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THEMA: Ein Text zum Nachdenken

Ein Text zum Nachdenken 13 Jun 2016 11:03 #6775

Hallo, ich habe hier einen kleinen Auszug aus einem Buch, von einem meiner Lieblingsauthoren: Carlos Castaneda.

Er hat in den 80gern Anthropologie in den USA studiert und eine lange Lehre bei einem mexikanischen "Schamanen" gemacht.

Es gibt viele Dinge, die sich mit moderner Physik überschneiden, es geht aber auch um Selbsterkenntnis und Möglichkeiten die sich hinter unserem Horizont befinden, beziehungsweise Dinge, zu denen wir fähig sind, die wir aber erst erkennen müssen.

Vielleicht findet sich ja jemand der sich auf für das Thema interessiert.

Sprache
Ein Mann blickte auf seine Gleichungen und sagte, das Universum hat einen Anfang. Es hat einen Knall gegeben, sagte er. Einen Urknall, und das Universum war geboren. Und es dehnt sich aus, sagte er. Er berechnete sogar die Lebensdauer: Zehn Milliarden Umkreisungen der Erde um die Sonne. Die Welt jubelte. Man hielt seine Berechnungen für Wissenschaft. Niemand bedachte, daß der Mann mit der Annahme, das Universum habe einen Anfang, lediglich der Logik seiner Muttersprache gefolgt war. Diese Logik verlangt den Anfang wie eine Geburt und Entwicklungen wie das Heranwachsen und das Ende wie den Tod als Darlegungen von Fakten. Das Universum hatte einen Anfang, und es wird alt, so versicherte uns der Mann, und es wird sterben, wie alles stirbt, wie auch er starb, nachdem er mathematisch die Logik seiner Muttersprache bestätigt hatte.

Die andere Sprache
Hatte das Universum wirklich einen Anfang? Entspricht die Theorie vom Urknall der Wahrheit? Das sind keine Fragen, obwohl es den Anschein hat. Ist die Logik, die einen Anfang, Entwicklungen und ein Ende als Darlegung von Fakten verlangt, die einzig bestehende Logik? Das ist die eigentliche Frage. Es gibt mehr als eine Logik. Es gibt zum Beispiel eine, die verlangt, daß man eine Vielfalt von Intensitäten als Fakten anerkennen muss. Nach dieser Logik beginnt nichts und endet nichts. So gesehen, ist die Geburt kein klares, eindeutiges Ereignis, sondern eine besondere Art der Intensität. Das gilt auch für das Heranreifen und für den Tod. Ein Mann mit dieser Logik stellt fest, wenn er seine Gleichungen betrachtet, daß er genug unterschiedliche Intensitäten berechnet hat, um glaubwürdig sagen zu können, das Universum hatte keinen Anfang, und es wird niemals enden, aber es durchlief, es durchläuft und wird in Zukunft endlose Veränderungen der Intensität durchlaufen. Dieser Mann könnte sehr wohl zu dem Schluß kommen und sagen: Das Universum ist das Vehikel der Intensität. Man kann es benutzen, um sich endlos lange durch Veränderungen zu begeben. All das und noch viel mehr wird er erkennen, ohne vielleicht jemals zu begreifen, daß er bloß die Logik seiner Muttersprache bekräftigt.

Was haltet ihr davon? Für die Schamanen ist unsere Definition eines Anfangs und Endes nur das Produkt unserer Sprache und der Definition, ich finde den Ansatz sehr interessant und frage mich, ob man das auch in eine physikalisch, mathematischen Sicht überführen könnte.

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Ein Text zum Nachdenken 13 Jun 2016 12:47 #6776

Der Schamanismus wird großteils von Rituale und Zeremonien getragen. Ein Stein aber bedarf keiner Rituale oder Zeremonien, um zu Boden zu fallen. Gravitation bedarf keines mystischen Trommelwirbels, um anziehend zu wirken. Auch der Impuls bedarf keines Tanzes rund um ein Feuer, um erhalten zu bleiben. Das Relativitätsprinzip bedarf keiner Beräucherung, um relativ zu sein.
Das ewig Seiende bedarf nichts irrealem, um real zu sein.

Jimmy K schrieb:

Für die Schamanen ist unsere Definition eines Anfangs und Endes nur das Produkt unserer Sprache und der Definition

Der Energieerhaltungssatz kennt auch keinen Anfang und kein Ende. Der Energieerhaltungssatz ist aber kein Produkt unserer Sprache, sondern durch Experimente belegte Realität.

Dem Schamanismus eine Brücke zur Naturwissenschaft zu errichten, erscheint mir persönlich als aussichtslos.

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