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THEMA: Der Mensch in 30 Minuten

Der Mensch in 30 Minuten 29 Jun 2019 12:58 #53397

  • Chris
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Ich finde das ist die schönste Zusammenfassung wo ich bis jetzt so erlebt habe:

….der Titel, wie zutreffend. Was macht der Mensch daraus?
ich frage mich ob es die, wo es in der Hand haben das zu lenken, auch sehen werden?
ob es diesen Menschen bewusst ist, spielt da kaum eine rolle. Es zu sehen und verstehen macht wohl die Essenz aus.

Also wie bedeutend ist nun der Mensch, den Menschen?

Ja ich kann alles, sogar definieren was ich nicht kann.

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
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Der Mensch in 30 Minuten 30 Jun 2019 21:35 #53529

Schönes Video. Es stört nur der völlig unwissenschaftliche und emotional-wertende Kehrvers des „unbedeutend“. Den könnte man auch durch ein Staunen oder beliebig andere Dinge ersetzen.
Auch andere Aussagen, wie dass der Mensch verloren im All ist, und andere sind eine willkürlich draufgesetzte Deutung.
Eine typische Verquickung von Wissenschaft und Religion.
Natürlich braucht es mehr als Wissenschaft, ohne Weltdeutung und irgendwie religiöse Dinge geht es nun mal nicht. Das wird am Schluss deutlich, wo es um ethische Appelle geht., die aber dem Video völlig widersprechen. Denn es ist und bleibt nach Aussage des Videos unbedeutend, wie das mit der Spezies Mensch oder dem Ökosystem auf diesem „unbedeutendem“ Planeten weiter geht.
Von daher ist das ein sich selbst widersprechender Unsinn. Das kann niemand, der logisch denkt, ernst nehmen.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2

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Der Mensch in 30 Minuten 30 Jun 2019 23:50 #53538

Chris schrieb: Ich finde das ist die schönste Zusammenfassung wo ich bis jetzt so erlebt habe:
www.youtube.com/waAlso wie bedeutend ist nun der Mensch, den Menschen?

Nettes Video, ... aber 400 Sextillionen (2:36 Min)? Die geschriebene Zahl 400 000 000 000 000 000 000 000 sind jedenfalls 400 Trilliarden. Achso amerikanisches kurzes System Sextillionen.

Die Bedeutung einer Art halte ich nicht für bedeutend sondern für ein religiöses Attribut.
Duden: Sinn, der in Handlungen, Gegebenheiten, Dingen, Erscheinungen liegt
Das Leben, Evolution etc haben keinen "Sinn"=Zweck.
Duden: Ziel und Zweck, Wert, der einer Sache innewohnt

Die Menschheit hat hingegen Ethik und Moral entwickelt, die auch ohne einen höheren Sinn funktionieren, aber je nach Luxusstand erweiterungsfähig sind.

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 04:15 #53546

@ ra-raisch
Danke für die Bekräftigung und Verdeutlichung.
Zur Differenz von Deinem Schlusssatz zu meinem Posting: Dass Ethik und Moral ohne etwas Höheres auskommen, halte ich für eine Illusion. Irgendwelche Werte, Wertungen muss es geben, sonst funktioniert das nicht. Wenn das Ökosystem Erde, unbedeutend ist, hat Ethik keine Grundlage. Das wird am Schluss des Videos deutlich. Man kann höhere Werte leugnen, faktisch mogelt man sie dann doch hinein – meistens mit der eigenen Existenz.

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 11:22 #53553

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JA sicher doch, die Zusammenfassung ist auch sehr Politisch gemacht, alles voller Religion da drin....
...MENSCHEN!!

in der Lage, Unfähig auch mal was zu verstehen :D

ein Beispiel an diesem erwähntem Aspeckt, das der Mensch verloren im all ist.
Was sol ich dazu sagen:
Junge Mensch, Wir sind diesem Weltraum sowas von egal, das Problem ist: Uns ist der Weltraum nicht egal! Das es eher eine verlorene Beziehung ist sollte dir nun klar sein, ansonsten hast du da in der tat sehr viel anders das Video verstanden als ich, und das Wir der Erde egal sind wird da somit auch gesagt, aber naja ist halt alles Religion und Politik :D

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 18:02 #53579

Martin-O schrieb: Dass Ethik und Moral ohne etwas Höheres auskommen, halte ich für eine Illusion.

Ethik und Moral sind etwas "höheres". Sie entstanden aus der Evolution, Fressen und Gefressen Werden vs. Koexistenz etc...

Martin-O schrieb: Irgendwelche Werte, Wertungen muss es geben, sonst funktioniert das nicht.

Ja eben: Ethik = Moral, mehr nicht.

Martin-O schrieb: Wenn das Ökosystem Erde, unbedeutend ist, hat Ethik keine Grundlage.

Wieso das denn? Ethik hat ja nicht nur mit der Umwelt zu tun sondern in erster Linie mit Beziehungen. Jeder "soll" sich so verhalten, wie er es von anderen erwartet. Wenn der Konsens ist, jeden zu betrügen, dann wäre Wahrhaftigkeit kein Bestandteil der Ethik. Wieso ist es bei uns Teil der Ethik? Weil es praktischer und erfolgreicher ist, freundlich zusammenzuarbeiten als egoistisch gegeneinander. Eine Gemeinschaft kann nur mit abstrakten allgemein gültigen Regeln funktionieren. Da gibt es nichts "Höheres". Außer das, was wir noch nicht kennen und irgendwann lernen werden....zerstöre keinen Stein, denn es stört seine Struktur ..... mache keine Fußspuren im Sand, und wenn Du eine gemacht hast, verwische sie nicht....

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 21:32 #53594

@ Chris
Spätestens seit Monods „Zigeuner am Rande des Universums“ ist es normal, mythische Redeweise als wissenschaftlich auszugeben. Gerade weil es normal ist, mache ich darauf aufmerksam.
Wir sind diesem Weltraum sowas von egal
Dies ist nicht richtig. Egal sein setzt logisch voraus, dass etwas einem nicht egal sein könnte. Dies ist nicht der Fall, der Weltraum ist kein Lebewesen. Aus diesem Grund können wir keine Beziehung mit dem Weltall haben. Wir können uns in Beziehung setzen mit dem Weltall, aber das ist per se eine Einseitigkeit wie bei allen leblosen Sachen. Was Du schreibst ist also mythische Redeweise, also etwas Religiöses.
Das Schlimme ist, dass Du das gar nicht merkst, dass das so viele nicht merken.
Vermutlich können Menschen nicht anders, als religiös sein. Denn sie können nicht über das Weltall reden ohne damit ein Selbstverständnis zu äußern. Das ist ja der Grund, warum das mit dem Weltall so interessant ist. Ein Selbstverständnis ist aber eine Weltanschauung, ein quasi-religiöser Überbau. Das zu leugnen ist eine Grundlüge, die unter Wissenschaftlern verbreitet ist.

@ ra-raisch
ra-raisch schrieb:

Die Bedeutung einer Art halte ich nicht für bedeutend sondern für ein religiöses Attribut.

F4f beklagt ja, dass eine Ethik gelebt wird, der die Erhaltung der Art des Menschen und des Ökosystems egal ist, Hauptsache, man kommt selber gut weg dabei. Wenn die Folgen des Tuns erst in 200 Jahren massiv werden, dann kann es einem doch egal sein. Es sei denn, man sieht in der Erhalt der Spezies und des Ökosystems eine Bedeutung, einen Sinn.
Wenn man nur das macht, was für einen selbst (oder wahlweise: Für die Gemeinschaft) erfolgreich ist, dann ist das kaum noch als Ethik zu bezeichnen: Dann muss man alte, sieche Leute rechtzeitig entsorgen, dann muss man vorgeburtliche Selektion betreiben, usw. Das wäre auch für das Ökosystem besser.
Kurz: Werte sind eingebettet in die Sinnfrage. Beides zu trennen führt auch zu Ideologien.

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 21:45 #53596

Martin-O schrieb: Es sei denn, man sieht in der Erhalt der Spezies und des Ökosystems eine Bedeutung, einen Sinn.

Das ist Moral/Ethik.

Arterhalt ist im Prinzip das gleiche wie Selbsterhalt, beides geht zurück auf die Gene: Dawkins "Das egoistische Gen"

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 22:47 #53600

Wenn Arterhalt auf die Gene zurück ginge, dann hätten wir kein Öko-Problem, dann gäbe es keine Mafia, dann sähe die Welt anders aus. Dass Arterhalt und Selbsterhalt „im Prinzip“ das selbe sind, ist eine millionenfach widerlegte These.
Dawkins Thesen sind ideologisch einseitig. Seine Trennung von Genom und dem Rest des Lebewesens und seine Sicht von Genom eines Parasiten ist so ein Beispiel dafür. Seine These ist biologisch außerdem längst überholt. (vgl. DNA-Thread – auch wenn da einige Beiträge leider gelöscht sind) Dawkins ist das Paradebeispiel, wie Ideologie als Wissenschaft verkauft wird (und er verdient ganz gut dabei).

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 23:05 #53601

Werte, Moral, konstruktive Verhaltensnormen, egal wie man das bezeichnet, sind Begriffe, die nur unseren Köpfen entspringen.

Wenn die Temperaturen der Atmosphäre steigen, wenn die Naturkatastrophen zunehmen, wenn der Meeresspiegel steigt, und unsere Lebensgrundlagen sich dramatisch verschlechtern, dann werden sich auch wieder die Werte ändern.

Nach den kriegerischen Katastrophen des letzten Jahrhunderts war der Zusammenhalt, die Fürsorge füreinander im Vordergrund. Danach kam die Selbstverwirklichung und dann die Vereinsamung.

Durch die drohende Klimakatastrophe wird sich das bald umkehren.

Insofern sind Werte, moralisches Verhalten, ökonomisches Verhalten etc. den physikalischen äußeren Bedingungen unterworfen.
Wenn’s uns schlechter geht, rücken wir näher zusammen und wenn’s uns besser geht, gehen wir wieder auf Abstand.

Die äußeren Bedingungen regeln unsere Moral und lassen mal mehr und mal weniger zu.

Die Moral der Menschen ist keine Konstante.

Thomas

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Der Mensch in 30 Minuten 01 Jul 2019 23:41 #53602

Thomas schrieb:

Werte, Moral, konstruktive Verhaltensnormen, egal wie man das bezeichnet, sind Begriffe, die nur unseren Köpfen entspringen.

Im Rest des Postings wird dieser Satz widerlegt, da es angeblich nicht die Köpfe, sondern äußere Bedingungen sind, die die Moral regeln.
Unklar ist, ob Armut strengere Moral erzeugt und Reichtum mehr Laxheit oder umgekehrt schwierige Bedingungen die Moral zurück fahren. Für beides gibt es Beispiele und die heben sich als allgemeine Regel gegenseitig auf.
Auch gibt es Beispiele dafür, dass die äußeren Bedingungen der Menschen von den moralischen Einstellungen abhängen. Wie kam es eigentlich dazu, dass einige Teile Europas 1945 ein Trümmerfeld waren? Oder: Die Juden hätten es ohne ihre Grundwerte nicht geschafft, den Handel im Mittelalter zwischen Indien / China und Europa durchzuführen. Darauf beruhte ein Teil der Prosporität Europas über Jahrhunderte. Und wie ist es mit der Ökokrise: Hat die nichts mit der moralischen Einstellung von Menschen zu tun? Also: Primär ist die Ethik, sekundär die äußeren Bedingungen. – Ach, eine einseitige These, genauso wie die Gegenteilige von Thomas.
So ist das eben mit Thesen, die nicht wissenschaftlich sind, die empirisch nicht haltbar sind und philosophisch nicht durchdacht und zudem in sich selbst nicht logisch.
Bleibt von diesem sich weitgehend selbst aufhebendem Posting eigentlich nur, dass Moral keine Konstante ist. Ach, welche Einsicht! Menschen sind geschichtliche Wesen und es gehört zur Sittlichkeit des Menschen, dass sie nicht statisch ist.
Übrigens: Alle Begriffe entspringen unseren Köpfen. Der erste Satz des Postings ist einfach nur eine Tautologie. Nicht jeder, der etwas postet, sagt auch etwas.

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Der Mensch in 30 Minuten 02 Jul 2019 00:15 #53603

Martin-O schrieb: Wenn Arterhalt auf die Gene zurück ginge, dann hätten wir kein Öko-Problem, dann gäbe es keine Mafia, dann sähe die Welt anders aus. Dass Arterhalt und Selbsterhalt „im Prinzip“ das selbe sind, ist eine millionenfach widerlegte These.
Dawkins Thesen sind ideologisch einseitig. Seine Trennung von Genom und dem Rest des Lebewesens und seine Sicht von Genom eines Parasiten ist so ein Beispiel dafür. Seine These ist biologisch außerdem längst überholt. (vgl. DNA-Thread – auch wenn da einige Beiträge leider gelöscht sind) Dawkins ist das Paradebeispiel, wie Ideologie als Wissenschaft verkauft wird (und er verdient ganz gut dabei).

Den Thread werde ich später raussuchen und studieren. (oder kenne ich den bereits?)

Die Ideologie im Buch habe ich nicht gefunden oder nicht zur Kenntnis genommen. Mag auch sein, dass ich ein religiöses Kapitel überschlagen habe. Was ich gelesen habe, hat sich gelesen wie Darwin. Und was soll daran schon falsch sein? Eine Trennung von Lebewesen/Genom habe ich nicht in Erinnerung, sondern eher ein Zusammenspiel. Letztlich ist mir Dawkins auch egal, aber ich benütze seinen Namen, wie ich Darwin als Schlagwort benütze.
Sein Ausblick (Meme) ist hingegen eher theoretisch, würde aber Deine Frage beantworten. Ich würde die Frage eher so beantworten, dass Menschen selten rational handeln, und auch Emotionen nicht so langfristig angelegt sind. In beiden Fällen siegt dann das Nahziel. Aber Naturschutz, Umweltschutz, Klimaschutz gehen ja dann doch in diese Richtung.

Martin-O schrieb: Unklar ist, ob Armut strengere Moral erzeugt und Reichtum mehr Laxheit oder umgekehrt schwierige Bedingungen die Moral zurück fahren. Für beides gibt es Beispiele und die heben sich als allgemeine Regel gegenseitig auf.

Erst kommt das Fressen, dann die Moral, alte Kriegsweisheit.

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Der Mensch in 30 Minuten 02 Jul 2019 01:07 #53604

@ ra-raisch
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dawkins benutzt die Evolutionstheorie und mischt sie mit philosophischen Annahmen. Du bist in guter Gesellschaft, wenn du das nicht bemerkt hast.
Es geht aber nicht um diese Person, zur Sache:
Entweder Menschen handeln nach ihren „egoistischen Genen“, oder sie handeln nicht so. Letzteres ist definitiv oft der Fall. Welches Etikett (wie irrational) man drauf klebt, ist nebensächlich.
Dein Zitat ist von Brecht. Wenn es stimmen würde, müsste Dawkins nahe am Verhungern sein, denn er will genetisch bedingte Kranke umbringen lassen.
Alltäglich ist die Erfahrung, dass Menschen, denen es schlecht geht, mehr barmherzig mit Armen umgehen, weil sie aus eigener Erfahrung mehr Empathie für sie aufbringen. Menschen, die keine Sorgen um ihre Existenz haben, sind oft unbarmherziger.
Ideologie erkennt man u. a. daran, dass sie selektiv die Beispiele nimmt, die ihr passen.

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Der Mensch in 30 Minuten 02 Jul 2019 12:25 #53607

Martin-O schrieb: Entweder Menschen handeln nach ihren „egoistischen Genen“, oder sie handeln nicht so. Letzteres ist definitiv oft der Fall.

Das ist bei Darwin auch nicht anders. Die Gene begünstigen aber die eine oder andere Entscheidung und in Summe kann sich dann das "bessere" Individuum (natürlich seine Gene) durchsetzen und überleben. Darwin basiert ja auf den Genen und Vererbung etc, wo soll denn da der Unterschied zu Dawkins sein? Natürlich geht es bei Darwin auch um das Zusammenspiel der Gene, aber gut zusammenspielende Gene sind eben dann wieder im Vorteil. Und natürlich ist die Entwicklung nicht vorgegeben, bei verschiedenen Kostellationen haben unterschiedliche Gene Vorteile zum Überleben, der Zufall spielt mit, bei großen Zahlen tritt der Zufall zurück.

Martin-O schrieb: Dein Zitat ist von Brecht. Wenn es stimmen würde, müsste Dawkins nahe am Verhungern sein, denn er will genetisch bedingte Kranke umbringen lassen.

Was Dawkins will, hat nichts mit seinem "egoistischen Gen" zu tun, mag ja sein, dass auch Darwin ein Nazi war oder ein Kinderschänder, was sollte das bitte an seiner Evolutionstheorie ändern?

Darwin will keine Kranken umbringen lassen, die Evolution begünstigt Gesunde und läßt Kranke aussterben. Bei Dawkins gilt exakt das gleiche, es ist Darwins Theorie nur auf einer mikroskopischeren Stufe des biologischen Verständnisses. Seine politische Einstellung interessiert mich dabei keinen Deut, sie hat in seine Evolutionstheorie keinen Eingang gefunden.

Martin-O schrieb: Alltäglich ist die Erfahrung, dass Menschen, denen es schlecht geht, mehr barmherzig mit Armen umgehen, weil sie aus eigener Erfahrung mehr Empathie für sie aufbringen. Menschen, die keine Sorgen um ihre Existenz haben, sind oft unbarmherziger.
Ideologie erkennt man u. a. daran, dass sie selektiv die Beispiele nimmt, die ihr passen.

Das mag schon sein, aber für ein Level an Freiheit ist auch ein entsprechendes Level an Luxus nötig. Wer täglich 16 Stunden mit Feldarbeit beschäftigt ist, kann keine Gravitationstheorie entwickeln, zudem kann sowas nicht aus dem Hut gezaubert werden, sondern bedarf Vorarbeiten durch andere, und ähnlich ist es mit Moral und Ethik, die über die Basics hinausgehen. So verstehe ich es jedenfalls.

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Der Mensch in 30 Minuten 02 Jul 2019 15:47 #53615

Wesen, die für ihr Überleben inklusive Fortpflanzung sorgen, haben Vorteile, das sind genetische Präferenzen.
Das Überleben sichern ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Ethik ist die Gestaltung der Grundbedürfnisse. Die Gene gestalten da gar nichts, sie haben mit Ethik nichts zu tun. Dass Du beides gleichsetzt, ist für mich einfach nur Nonsense.
Alle Menschen gestalten ihre Grundbedürfnisse, man nicht nicht gestalten. Ethik ist also kein Luxus, der dazu kommt, wenn man Zeit dazu hat, sondern ist etwas, was immer passiert.
Natürlich gibt es eine geordnete Reflexion über Ethik und Moral. Das kann in der Tat nicht jeder so intensiv wie Philosophen. Aber es ist ein Fehlschluss, dies mit Ethik und Moral gleichzusetzen.
Darauf zielten meine Beispiele. Ein Beispiel ist Dawkins selbst. Er nagt nicht am Hungertuch, aber trotzdem hat er eine unterirdische Moral.
Der Satz „erst kommt das Fressen, dann die Moral“ stimmt hinten und vorne nicht. Allerdings sind Notsituationen ein besonderer Punkt in jeder Ethik und Moral, zB Mundraub. Aber das ist klar begrenzt. Auch hungernde Flüchtlingsfrauen wussten nach 1945, dass sie herumliegendes Geld in ihrer Putzstelle nicht einfach nehmen durften. Von so einem Fall weiß ich zufälligerweise. Auch Notsituationen gehören zu dem, was Menschen gestalten – und das heißt immer auch begrenzen. Und das ist Ethik. Die kommt also nicht nach den Fressen, sondern gestaltet es.
Ich kritisiere hier übrigens keine Evolutionstheorie, sondern nur Deutungen, die sich als Wissenschaft ausgeben und es nicht sind. Beides ist sorgsam zu unterscheiden.

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Der Mensch in 30 Minuten 02 Jul 2019 17:40 #53619

Martin-O schrieb: Ethik ist die Gestaltung der Grundbedürfnisse. Die Gene gestalten da gar nichts, sie haben mit Ethik nichts zu tun. Dass Du beides gleichsetzt, ist für mich einfach nur Nonsense.

Habe ich das gleichgesetzt?
Ich sage, dass die Gene den Menschen steuern. Das Bewusstsein ist allerdings weitgehend losgelöst von den Instinkten.

Martin-O schrieb: Alle Menschen gestalten ihre Grundbedürfnisse, man nicht nicht gestalten. Ethik ist also kein Luxus, der dazu kommt, wenn man Zeit dazu hat, sondern ist etwas, was immer passiert.

Es ging mir um das Level der Ethik. Je größer der Luxus, desto ein höheres Level der Ethik ist möglich. Der Einzelne mag dabei natürlich auch unethisch sein/werden/bleiben....oder während des Überlebenskampfes philosophieren. Die individuellen Unterschiede sind immer groß.

Aber ich kann mich ja auch irren, die Indianer sollen ja im Einklang mit der Natur gelebt haben. Allerdings muss man ja Luxus nicht mit Technik oder Wirtschaftswachstum gleichsetzen. Es ging ihnen wohl so gut, dass sie sich diese Ethik leisten konnten. Steigende Bevölkerungsdichte kann da gegenläufig wirken.

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Der Mensch in 30 Minuten 03 Jul 2019 00:57 #53651

Ra-raisch schrieb:

Habe ich das gleichgesetzt?

Ja.
Es ging darum ( 53594 ), dass wir in der Ökokrise dabei sind, unsere Spezies und weite Teile des Ökosystems abzuschaffen. Da helfen keine Gene, die treiben die Massen doch weiter in die Katastrophe (da hat Philzer doch was Richtiges erkannt). Da hilft nur, im Dasein einen Sinn zu sehen. Das steht also im Gegensatz zu dem, was die Gene vorgeben. Du versuchst aber, dies auf die Gene zurück zu führen. Ich habe den Eindruck, du gehst assoziativ vor: Wenn das gleiche Stichwort auftaucht (hier: Arterhaltung), dann muss es auch um den gleichen Sachverhalt gehen und übersiehst, dass eine Sinndeutung und eine Triebsteuerung nicht identisch sind. Da willst Du Dich jetzt also korrigieren?
Bist Du Dir im Klaren, welche Denkfiguren Du benutzt hast?

Je größer der Luxus, desto ein höheres Level der Ethik ist möglich.

Das ist für mich purer Chauvinismus der Neuzeit gegenüber ärmeren Zeitaltern, sowie der Hochmut der Industrienationen gegenüber Entwicklungsländern, da hat sich wohl ein Bild des „Wilden“ als niedrigere Stufe gegenüber dem Hochzivilisierten Weißen gehalten.
Die These ist empirisch nicht belegt, aber wahrscheinlich ist es schwierig, sie zu falsifizieren, da man alles als Ausnahme ansehen kann.
Aus der letzten Eiszeit (und schon davor) hat man Schmuck gefunden, obwohl Knochenfunde immer wieder zeigen, wieviel Hungerwinter damals die Menschen durchmachen mussten. Entsprechendes gilt für Grabbeigaben – ein Luxus, den sich die Menschen gar nicht leisten konnten. Und in Brasilien geben die Armen alles Geld für den Karneval aus. Auf der anderen Seite gibt es viele Beispiele für Wohlstandsverrohung.
Diese Stellung von Kultur bei ungesicherter Existenz ist das Schema, in der man auch Ethik einordnen kann: Das ist von dem Luxus einer Gesellschaft weitgehend unabhängig.
In der Steinzeit konnte man Maler abstellen, im armen Mittelalter Philosophen, Nach dem 30-jährigen krieg, wo alles zerstört war und Hunger und Seuchen wüteten, da hat man intensiv über Ethik nachgedacht. Auch nach 1945 konnte man das beobachten. Es sind gerade die äußerlichen Tiefpunkte, in denen intensives ethisches Nachdenken geschieht. Die Logotherapie entstand im KZ.
Ich könnte die gegenteilige These aufstellen: Ethik ist dann am höchsten, je schlechter es den Menschen geht. Natürlich gibt es individuelle Bandbreiten und von daher auch Ausnahmen. Aber widerlegen kann man meine These nicht. ;)
Will sagen: Willkürliche Thesen und Argumente bringen nicht viel.

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