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THEMA: Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem?

Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 19 Jul 2018 19:25 #37643

Man spricht von Skandal und gar von Betrug, aber ist es das wirklich oder ist es ein ganz natürlicher und zu erwartender Prozess?
Es geht um das hier:
Tageschau.de zu Fake Science
Seitens der Verlage kann man sicherlich von Betrug sprechen,aber in ähnlicher Weise wie bei Drückerkolonnen, die einem Zeitungsabos mit angehängter Lebensversicherung andrehen wollen oder wie bei email-Spam.

Was mich an der Diskussion stört ist das "Gschmäckle" von Zensur.
Nicht dass ich etwas gegen die Qualitätssicherung bei wissenschaftlichen Publikationen hätte, aber ich fände es fatal, wenn es quasi "verboten" würde,unausgegorene Ideen zu veröffentlichen. Aus Brainstorming wüde damit Gehirne auf Schienen.
Ich finde es liegt einerseits beim Wissenschaftler, zu wissen wo er veröffentlicht und andererseits beim Leser zu wissen wie er das Gelesene einzuordnen hat.
Wenn man die wissenschaftlich interessierte Bevölkerung vor "nicht QS geprüften" Publikationen schützt, verhindert man effizient die Entwicklung neuer Ideen, Denn selbst die abstrusesten und scheinbar schwachsinnigsten Theorien enthalten immer auch Überlegungen, die den Kenntnisstand des "Wissenschaftskonsumenten" erweitern und sei es nur durch deren Widerlegung.
Wissenschaft ist doch nichts anderes als das Aufstellen von Theorien, die man verwerfen kann, sobald sie von Erkenntnissen/Beobachtungen widerlegt werden.
Wenn man beginnt, Theorien zu verwerfen, weil sie nicht mit bisherigen Theorien "auf Linie" sind, kann man auch gleich aufhören.
Und wenn man aus der WIssenschaft gar ein Politikum macht, wie es scheinbar gerade zur Debatte steht, ist der Fortschritt ohnehin beendet und die Wissenschaft wird zu Instrument der Entscheidung was gut und was böse ist.

Man beachte im verlinkten Artikel die (medientypisch gezielte) Aufführung der Publikationen von Klimawandelskeptikern (erstaunlich dass es nicht "Leugner" heißt, wie sonst üblich). Ist es verwerflich skeptisch zu sein? Was ist so furchbar an umstrittenen Thesen? Ich persönlich fände es viel schlimmer wenn Thesen nicht mehr umstritten wären und als Wahrheiten akzeptiert werden, die dann zum Maß aller Dinge werden. Man nennt das dann nämlich Religion und die hat zum Wesen, dass sie über jeden Widerspruch erhaben ist.

Wie seht ihr das?

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 19 Jul 2018 20:09 #37645

Ich glaube, es geht dabei nicht ums Publizieren sondern darum dass es soviele akademische Wissenschaftler sind

Neu sind jedoch das Ausmaß und die rasant gestiegenen Zahlen. Die Zahl solcher Publikationen bei fünf der wichtigsten Verlage hat sich den Recherchen zufolge seit 2013 weltweit verdreifacht, in Deutschland gar verfünffacht.
...
Gegen eines der größten Unternehmen der Branche, den indischen OMICS-Konzern, führt die US-Verbraucherbehörde FTC derzeit ein Verfahren vor einem US-Bundesgericht. Der Vorwurf: OMICS soll Wissenschaftler in die Irre führen, indem es behauptet, Forschungsbeiträge würden vor Veröffentlichung ausreichend begutachtet.
...
So publizieren Klimawandelskeptiker ihre umstrittenen Thesen auf diese Art. Umstrittene Mittel gegen Krebs, Autismus und Parkinson werden von dubiosen Firmen mit ungeprüften Studien beworben und verkauft. Aber auch große deutsche Pharmafirmen bedienen sich der scheinwissenschaftlichen Verlage, um dort Studien zu veröffentlichen, die von seriösen Fachjournalen möglicherweise nicht veröffentlicht würden.

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 19 Jul 2018 20:41 #37646

Publizieren können sie wo sie wollen, wenn es Unfung ist machen sie sich sowieso nur selber lächerlich. Viel ärger finde ich es wenn die Fake-Science Einzug ins Gesundheitswesen hält: Krankenhaus heuert Voodoo-Priester um 100000€ an und Esoterischer Hexenzirkel beim Krankenanstaltenverbund - jetzt muss man sich wenn man selber mal auf die Reparaturbank muss also nicht nur davor fürchten sich einen der vielen Keime die dort herumgeistern einzufangen, sondern auch noch irgendwelche bösen Geister...

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 19 Jul 2018 20:53 #37647

ra-raisch schrieb: Ich glaube, es geht dabei nicht ums Publizieren sondern darum dass es soviele akademische Wissenschaftler sind

Ja eben. Ich sehe hier aber nicht das Problem, sondern vielmehr die Auswirkung einiger grundsätzlicher Probleme.
Daher auch die Titelfrage.

Und Yukterez: dieses Problem packt aber scheinbar niemand an, obwohl es viel eher als kriminell zu betrachten ist, wenn mit Gesundheit und Leben von Menschen gespielt wird. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, ebenso wie bei der Zulassung von Arzneimitteln auf der Grundlage von fragwürdigen Studien. Die fragwürdigen Studien/Publikationen können nur Schaden anrichten, wenn Entscheidungsträger sie falsch bewerten, also ihren Job schlecht machen.

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 19 Jul 2018 21:08 #37648

DeltaTee schrieb: ebenso wie bei der Zulassung von Arzneimitteln auf der Grundlage von fragwürdigen Studien

Oder auch das Verbot von Arznei- und Genussmitteln aufgrund noch fragwürdigerer Studien: Cannabis immer noch verboten

Der Meinung dass bei den Verboten sogar noch ärger gepfuscht wird als bei den Zulassungen,

Folgende Benutzer bedankten sich: ra-raisch, DeltaTee

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 20 Jul 2018 01:37 #37654

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Hi Y.

".......solltest du auf der Seite der Legalisierung stehen".
Und das im ZDF... Hat mal jemand die Fenster-Scheiben geputzt was....!?
:lol:

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 20 Jul 2018 18:46 #37695

[quote="Yukterez" post=37648Der Meinung dass bei den Verboten sogar noch ärger gepfuscht wird als bei den Zulassungen,[/quote]
Ob ärger oder nicht, lasse ich mal offen.

Überzeugt bin ich allerdings, dass Wirtschaft wie Politik (das ist nicht immer das selbe) bereits mehr Einfluss auf die Wissenschaft haben als für die Menschen gut ist. Und sei es nur, weil auffliegende Manipulationen und wirtschaftliche Abhängigkeiten immer mehr an der Integrität der Wissenschaft zweifeln lassen und damit die "Pseudowissenschaft" attraktiver machen.
Die als Skandal angeprangerte steigende Zahl der "pseudowissenschaftlichen" Publikationen scheint zu zeigen, dass selbst Wissenschaftler an der Integrität der Wissenschaft zweifeln oder zumindest mit der Einteilung in richtige und falsche Wissenschaft nicht einverstanden sind. Und das es soweit kommen konnte, ist m.E. der eigentliche Skandal.

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 26 Jul 2018 13:27 #38147

Es geht ja nicht um den Inhalt der zensiert wird, sondern um die Art des finden des Inhaltes.

Ich have in meiner Kristallkugel gesehen dass ... ist halt etwas "schwierig".

Man kann alles schreiben wenn es fundiert belegt wird.

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Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 26 Jul 2018 13:37 #38148

Georgius schrieb: Man kann alles schreiben wenn es fundiert belegt wird.

Und der fundierte Beleg kann nur durch nachvollziehbare Mathematik erfolgen. Mathematik ist irgendwann das einzig verbleibende objektive Mittel in einer Diskussion.

Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

Fake Science - Wissenschaftliches oder organisatorisches Problem? 26 Jul 2018 19:18 #38166

Ich glaube es ist immer noch nicht klar, worum es mir geht, aber der Harald Lesch kommt mir da ein wenig zur Hilfe, auch wenn ich seine Meinung nicht ganz teile:
Fake News in der Wissenschaft

Ein Wissenschaftler, der bei "Raubverlagen" veröffentlicht,
1.)
hat noch keine Veröffentlichung gelesen, also keine Quellen bei seiner Arbeit herangezogen und wurde auf seinem Bildungsweg auch nicht mit dem üblichen Wegder Publikation vertraut gemacht, sonst wüsste er/sie, akzeptierte von nicht akzeptierten Medien zu unterscheiden. Ich halte Wissenschaftler generell für intelligent genug, die üblichen Verfahrenswege ihres Fachs zu kennen. Wenn sie diese nicht kennen, taugt der Wissenschaftler nichts und die Publikation auch nicht. (kein Schaden für irgendwen außer für den "Wissenschaftler")
2.)
hat genug davon, dass seine Arbeit bei Peer Reviews regelmäßig "durchfällt" und will nun mit aller Gewalt seine (vielleicht von den Illuminaten unterdrückten? :lol: ) Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen. (Verschwörungstheoretiker und Wissenschaftszweifler fühlen sich bestärkt, wisschaftlich interessierte wissen die Quellen zu bewerten [siehe 1.)] )
3.)
will Karriere machen, indem er/sie sich eine Publikationshistorie erkauft (wenn die Fachwelt solche Publikationen als Beitrag zur Karriere akzeptiert, liegt der Fehler bei der Fachwelt, nirgendwo sonst)
4.)
glaubt die Qualitätssicherung in den wissenschaftlichen Publikationsverfahren sei zu streng und ließe keinen Raum für neue Ideen. (der Raubverlag ist sicherlich der schlechteste Weg, damit umzugehen, denn, der ist nicht daran interessiert hier etwas zu ändern und sich selbst das Wasser abzugraben)

Aus meiner Sicht besteht die Möglichkeit, dass die Qualitätssicherung nicht so gut funktioniert, wie sie eigentlich sollte.
Peer Reviews sind ein extrem hilfreicher Weg einen gewissen Qualitätsstandard sicherzustellen, aber auch ein sehr restriktiver und bei allen implementierten Mechanismen (die Reviewer sind i.d.R. mehr oder weniger zufällig ausgewählt) kann Voreingenommenheit nicht ganz ausgeschlossen werden.
Vielleicht ist es an der Zeit, die Konzepte zu überdenken und eher die zu publizierenden Arbeiten/Themen mit einer Art Qualitätsindex dennoch zu veröffentlichen. Ein Index, der meinetwegen von "haarsträubend spekulativ aber noch nicht widerlegt" bis "sieht aus als wäre das der Durchbruch" geht und somit die Arbeit einordnen lässt.
Interessant wäre vielleicht auch die Publikation der Geschichte einer Publikation, wie eine Arbeit als erster Entwurf aussah, was es daran zu bemängeln gab und wie die Mängel Schritt für Schritt beseitigt wurden. So etwas dürfte der Karriere sehr förderlich sein, weil es die tatsächliche Arbeit des Wissenschaftlers zeigt und seine/ihre Fähigkeit zu Resultaten zu kommen, die dem Qualitätsstandard entsprechen.
Solange aber nur die Anzahl der Publikationen für die Karriere eines Wissenschaftlers maßgeblich ist (weil offensichtlich niemand Zeit hat, sich mit deren Qualität und Inhalt zu befassen), ist die Nutzung von Raubverlagen nur eine logische Konsequenz.


Wissenschaft lebt m.E. von "verrückten" Ideen und deren Verfolgung bis zur Widerlegung oder Bestätigung und daher finde ich es wichtig, solchen Ideen Raum zu geben, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass es zunächst mal nur Ideen sind.
Würde es nur um das Publizieren an sich gehen, wären e-books qualitativ genau so gut wie Raubverlage und ein e-book veröffentlicht man für ein Taschengeld. Nein, es geht schon darum, jemandem (nicht zwangsläufig der Öffentlichkeit) vorzugaukeln, die Publikationen wären "wissenschaftlich geprüft".
Wissenschaft ist in unserer Zeit sehr komplex und braucht große (finanzielle) Mittel, weil zwei Prismen und eine Linse eben nicht mehr ausreichen um neue Theorien zu entwickeln und zu überprüfen.
Hier braucht es Fonds, die nicht durch menschliche Entscheidung verteilt werden. Stifter und Spender sind schön und gut, aber solange diese die Richtung der Forschung bestimmen, sind sie oft genug verschwendet.
Wissenschaftliche Entdeckungen sind von Natur aus zufällig, weil man sie eben nicht kennt, bevor sie entdeckt wurden. Im besten Fall kann man einer Vermutung nachgehen und ihre Wahrscheinlichkeit bestätigen oder eben wiederlegen Jemandem ein paar Millionen Dollar zu geben und dafür eine bestimmte Entdeckung zu verlangen, funktioniert eben nicht und führt unweigerlich dazu, dass der bezahlte Forscher mehr an der Forschung interessiert ist, als am Ergebnis. Nur für (Teil-)Ergebnisse wird er aber bezahlt und bekommt weitere Mittel für die Forschung. Wenn aber keine (echten) Ergebnisse vorliegen, gibt's auch keine (qualitätsgesicherte) Publikation dieser Ergebnisse. Um weiter Geld zu kriegen, bleiben nur die Raubverlage, oder wenn genug Geld im Spiel ist, eigene Medien. Die Geldgeber sind oft genug nicht in der Lage, die Wertlosigkeit der Veröffentlichungen zu erkennen und feiern sich stattdessen als Retter der Menschheit, die große Entdeckungen erst möglich gemacht haben.

Den Raubverlagen ist diese Problematik bewusst und sie nutzen das Potential, das sich daraus ergibt. Man kann darüber streiten, ob das verwerflich ist, oder die grundsätzliche Steuerung von Forschungsmitteln überdenken. Das wird aber kaum ein genügend großer Anteil der Wissenschaftler tun, denn vielen ist genau wie den Raubverlagen die Problematik bewusst und sie nutzen das Potential genau wie diese.

Der Schaden für das Ansehen der Wissenschaft kommt nicht von den Raubverlagen und nicht von denen, die dort publizieren, sondern von denen, die zweckbestimmte Mittel zur Verfügung stellen und denen, die diese annehmen, wohl wissend, dass sie sehr wahrscheinlich niemals zu dem gewünschten Ergebnis kommen und daher ein Leben lang Geld kriegen, solange sie den Anschein aufrecht erhalten, sich dem Ziel zu nähern.

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