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THEMA: Fragen zu Wurmlöchern

Fragen zu Wurmlöchern 06 Apr 2018 19:05 #30537

Ich hätte mal ein paar Fragen in Bezug auf Wurmlöcher, welche mir bisher keine Ruhe gaben.

1: Nehmen wir mal an, es gäbe ein Wurmloch, dessen Hals nicht stabilisiert wird durch exotische Materie. Sobald etwas den Schlund des Wurmloches überquert dürfte es demzufolge zu einem Schwarzem Loch kollabieren, da es in diesem Zustand sehr instabil ist. Gilt dieses Verhalten nur für Fermionen? Dürfen Bosonen ein instabiles Wurmloch durchqueren ohne es dabei zu zerstören? Salopp würde ich nämlich 'Ja' sagen, aus der Tatsache heraus, da man Wurmlöcher durch defokussiertes Licht, welches aus ihnen kommt, lokalisieren will (sofern diese überhaupt existieren). Demzufolge dürften ja Photonen diese Gebilde unbeschadet durchqueren können, ohne das das Wurmloch kollabiert. Nur wie kann man das begründen? Oder liegt es daran, das für die Beobachtungsmöglichkeit eines Wurmloches bereits angenommen wird, das es sich dabei um den Typ eines Wurmloches handelt, welches durch ein exotische Materie hervorbringendes Skalarfeld stabilisiert wird, wodurch alles mögliche durch es hindurch kann?

2: Wenn man ein passierbares Wurmloch betrachtet, dürfte dieses ja keinen Ereignishorizont besitzen. Wie kriegt man es hin eben diesen zu unterdrücken? Weiterhin dürfte ja auch kein (starker) Gezeitenradius existieren. Wie schafft man es auch diesen zu unterdrücken, wenn die Krümmung eines Wurmloches doch approximiert so stark wie die eines Schwarzen Loches ist? Oder hängt das eventuell mit den postulierten Skalarfeldern zusammen, welchen einen gewissen Beitrag an exotischer Materie in das Wurmloch schleusen?

3: Wie schon oben von mir propagiert dürfen Wurmlöcher die Raumzeitgeometrie näherungsweise so stark verbiegen wie ein Schwarzes Loch (wenn ich mich nicht irre). Dabei dürften einfallende Objekte unter anderem einer starken gravitativen Zeitdilatation unterliegen, welche aufgrund der starken Gravitation auch nicht gerade sehr klein sein dürfte. Dadurch müssten doch immense Unterschiede in Bezug auf die Alterung eines äußeren Beobachters und eines einfallenden Beobachter entstehen, oder? Kann man dann überhaupt noch sagen, das Wurmlöcher effektive Reisemöglichkeiten sind? Immerhin dürfte ein Flug mit fast Lichtgeschwindigkeit für den sich bewegenden Beobachter aufgrund der Längenkontraktion nur Sekunden dauern, selbst bei immense Entfernungen zweier Raumzeitpunkte. Die besonders harten Nachteile entstehen ja gerade wegen der Zeitdilatation.

Ich bedanke mich bei allen, welche sich die Mühe machen auf meine Fragen zu antworten und ich freue mich über jeden Kommentar.

MfG

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Fragen zu Wurmlöchern 06 Apr 2018 20:39 #30545

Spear Raiden schrieb: Dürfen Bosonen ein instabiles Wurmloch durchqueren ohne es dabei zu zerstören?

Durchqueren schon, wenn sie sich mit lokaler Lichtgeschwindigkeit bewegen könnte das Wurmloch erst hinter ihnen kollabieren. Da sie aber ebenfalls Energie enthalten und damit die Raumzeit krümmen würden sie die Instabilität trotzdem verstärken und könnten das Wurmloch damit soweit ich das überblicke auch zerstören. Ihnen selbst kann das jedoch egal sein, da die Sintflut dann erst hinter ihnen eintritt.

Spear Raiden schrieb: Salopp würde ich nämlich 'Ja' sagen, aus der Tatsache heraus, da man Wurmlöcher durch defokussiertes Licht, welches aus ihnen kommt, lokalisieren will (sofern diese überhaupt existieren).

Man muss ja nicht unbedingt lokalisieren wo das Wurmloch ist, es reicht in dem Fall auch zu sagen wo das Wurmloch war.

Spear Raiden schrieb: Oder liegt es daran, das für die Beobachtungsmöglichkeit eines Wurmloches bereits angenommen wird, das es sich dabei um den Typ eines Wurmloches handelt, welches durch ein exotische Materie hervorbringendes Skalarfeld stabilisiert wird, wodurch alles mögliche durch es hindurch kann?

Wenn man das annimmt kann man auch gleich normale Materie hindurchschicken.

Spear Raiden schrieb: Wenn man ein passierbares Wurmloch betrachtet, dürfte dieses ja keinen Ereignishorizont besitzen. Wie kriegt man es hin eben diesen zu unterdrücken?

So ähnlich wie bei Reissner-Nordström wenn die Ladung, oder bei Kerr wenn die Rotation größer als die Masse ist, da gibt es dann ja auch keinen Ereignishorizont.

Spear Raiden schrieb: Weiterhin dürfte ja auch kein (starker) Gezeitenradius existieren.

Das hängt nur von der Größe ab, je größer desto weniger Gezeitenkräfte.

Spear Raiden schrieb: Wie schon oben von mir propagiert dürfen Wurmlöcher die Raumzeitgeometrie näherungsweise so stark verbiegen wie ein Schwarzes Loch (wenn ich mich nicht irre).

Richtig, deswegen befinden sich die meisten Wurmlöcher auch innerhalb von schwarzen Löchern.

Spear Raiden schrieb: Dabei dürften einfallende Objekte unter anderem einer starken gravitativen Zeitdilatation unterliegen, welche aufgrund der starken Gravitation auch nicht gerade sehr klein sein dürfte. Dadurch müssten doch immense Unterschiede in Bezug auf die Alterung eines äußeren Beobachters und eines einfallenden Beobachter entstehen, oder?

Das sehe ich auch so.

Spear Raiden schrieb: Kann man dann überhaupt noch sagen, das Wurmlöcher effektive Reisemöglichkeiten sind?

Ich glaube nicht.

Spear Raiden schrieb: Immerhin dürfte ein Flug mit fast Lichtgeschwindigkeit für den sich bewegenden Beobachter aufgrund der Längenkontraktion nur Sekunden dauern, selbst bei immense Entfernungen zweier Raumzeitpunkte. Die besonders harten Nachteile entstehen ja gerade wegen der Zeitdilatation.

Das ist richtig, allerdings wären bis man am Ziel ankommt trotzdem alle die man dort besuchen wollte bereits an Altersschwäche gestorben, und man hätte unterwegs auch sehr stark mit den blauverschobenen Photonen der Hintergrundstrahlung zu kämpfen.

Auch keine richtige Lösung für dieses Problem habend,

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