c und das Licht lange unterwegs durch einen expandierenden Raum. Ein in vieleicht 5 Mrd Jahern lebender Erdbewohner wird die Galaxie sehen, wird aus der Rotverschiebung eine Entfernung von 5 Mrd Lichtjahren ausrechnen, die Galaxie hätte aber noch immer die Größe von 1° an seinem Himmel. (bitte nicht nachrechnen, die genauen Zahlen sind (fast) frei erfunden, die Tendenz stimmt aber)
Das ist auch der Grund warum Emmissionsentfernung und Winkeldistanz (angular distance) das gleiche sind, das Objekt erscheint in der Winkelausdehnung wie zum Zeitpunkt der Emmission.

2) multipole Anisotrophien der Hintergrundstrahlung:
Soweit ich das verstehe leitet man aus den multipole Anisotrophien der Hintergrundstrahlung ab das das Universum flach ist. Zur Erklärung dienen die oben gezeigten Grafiken und der Hinweis: die Hintergrundstrahlung sieht so aus wie die mittlere Grafik. Ich hab zwar noch nicht ganz verstanden was dieses "multipole" eigentlich ist. Nur soviel: Form und Größe der spots (also deren Ausdehnung an der Projektionsfläche "Himmelssphäre") haben damit zu tun.

Die Verbindung der beiden "Dinge":
Was für das Abbild von Galaxien bei z=11 (siehe GNz11 ) richtig ist kann für das Abbild der Hintergrundstrahlung bei z=1089 nicht falsch sein. Was unter 1) beschrieben ist müsste meiner Meinung nach einen ähnlichen Effekt auf das Abbild haben wie die Raumkrümmung eines geschlossenen Universums.

Meine Schlussfolgerung:
Wenn die Hintergrundstrahlung so aussieht wie in der mittleren Grafik, also wie für ein flaches Universum prognostiziert dann müsste der Effekt wie unter 1) beschrieben irgendwie kompensiert worden sein.
Ergo: das Universum ist ein offenes.
(Es sei denn jemand widerlegt meine Argumentation -- bitte ;) )

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 30 Jun 2017 07:12 #16403

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Hi Merilix!
Du hattest Ropp angesprochen.
Vielleicht darf ich dir folgende Daten senden?

1. WMAP Daten

Hauptaufgabe von WMAP ist die Messung der Temperaturverteilung der kosmischen Hintergrundstrahlung (gemessen wird die Planck'sche Strahlungstemperatur). Die Messungen decken den gesamten Himmel ab. Die gemessenen Temperaturfluktuationen spiegeln die Materieverteilung im Universum zum Zeitpunkt der Entkopplung von Strahlung und Materie wenige hunderttausend Jahre nach dem vor etwa 13,7 Milliarden Jahren erfolgten Urknall wider. Die Strahlung ist insgesamt extrem homogen, die Schwankungen relativ zum Mittelwert, der gegenwärtig bei etwa 2,7 Kelvin liegt, betragen etwa 5•10−5. Die Ergebnisse von WMAP sind von herausragender Bedeutung für die Kosmologie:
• Zur Zusammensetzung des Universums ergibt WMAP Werte von 4,6 % konventioneller Materie, 23 % Dunkler Materie und 72 % Dunkler Energie (In der Frühphase des Universums war die Zusammensetzung anders.)
Die Datenlage lässt auf ein Universum mit flacher (Euklidischer) räumlicher Geometrie schließen.
• Die Expansion des Universums dauert aufgrund des erheblichen Beitrages Dunkler Energie ewig an.

• Das Alter des Universums wird auf 13,7 Milliarden Jahre geschätzt.
• Erste Sterne gab es im Universum bereits vor 13,5 Milliarden Jahren.

2. Form und Volumen


Im CDM-Standardmodell (CDM von engl. Cold Dark Matter, „kalte dunkle Materie“) sowie dem aktuelleren Lambda-CDM-Standardmodell, das die gemessene Beschleunigung der Expansion des Universums berücksichtigt, ist das Universum flach; das heißt, der Raum wird durch die euklidische Geometrie beschrieben. Ein solches Universum muss nicht zwingend ein unendliches Volumen haben, da auch kompakte Topologien für den Raum möglich sind. Auf der Basis der verfügbaren Beobachtungen kann derzeit nur eine grobe untere Grenze für die Ausdehnung des Universums angegeben werden. Nach Neil J. Cornish[6] von der Montana State University zeigen Daten des Satelliten WMAP, dass das Universum gemäß den meisten Modellen einen Durchmesser von mindestens 78 Milliarden Lichtjahren besitzen muss. Im Lambda-CDM-Standardmodell wird daher meist eine flache Geometrie mit unendlicher Ausdehnung betrachtet.

3. Entspricht von den Topologischen Mannigfaltigkeiten, Nr. 3 = flach

Siehe Datei! Anbei

4. Ein tolles, einleuchtendes Bild bei Wiki gefunden: Mathematisch kommt ein rotierenden Torus in Frage, der sich von flach umwandeln kann in so ein „Donut-Teil“ und damit die QM bedient. Hier kannst du es live sehen: de.wikipedia.org/wiki/Torus#/media/File:...s_from_rectangle.gif


-
5. Torus >>> de.wikipedia.org/wiki/Torus
Rotierender Torus>>> Spezialfall


Bye-bye,
Chalawan2000

Habe ich etwas vergessen?
Schönes WE!
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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 30 Jun 2017 08:49 #16404

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Erstmal danke für die Mühe, das sind Fakten die mir soweit klar sind.

Ich will nochmal versuchen darzulegen was die Intention meines Beitrags ist und was nicht.

Es geht mir NICHT darum irgend etwas zu widerlegen, Ich behaupte (hier im Thread) NICHT das Universum sei offen oder flach oder geschlossen oder eine Kugel oder ein Thorus oder formlos... darum geht es nicht.
Ich will verstehen wie die zwei von mir genannten Punkte zusammenpassen,
Ich will verstehen wie das Abbild des kosmischen Hintergrunds durch ein expandierendes, möglicherweise gekrümmtes Universum bei endlicher Lichtgeschwindigkeit auf die Projektionsfläche "Himmelssphäre" projiziert wird.
Die Eingangs gezeigte Grafik, mit der erklärt wird warum die WMAP Daten ein flaches Universum zeigen, ist ein statisches Bild, das Bild eines NICHT expandierenden aber gekrümmten Raumes (sonst sähe der Strahlengang der mittleren Grafik anders aus). Das reicht mir nicht, da fehlt mir ein wichtiges Element zum Verständnis.

Das heist, es geht um die Überlagerung zweier Effekte: Expansion und (möglicherweise) Raumkrümmung. Wie sieht das in Kombination aus.

Einzeln kann ich das ergoogeln bzw. ist mir inzwischen einigermassen klar.

PS:
Thorus, Kugel, formlos ... spielt hier kaum eine Rolle (außer für eine mögliche Krümmung). Das beobachtbare Universum ist eine größer werdende Kugel. der äußere Rand ist die Quelle der kosmischen Hintergrundstrahlung, die Projektionsfläche ist unsere "Himmelssphäre"


Nachtrag:
Mir ist gerade eben eines klar geworden: Wir blicken auf die Innenseite einer Kugel mit nur 42 Mio Lichtjahren Radius! Das ist die Winkelentfernung (DA) eines Objekst bei Rotverschiebung z=1089 und damit die Emmissionsentfernung. (siehe Ned Wrights CosmoCalc )
Diese Erkenntnis lässt in mir erneut Zweifel daran aufkommen das sich eine mögliche Krümmung des Raumes überhaupt als Verzerrung in den Abbildern der hot/cold spots sichtbar wäre. Ich hatte das in einem anderen Thread angesprochen.

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 30 Jun 2017 09:17 #16405

Hi

... ich bin mir nicht sicher ob meine Überlegungen jetzt hier passen. Aber ich stelle mir das so vor, dass bei der Hintergrundstrahlung die Verhältnisse aus Expansion und Energie ausgeglichen sein könnten. D.h. die Eigenschaften Energie und Expansion sind zwar da, treten aber nicht in Erscheinung weil sie vom Betrag her gleich sein könnten.

Die Raumzeit ist flach an dieser "Stelle".

Treten nun Ungleichgewichte auf , treten die Eigenschaften in Erscheinung, wie es beim Vorhandensein von Galaxien ja schon der Fall ist, dann ist die Expansion m.E. überhaupt erst nötig damit die Raumzeit flach bleibt. M. E. ist die Flachheit der Raumzeit eine Erhaltung, wie die Impulserhaltung. Diese Erhaltung kommt durch Expansion und Entfernung zwischen massebehafteteten Objekten zustande.

Die Raumzeit ist an dieser "Stelle" flach, aber nur weil die Expansion selbst nicht flach ist.

viele Grüße
seb110

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 30 Jun 2017 10:33 #16409

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Es gibt ein Jörn Müller Tutorial "Entfernung" über DA.
Auch meine ich vor Monaten im Forum als Gast "gewühlt" zu haben aber wo ist das Forum Archiv?
Wieso ist das Universum "offen"?

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 30 Jun 2017 11:52 #16417

beim Zeitraum der anzuzeigenden Themen "Alle" wählen, meinst du das mit Archiv?

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 30 Jun 2017 12:14 #16421

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Danke! :unsure:
Fand aber Meridix Thema nicht, bin allerdings nur kurz drüber gesprungen. -
Wollte dir noch ein "Like" subkutan verabreichen, aber muss 6h warten...

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Zeigt WMAP ein offenes Universum? 30 Jun 2017 12:53 #16425

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Danke seb,
Energie ist ein gutes Stichwort. Bei der Auswertung gehts ja immerhin um ein Leistungsspektrum und vielleicht sollte ich mir erstmal vertiefen was das in diesem Zusammenhang bedeutet.

Ich glaube inzwischen, die oben gezeigten Grafiken mit denen die Auswertung der Daten erläutert wird sind irreführend. Der gezeigte Strahlengang ist eine eindimensionale Darstellung, die gezeigten Verzerrungen bei verschiedenen Krümmungseigenschaften aber erst in der 2-D Projektion sichtbar.

Ich habe inzwischen gelernt, der Vergrößerungseffekt durch die Expansion verursacht nur eine Vergrößerung aber keine Verzerrung des Abbilds.
Kugelradius 42Mio Lichtjahre in 13,7 Mrd Lichtjahren Entfernung -- das ist ein Vergrößerungsfaktor von 320.

@Chalawan2000, ja, das Tutorial hab ich gelesen, das ist gut. Jörn Müller kommt da zum gleichen Ergebnis für die Emmissionsentfernung der Hintergrundstrahlung.

Bleibt zunächst die Frage offen: wenn die Expansion keine sichtbare Verzerrung im 2-D Abbild verursacht warum sollte eine mögliche Raumkrümmung dies tun?
Könnte es nicht auch einfach so sein das Raumkrümmung ebenfalls einen Vergrößerungs- Verkleinerungseffekt ohne Verzerrung hat?

Das sind übrigens alles rein geometrische Betrachtungen, Ich versuche mir vorzustellen auf welchen Wegen die Bilder zu uns kommen und ein 2-D Abbild erzeugen das dann ausgewertet werden kann.

BTW: suchtest du den? WMAP Auswertung
Das ist ja Dein Thread.

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