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THEMA: Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART)

Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 13 Jun 2017 10:09 #15613

Hallo,

das andere Thema zu SL wurde leider gesperrt. Ich hatte in diesem Thread die Frage aufgeworfen, ob sich ein Ereignishorizont (EH) überhaupt bilden kann und falls ja, wie genau das dynamisch abläuft. Wir sind in der Diskussion dann auch dazu gekommen, daß man zwischen dem äußeren Beobachter und dem mitbewegten Beobachter unterscheiden muß. Nach meinem Dafürhalten sind wir dabei noch nicht zum Ende gekommen.

Ich will hier nicht die quantenmechanischen Feinheiten diskutieren (zB Hawkings neue Thesen zur "Feuerwand"), sondern aus Sicht der allgemeinen Relativitätstheorie die Unterschiede herausarbeiten.

Meine These dazu:
Der äußere Beobachter sieht nie den gravitativen Kollaps zum Ende kommen, da sich der Kollaps durch die Zeitdillatation immer mehr verlangsamt, bis er fast zum Stillstand kommt (so auch Wikipedia). Ein Online-Artikel in der Spektrum (den ich im Moment nicht wiederfinde) sagt auch, daß aus Sicht des äußeren Beobachters der EH nicht anwachsen kann (also statisch ist).

Da jedoch beide Beobachter in bestimmten Dingen übereinstimmen müssen (so etwa zum raumzeitlichen Abstand zwischen Ereignissen oder im Hinblick auf Wirkungen), fragt sich, wie der einfallende mitbewegte Beobachter einen EH sehen kann, den der äußere Beobachter nicht sieht. Konkret: Wie würde der einfallende Beobachter den raumzeitlichen Abstand zwischen seiner Position (in Raum und Zeit) und seinem Auftreffen auf den EH (in Raum und Zeit) berechnen und wie der äußere Beobachter (für den das ja nie passiert bzw. nicht innerhalb endlicher Zeit)?

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 01:47 #15659

Hallo Heinz Jürgen,

Mir ist auch nicht ganz klar warum der andere Thread gesperrt wurde aber seis drum.
Ich würde eine Überlegung zu dem was du angesprochen hast mit in die Waagschale werfen.
Was ist mit der Materie die sich bereits vor Bildung des schwarzen Lochs innerhalb des späteren Schwarzschildradius befindet?
Die ist ja im Moment des Kollaps bereits innerhalb und muss nicht erst reinfallen.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 05:44 #15661

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Guten Morgen,

-Hawking sagte in den 70-igern des letzten JHs auch, dass der EH eines SL niemals schrumpft s.u.
-Die beiden Beobachter befinden sich in verschiedenen Bezugssystemen, ART und QM.
-Für die makroskopische Charakterisierung der SL reichen die ART und die semiklassischen Quantisierungen aus; für eine angemessene Beschreibung der Zentralregion bedarf es aber einer vollständigeren Theorie der Quantengravitation: Stringtheorie oder Konkurrent Quantengeometrie=Loop- oder Schleifen-Quantengravitation sind dafür Kandidaten (wo hinter dem EH Raumzeit nicht kontinuierlich fließt wie in der ART und QT, sondern körnig und portioniert und dynamisch),
-In „Tunnel durch Raum und Zeit“ von R. Vaas fand ich etwas dazu, aus Sicht der QG Theorie, was dich vielleicht auch interessiert – ich sende dir eine Seite.
bye,
Chalawan

PS:
Es ist eine Ungleichung, die besagt, dass der Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs niemals schrumpft. Er kann nur wachsen – wenn nämlich das Schwarze Loch etwas in sich aufnimmt.
Hawkings Theorem, das einer der Gründe für sein großes Ansehen in Fachkreisen ist, gab aber kein quantitatives Maß. »Man wusste also nicht, wie groß die Veränderung war«, kommentiert Ashtekar. »Jetzt können wir dagegen exakt sagen, wie die Oberfläche zunimmt, abhängig vom Einfall von Materie und gravitativer Strahlung.«
Waren bislang nur kleine Änderungen zwischen statischen Zuständen Schwarzer Löcher beschreibbar, hat die Arbeit von Ashtekar und Krishnan endlich die drei einzigen Eigenschaften dynamischer Schwarzer Löcher – Masse, Drehimpuls und elektrische Ladung – mit dem Einfall von Materie und Strahlung in Verbindung gebracht. Das geschah im Rahmen der vollständigen nichtlinearen Allgemeinen Relativitätstheorie, also ohne irgendwelche Näherungsverfahren – eine Leistung, die Experten erstaunt, weil die Komplexität von Albert Einsteins Feldgleichungen so atemberaubend ist, dass nur sehr wenige exakte Lösungen existieren.
Ashtekar und Krishnan gelang noch ein weiterer theoretischer Durchbruch. Sie beschrieben den »Rand« eines Schwarzen Lochs nicht wie bislang als Ereignishorizont, sondern als dynamischen Horizont. Der Unterschied zwischen beiden ist wenig bekannt, aber fundamental – und war der Schlüssel zum Erfolg.
Ein Ereignishorizont lässt sich streng genommen nämlich nur teleologisch, das heißt von einem übergeordneten Standpunkt – einer Art Gottesperspektive – oder am Ende der Zeit erkennen. »Dynamische Horizonte können dagegen lokal beschrieben werden, das heißt, man muss nur die Raumzeit-Geometrie an einem Ort heute kennen und nicht als Ganzes«, sagt Ashtekar. »Es kann durchaus sein, dass sich dort, wo ich sitze, einmal ein Ereignishorizont bildet, weil sich in dieser Region der Milchstraße in einer Milliarde Jahren ein Gravitationskollaps ereignet. Würden wir ihn zurückverfolgen, kämen wir auch in diesem Zimmer an« – aber das können wir jetzt eben noch nicht wissen. Wenn irgendwo ein dynamischer Horizont existiert, dann gibt es auch einen Ereignishorizont – aber nicht umgekehrt. »Daher entsprechen die dynamischen Horizonte besser unserer intuitiven Vorstellung von Schwarzen Löchern und sind enger damit verbunden, was Astronomen wirklich sehen – oder eben gerade nicht sehen –, wenn sie von der Entdeckung Schwarzer Löcher berichten.«
...
Aber auch Singularitäten hinter dem Horizont soll es der Quantengeometrie zufolge nicht geben. Die Diskretheit der Raumzeit verlangsamt den finalen Kollaps und lässt Gegenkräfte den Rückprall bewirken. Wenn nun die Singularität als Punkt in der Zeit durch die Quantengeometrie eliminiert ist, so gibt es Zeit samt Raum hinter der Singularität oder, von außerhalb des Schwarzen Lochs betrachtet, ein Universum nach der Verdampfung eines jeden Schwarzen Lochs. Die Frage ist: Zweigt im Schwarzen Loch die Raumzeit in ein Tochteruniversum ab oder wird die ins Schwarze Loch gestürzte Materie wieder in den Außenbereich gespien?
»Definitiv können wir das leider noch nicht beantworten, da wir noch keine komplette Lösung für eine solche Raumzeit haben, sondern nur Teile davon«, sagt Martin Bojowald. »Streng genommen gibt es also immer noch beide Möglichkeiten. Man kann jedoch bereits einiges über die Gesamtsituation aussagen. Und das meiste spricht dafür, dass die Seite jenseits dessen, was einst für eine Singularität gehalten wurde, ein Teil unseres Universums ist.« Auch in seinem 2009 erschienenen populärwissenschaftlichen Buch Zurück vor den Urknall hat er sich zu dieser Frage geäußert: »Für eine Abzweigung des Inneren des Schwarzen Lochs in ein Tochteruniversum wäre es nun nötig, dass die Raumzeit nur an einem Ende der klassischen Singularität, also des hohen Krümmungsbereichs in der Quantengravitation, aufreißt, an deren anderen Stellen aber intakt bleibt. Geschieht dies nicht, so reißt das Innere zwar am Horizont vom Äußeren ab, zersplittert aber auch gleich in unzählige voneinander vollkommen getrennte Raum-Atome – eine kosmische Fehlgeburt, die man auf keinen Fall als Tochteruniversum ansehen kann.« Ein solches desaströses Zersplittern, also Risse in den Spin-Netzwerken, legen die kosmologischen Gleichungen nicht nahe.
...

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Letzte Änderung: von Chalawan2000. Begründung: Ergänzung (Notfallmeldung) an den Administrator

Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 09:57 #15663

Hallo Merilix,

ja, das ist ein interessanter Aspekt. Daher ja meine Frage nach der Dynamik. Startet die SL-Bildung quasi an einem "Punkt" (Plancklänge?) oder in einer größeren Region quasi gleichzeitig? In ersterem Fall wäre alle Materie außerhalb des "Punkts" auch äußerer Beobachter im Hinblick hierauf. Im zweiten Fall wäre dann natürlich ein anderer Beobachtungsstandpunkt vorhanden, die Materie/Energie würde quasi von einer Raumzeitblase umschlossen und räumlich und zeitlich aus dem Rest des Universums entfernt. Im bezweifle aber von der Dynamik her (ohne Berücksichtigung der QM), daß es überall "gleichzeitig" passiert.

Hallo Chalawan2000,

auch sehr interessante Aspekte von Dir, nur gehst Du genau in die Richtung, die ich (zunächst) vermeiden wollte, nämlich zu sehr in Richtung QM. Ich wollte zunächst mal klären, was aus Sicht der ART passiert, bevor wir uns mit der QM oder gar der Quantengravitation beschäftigen. Ich will also erst mal rein theoretisch den Kollaps auf großer Ebene begreifen. Ob dies dann Realität ist oder nicht, sei dahingestellt. Die Details können wir derzeit ohnehin im Experiment nicht prüfen.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 10:37 #15664

Merilix schrieb: Was ist mit der Materie die sich bereits vor Bildung des schwarzen Lochs innerhalb des späteren Schwarzschildradius befindet?
Die ist ja im Moment des Kollaps bereits innerhalb und muss nicht erst reinfallen.


Bitte korrigieren, falls meine unteren Annahmen falsch oder unvollständig sind.

Wie bilden sich denn Schwarze Löcher?

Mir fallen erstmal 2 Mechanismen ein: Kollaps eines sehr massereichen Sterns oder Kollaps eines Neutronensterns durch Aufnahme zusätzlicher Materie. Beides geschieht in einer Supernova.

In beiden Fällen dürfte im "Inneren" dieser Supernova unmittelbar vor der SL-Bildung eine Ansammlung von Neutronen vorliegen. Der Druck wird immer größer, so dass sich diese Neutronen in Bosonen umwandeln und somit nicht mehr dem quantenmechanischen Pauli Prinzip unterliegen.

Meiner Meinung nach ist das, was zur Bildungszeit innerhalb des späteren Ereignishorizonts abläuft.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 17:56 #15693

Hallo Claus,

Deine Beschreibung entspricht der Standardargumentation, nur fehlt eben gerade das dynamische Detail, ob der EH sich an einem Punkt oder gleich auf einer großen Fläche mit kilometergroßem Radius bildet.

Ich will mal einen neuen Anlauf starten:

Nehmen wir zwei Beobachter, die nebeneinander stehen und einem Kollaps zusehen. Sie kennen alle Parameter, sprich Masse des Sterns. Lassen wir auch mal die Supernova weg und auch die Rotation und Ladung. Einfach nur viel Materie/Energie, mehr als nötig ist, um ein SL zu bilden.
Meiner Meinung nach ist dieses Gebilde in seiner Mitte am dichtesten, so daß dort auch zuerst die Fluchtgeschwindigkeit der Lichtgeschwindigkeit entsprechen müßte.
Nun aber bildet sich der EH nur an diesem einen Punkt, alles andere liegt ja noch außerhalb mit Fluchtgeschwindigkeit kleiner c. Alles außerhalb nähert sich dem EH nun asymptotisch an, sprich mit Zeitdillatation, die immer extremer wird, so daß die beide Beobachter nun in endlicher Zeit keine Materie/Energie wahrnehmen (egal mit welchen Sensoren), welche den EH erreicht. Der EH wächst daher auch nicht.

Nun bewegt sich einer der Beobachter frei fallend auf das Zentrum des Kollapses zu. Sein Kollege hält den ursprünglichen Abstand hingegen konstant. Jener Zweite sieht seinen Kollegen nun auch asymptotisch dem EH annähern, diesen aber nie erreichen (in endlicher Zeit).

Was aber sieht nun der erste Beobachter, der frei fällt? Sieht (sehen meint hier irgendwie wahrnehmen oder auch nur berechnen) er nun einen wachsenden EH, den er in endlicher Zeit überqueren wird oder bleibt der EH auch für ihn winzig klein, wie bei der Bildung?

Insbesondere: Zurück in meine Ausgangsfrage, wie berechnen beide den raumzeitlichen Abstand zwischen den Ereignissen (Start des freien Falls bis Überqueren des EH, denn da müßten beide nach der ART zum gleichen Ergebnis kommen, oder nicht)?

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 18:13 #15694

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Entschuldige bitte, HJ, ein letzter Einwurf „aus dem Mikrobereich“, :ohmy: weil es hier einfach „hinpasst“, finde ich. In Gaßner-Leschs Video über die QG sagte Herr Gaßner, sicher mit Grund, dass ihn die Stringtheorie als Mathematiker anspricht. Ja, die Theorie ist nicht bewiesen, aber die Überlegung, statt eines Punktes von einem Faden auszugehen und damit von 1 Dimension, finde ich bemerkenswert. Du kennst dieses Paradox?


Das Banach-Tarski-Paradoxon oder auch Satz von Banach und Tarski ist eine Aussage der Mathematik, die demonstriert, dass sich der anschauliche Volumenbegriff nicht auf beliebige Punktmengen verallgemeinern lässt. Danach kann man eine Kugel in drei oder mehr Dimensionen derart zerlegen, dass sich ihre Teile wieder zu zwei lückenlosen Kugeln zusammenfügen lassen, von denen jede denselben Durchmesser hat wie die ursprüngliche. Das Volumen verdoppelt sich, ohne dass anschaulich ersichtlich ist, wie durch diesen Vorgang Volumen aus dem Nichts entstehen können sollte. Dieses Paradoxon demonstriert, dass das mathematische Modell des Raumes als Punktmenge in der Mathematik Aspekte hat, die sich in der physischen Realität nicht wiederfinden.
Chalawan

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 18:35 #15695

Hallo Chalawan,

ja die beiden Punkte sind mir bekannt. Die Frage der Singularität erübrigt sich schon durch die Wellennatur der Quantenobjekte, da brauche ich keine Strings. Ein Quantenobjekt wird nie an einem Punkt mit Dimension 0 existieren.

Das angesprochene Paradoxon ist eine mathematische Kuriosität, es gibt davon auch andere, etwa Gabriels Horn etc. In der realen Welt gibt es aus meiner Sicht auch keine echten Unendlichkeiten.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 19:18 #15698

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Ach ja, stimmt, der Dualismus.-
Ich kannte das Paradoxon nicht und irgendwas Klingelte bei mir... Durch die Fraktalstruktur der Oberfläche der Kugel und dem Selbstähnlichkeitsphänomen - Mandelbrot (Umfang Englands, Äpfelmännchen), wird diese natürlich unendlich - ähnlich dem Zenon Paradox - wirklich toll.
Ist das leerer werdende Vakuum (Raum) nicht unendlich?
Aber ich will nicht stören.
(mein Hintergedanke: die Natur wiederholt doch bestimmte "pattern", das ist sicher Selbstähnlichkeit)

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 14 Jun 2017 21:36 #15703

Ich will auch einen neuen Anlauf starten und überlegen, wie der Kollaps vonstatten gehen könnte.

Zu Beginn wird im Zentrum der Druck auf die Neutronen zu hoch, so dass sie sich zu Bosonen umwandeln und in die "echte Mitte" stürzen.

Die Neutronen darum herum werden wiederum in den Kern gedrückt und werden von den äußeren Neutronen wieder unter so einen Druck gesetzt, dass sie sich wieder in Bosonen umwandeln. Und so läuft der Kollaps in hohem Tempo weiter.

Mit zunehmendem Kollaps dehnt sich dann der Ereignishorizont aus. Soweit ich weiß, fliegen Teilchen nach Innen ohne dass sie dabei in ihrer Eigenzeit durch den Ereignishorizont "behindert" werden.

Was Beobachter von außen sehen, übersteigt leider meine Vorstellungskraft.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 16 Jun 2017 01:31 #15792

Die deutsche Wikipedia schreibt im Artikel Bosonen :

Wikipedia schrieb: Zusammengesetzte Teilchen
Fermionisches oder bosonisches Verhalten zusammengesetzter Teilchen kann nur aus größerer Entfernung (verglichen mit dem betrachteten System) beobachtet werden. Bei näherer Betrachtung (in einer Größenordnung, in der die Struktur der Komponenten relevant wird) zeigt sich, dass ein zusammengesetztes Teilchen sich entsprechend der Eigenschaften (Spins) der Bestandteile verhält. Beispielsweise können zwei Helium-4-Atome (Bosonen) nicht denselben Raum einnehmen, wenn der betrachtete Raum vergleichbar mit der inneren Struktur des Heliumatoms (≈10−10 m) ist, da die Bestandteile des Helium-4-Atoms selbst Fermionen sind. Dadurch hat flüssiges Helium ebenso eine endliche Dichte wie eine gewöhnliche Flüssigkeit.

Leider fehlt dort eine entsprechende Quellenangabe.
Kann das jemand bestätigen oder widerlegen? Immerhin bestehen einzelne Neutronen nur aus drei Quarks mit nicht ganzzahligen Gesamtspin.

Dazu kommt noch ein ganz anderer Aspekt. Nämlich das der Schwarzschildradius nicht den Abstand zum Mittelpunkt angibt sondern über die Oberfläche der Kugel definiert ist. Der radiale Abstand zum Mittelpunkt ist in der ART größer als der euklidische. Daraus ziehe ich den Schluss das 1) die Teilchen den EH auch aus ihrer eigenen Perspektive vieleicht nicht erreichen können und 2) dies Einfluss auf die Stärke von Wechselwirkungen haben müsste die vom Abstand abhängen...

assume good faith

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 17 Jun 2017 14:40 #15860

Heinz Jürgen schrieb: Der äußere Beobachter sieht nie den gravitativen Kollaps zum Ende kommen, da sich der Kollaps durch die Zeitdillatation immer mehr verlangsamt, bis er fast zum Stillstand kommt (so auch Wikipedia). Ein Online-Artikel in der Spektrum (den ich im Moment nicht wiederfinde) sagt auch, daß aus Sicht des äußeren Beobachters der EH nicht anwachsen kann (also statisch ist)


dann dürfte man ja auch nie die verschmelzung zweier SL sehen , wie passt das zu den LIGO daten der gravitationswellen eben einer solcher verschmelzung .

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 17 Jun 2017 18:42 #15866

Die Beobachtung steht dazu mEn nicht im Widerspruch. Bereits das Umkreisen löst Gravitationswellen aus und die Endphase eben noch stärkere. Die Vereinigung an sich muß also nicht stattfinden, um den Effekt auszulösen.

Aber man muß eben genau zwischen den Beobachtungspositionen trennen. Hier haben wir auch die Position aus Sicht eines der SL und die Sicht eines entfernen Beobachters.

Aus dessen Sicht sieht ja auch ein SL größer aus, weil die Materie/Energie dicht am EH steht, er kann nicht differenzieren, ob diese davor oder dahinter ist, so wie wir auch die Sonnenmasse nur als solche wahrnehmen und nicht die Dichte in verschiedenen Tiefen.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 18 Jun 2017 23:28 #15917

  • Chalawan2000
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Hallo Heinz Jürgen,

um was geht es Dir genau? Das sich kein EH bilden kann? Weil was? Er ein mathematisches Gebilde ist, das aussieht wie ein riesiges Spinnennetz? (Das ist vielleicht eine übertriebene Darstellung.)
Im Zusammenhang mit der ART ist der EH doch nur eine Grenze: bis hier kannst du beobachten und dahinter ist Schluß. Du sagtest es ja auch schon bzw. Claus: der hypothetische Mensch im Loch wird spaggetifiziert, was von draußen NICHT gesehen wird, vielmehr sieht der äußere Beobachter wahrscheinlich NICHTS – Zeitdilatation. Claus‘ Artikel mit dem Teilchen das ins Loch fällt und der Frage, wer was sieht, gehört in die QM und nicht in die ART und du willst ja dein Gedankenexperiment ausschließlich mittels der ART betrachten?
Da mich SL begeistern, möchte ich dich fragen, wie weit du gekommen bist???
Das wir in Simulationen die Supermassiven-SL-Verschmelzungen „SEHEN“ hilft unserer Vorstellungswelt, abgesehen davon, dass sie teils spektakulär sind, ja, echt was hermachen! Der EH wird in den Simulationen nicht gezeigt (die ich sah)… Weil man ihn aus der „Vogelperspektive“ nicht sieht oder er zu schmal ist? Ich weiß es nicht. Oh doch, Hawking schrieb so etwas, aber ich glaube im Rahmen der QM oder gar QG – müsste ich raussuchen. Ich denke jedenfalls, die ART (Betrachtungen/Berechnungen) müsste über die QG (HIER ja sehr wichtig!) zur QM übergehen. So wie auch heute der „Urknall“ QM beschrieben wird und damit leichter vorstellbar ist als „Am Anfang war Nichts und das ist dann explodiert.“ (Fred Hoyle) aber Lemaître drückte es auch nicht anders aus.

Was denkst du?
Bye-bye,
Chalawan2000

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 19 Jun 2017 14:48 #15935

Daß der EH nur ein mathematisches Gebilde ist, welches sich real nicht für den Beobachter auswirkt (es sei denn Feuerwand laut manchen QM-Berechnungen), ist mir klar.

Mir geht es um die Entstehungsdynamik aus Sicht verschiedener Beobachter und wie die Beobachtungen zueinander passen.

Ich gehe dabei zunächst vom äußeren Beobachter aus und frage mich, wie er denn überhaupt ein SL/EH entstehen "sieht", weil sich für mich das Problem der asymptotischen Annäherung stellt. Unter dem Begriff "sehen" verstehe ich dabei jegliche Wahrnehmung oder Berechnung. Der Beobachter ist also quasi allwissend und könnte den Radius des EH berechnen. Nur eben nicht einfach mit Masse x = Radius y, sondern auch von der Entwicklung her. Wie kann aber der äußere Beobachter einen wachsenden oder entstehenden Horizont "sehen"?

Die QM spielt dabei mEn nur eine Rolle bei der konkreten Dichtezunahme, aber nicht bei der Frage der Raumkrümmung und damit der Definition des EH aus Sicht des äußeren Beobachters.

Wenn man nun zu dem Schluß kommen sollte, daß der äußere Beobachter nie ein SL in endlicher Zeit entstehen "sieht", dann stellt sich die Frage, wie man die Koordinaten auf den inneren Beobachter umrechnen könnte, so daß dieser den EH "sieht". Die üblichen Formeln zur Transformation müßten dann ja versagen, weil die Zeit unendlich groß ist.
Daher meine Frage nach dem raumzeitlichen Abstand der Ereignisse.

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 05 Jul 2017 21:34 #16649

Hier noch etwas Interessantes zu den SL, worüber man nachdenken kann.
1974 wettete Stephen Hawking, dass das Doppelsternsystem Cygnus X1 kein SL enthält. Er verlor die Wette.
Eine Kombination aus Radio- optischen und Röntgenbeobachtungen hat gezeigt, dass der große blaue Begleitstern mit einem SL um den gemeinsamen Schwerpunkt rotiert und der Konterpart eine Maase von 14,8 -facher Sonnenmassen hat. Der Ereignishorizont des SL hat einen Durchmesser von etwa 45 km und rotiert in einer Sekunde 800 mal um seine Achse.
Aus der Kombination aller verfügbaren Beobachtungsdaten hat man das dreidimensionale Bewegungsszenario bestimmt. Die Röntgeninformationen stammten vom Innenrand der Akkretionsscheibe, waren also hoch Doppler -verschoben.

Und noch ein Aspekt zu den supermassiven SL in den Zentren der Galaxien.
Man konnte empirisch zeigen, dass die Masse dieser Löcher zu der in den Bulges vorhandenen Massen korreliert. Die Bulges sind die besonders hell leuchtenden Zentrslbereiche der Galaxien.
Was man aber nicht erklären kann, ist die relativ kurze Reichweite des gravitativen Einflusses des SL zu den Massen und den Massendichten dieser Bulges. Beide Größen unterscheiden sich um einen Faktor 1 Mio.
Käme man einer Klärung dieser Frage näher, verstünde man die Dynamik der Galaxien auch viel besser.
Soweit ich weiß, haben wir dieses Problem hier im Forum noch nicht behandelt.
Vielleicht hat ja der eine oder andere mal Lust, dieser offenen Frage nach zugehen.
Ich weiß, dass Fachkollegen daran arbeiten, kenne diese aber nicht.
Grüße
Thomas

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Existieren schwarze Löcher (im Rahmen der ART) 05 Jul 2017 21:54 #16652

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Nur ein Hinweis:
Denkt mal an den Kappa Prozess (ein Zyklus) im Inneren von Sternen!
bye,
Chalawan2000

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