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THEMA: Ambivalenz der Entropie

Ambivalenz der Entropie 15 Okt 2016 22:09 #8868

Ambivalenz der Entropie
Josef beschreibt im Buch die Entropie. Ich habe dabei eine gewisse Ambivalenz im Kopf. Entropie scheint nicht immer das gleiche zu sein oder zu bewirken - auch sie scheint relativ.
Entropie wächst:
- wenn Informationen verloren gehen
- wenn der Grad der Unordnung zunimmt (was auch immer Ordnung ist - Mütter wissen dies i.d.R. besser als deren Kinder)
- wenn das wahrscheinlichere Ereignis eintritt
Entropiewachstum ist also der Versuch in Richtung
- geringerer Informationen
- geringerer Ordnung
- wahrscheinlicherem Ereignis
Insgesamt kann man sagen, dass Entropie durch Bewegung bzw. Veränderung bedingt ist. Verändert sich nichts, ist Entropie beliebig klein.

Bewegung bzw. Veränderung sind aber auch Eigenschaften, auf denen unser Begriff "Zeit" basiert.

Somit, da sage ich nichts Neues, sind Zeit und Entropie eng verwoben, wenn nicht sogar äquivalent.

Ein Beispiel für wachsende Entropie könnte sein:

Die Dichte eines Nebels in einem Raum verringert sich kontinuierlich bis sich in diesem Raum kein Ort mehr finden lässt, an dem sie größer bzw. kleiner wäre als im restlichen Raum, sie ist also homogen verteilt.

Ist jedoch eine hinreichend große Masse in der Nähe, bedeutet der Anstieg der Entropie nicht mehr eine Dichteabnahme des Nebels, sondern das sich ständige Annähern der im Nebel enthaltenen Materie an die Masse. Höchste Entropie wäre hier dann erreicht, wenn die Materie des Nebels komplett mit der Masse vereint ist.

Entropie scheint also den Weg des Erreichens des wahrscheinlichsten Zustands zu beschreiben - und ist irreversibel.

Erinnert man sich an die Verwandtschaft zwischen Entropie und Zeit, hieße dies, salopp gesagt, abhängig vor einer Masse in der Nähe, läuft die Zeit anders?

Ist der Zustand eines (Inertial)systems (leer, viel Masse usw.) dafür verantwortlich, wie die Zeit verläuft?
Ich habe in diesem Text kaum einen Bezug auf Raum und Gravitation erwähnt, und trotzdem scheint die Zeit relativ zu sein.
Nicht verkehrt verstehen, dies sind Fragen an die Fachleute unter euch - und keine Theorie oder gar eine Behauptung von mir.

Letztendlich: Ist Entropie tatsächlich derart von seiner Umgebung abhängig?

Gruß an alle hier im Forum
Ultrafox

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Ambivalenz der Entropie 15 Okt 2016 22:56 #8869

Nachtrag:
Nach der Informationstheorie erhöht sich die Entropie, wenn ich beispielsweise einen wohlsortierten Pokerkartenstapel zu Boden fallen lasse. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ordnung des Stapels nach dem raschen Wiederaufsammeln kleiner ist als vor dem Fallenlassen, ist immens größer als jedes andere Ereignis.
Entropie innerhalb der Thermodynamik könnte allerdings behaupten, dass das Loslassen des Stapels zu einer Entropiezunahme führe, weil eine Masse alle meine Karten anzieht und schließlich mit ihnen vereint. Nun wäre die Masse größer aber immer noch geordnet.
Mein Bauchgefühl sagt mir jedoch, dass die Aufnahme der Karten zu einer bestehenden Masse zu einer Entropiereduktion führt – aus Sicht der Masse. Liege ich da völlig falsch?
Vor dem Loslassen des Kartenstapels schwebten diese ca. 1,5 Meter über dem Boden. Anschließend hat sich der Boden/die Masse alle Karten einverleibt und diese tragen nun dazu bei, die Struktur der Masse weiter zu verfestigen – Zustand geringerer Entropie?

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Ambivalenz der Entropie 16 Okt 2016 23:28 #8885

Hat denn niemand von euch dazu etwas zu sagen? Ist mein Gedankengang so schräg - oder blöd?
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir (auch wenn ablehnend) ein Feedback geben würdet.
Gruß
Ultrafox

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Ambivalenz der Entropie 17 Okt 2016 21:32 #8910

  • ZenForAll
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Die Entropie nimmt immer zu schon in dem Moment wo Du die Karten los lässt.
Nur mit Energie kannst Du dem gegenwirken. Das ist auch der Grund warum man keine Zeitreisen in die Vergangenheit machen kann. Die Masse ist da nicht relevant.

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